Gewalt gegen Polizeibeamte – 180 Ordnungshüter 2012 verletzt
Anzeige
Würzburg erleben
10. Juni 2013

Symbolbild Würzburg
UNTERFRANKEN. Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte in Unterfranken um cirka 16 Prozent zurückgegangen. Bayernweit betrug der Rückgang 2,6 Prozent. Dennoch wurde statistisch gesehen jeder zweite unterfränkische Ordnungshüter im Jahr 2012 während des Dienstes von Straftätern beleidigt, bespuckt, geschlagen oder getreten. Insgesamt 180 Polizistinnen und Polizisten wurden im Einsatz für Recht und Ordnung verletzt. Diese Tatsachen stellen aus Sicht des Polizeipräsidiums weiterhin ein bedenkliches hohes Niveau dar.
Neben den bayernweiten Auswertungen erstellt und analysiert das Polizeipräsidium Unterfranken ein fortlaufendes Lagebild, bei dem es im wesentlichen darum geht, mögliche Risikofaktoren für Gewalt zu erkennen und zu minimieren. Diese Erkenntnisse haben dann direkten Einfluss in Einsatzkonzeptionen (wie z.B. für Feste und Veranstaltungen in Unterfranken in Kooperation mit der Regierung von Unterfranken und den Sicherheitsbehörden vor Ort). Ferner fließen die Ergebnisse der Analysen in die polizeiliche Fortbildung, dem sogenannten Einsatztraining, ein. Dabei geht es insbesondere um das Einüben besonders konfliktträchtiger Situationen, die gerade auch im Umgang mit alkoholisierten und/oder unter Drogeneinfluss stehenden Straftätern immer wieder vorkommen. Schwieriger gestaltet sich natürlich die Vorbereitung auf einen offenbar grundlosen Angriff, zu dem es im Jahr 2012 immerhin auch in 78 Fällen kam. Bei rund 13 Prozent aller Fälle wurde Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt, ohne dass dem Angriff eine polizeiliche Maßnahme vorausging.
Im Bereich Mainfranken gab es im Jahr 2012 insgesamt 182 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte (2011: 282). Gegen 158 Tatverdächtige, darunter 140 Männer, ergingen Strafanzeigen. 135 von ihnen waren im Erwachsenenalter. 114 standen unter Alkohol und/ oder Drogeneinfluss. Betroffen waren 387 Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte. Als Tatort wurde 83mal eine öffentliche Straße bzw. ein Platz registriert, 36mal ein Privathaus. Auch hier kam es in 68 Fällen zu Beleidigungen. 84mal wurde geschlagen und/ oder getreten. Achtmal wurden Beamte gebissen und sechsmal wurde mittels eines Kopfstoßes seitens der Täter agiert.
Im Bereich Unterfranken: Von den insgesamt 591 im Jahr 2012 begangenen Fällen waren 255 Beleidigungen; in 185 Fällen wurden die Täter handgreiflich und Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung waren die Folge. In 21 Fällen wurde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. 103mal kam es zu Widerstandshandlungen. Zusammenfassend kann man feststellen, dass es sich in 90 Prozent der Fälle um Beleidigungen, Körperverletzungen und Widerstände handelt.
Tatverdächtige zu 84% unter Alkohol-/ und oder Drogeneinfluss
Was die Tatverdächtigen anbelangt, hat die Analyse ergeben, dass es sich insbesondere um erwachsene Männer handelte. Rund 84 Prozent von ihnen standen zudem unter dem Einfluss eines berauschenden Mittels, wie z.B. Alkohol und/oder Drogen. Von den insgesamt 472 ermittelten Tatverdächtigen waren 335 zuvor bereits polizeilich in Erscheinung getreten. 131 von ihnen sind sogenannte Wiederholungstäter, d.h. sie waren bereits in der Vergangenheit mit Gewalt gegen Polizeibeamte aufgefallen. Dies entspricht im übrigen den bayernweiten Erkenntnissen; auch dort beträgt der Anteil an polizeibekannten bzw. Wiederholungstätern ca. 75 %.

