„Ehe gibt es nur zwischen Mann und Frau“ – Wallfahrts-Predigt des Bischofs

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Würzburg erleben

10. Juli 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Würzburg (POW/ WüErl) Bischof Dr. Friedhelm Hofmann hat Montag Abend in seiner Predigt zum Kiliani-Wallfahrtsgottesdienst an Politiker und Ratsmitglieder appelliert, die christlichen Werte in der Gesellschaft zu vertreten. Die Predigt war mit Blick auf die zahlreichen Politiker aus Unterfranken stark gesellschaftspolitisch geprägt.

„Als Christen müssen wir einem Zeitgeist wehren, der Waren vor Werten rangieren lässt. Wir müssen uns in eine Gesellschaft einbringen, die möglicherweise ihre eigenen Grundlagen zerstört, aus denen Frieden und Prosperität erwachsen sind“, mahnte Bischof Hofmann vor rund 1.000 Frauen und Männern beim Wallfahrtsgottesdienst.

 

Deutlich forderte der Bischof das christliche Menschenbild für die aktuellen Problemlösungen ein: „Jeder Mensch hat seine Würde aus der Gottebenbildlichkeit. Er ist einmalig und in seiner Würde unantastbar. Mann und Frau sind gleichwertig.Im Nächsten begegne ich Christus.“

Für Christen bedeute das die Solidarität mit den Armen, Benachteiligten und Schwachen ebenso wie die Achtung vor dem Leben vom ersten Augenblick der Zeugung bis zum letzten Atemzug. Weiter seien das Eintreten für die Grundwerte, die Verantwortung für das Gemeinwohl, die Achtung der Menschenwürde, die Anerkennung des Wertes der Arbeit sowie der Schutz von Ehe und Familie als gesellschaftliches Fundament wichtig.

„Ehe gibt es nur zwischen Mann und Frau“, betonte der Bischof.

 

Gleichstellung führt zu Zerfall der Gesellschaft

Bereits beim ersten Pontifikalamt am Mittwoch, 3. Juli hatte Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zu einer eindeutigen Positionierung in den aktuellen Debatten um Ehe, Familie und gleichgeschlechtliche Partnerschaften aufgerufen.

Die „Beliebigkeit und Relativierung von Ehe und Familie“ sowie die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare „haben nichts mit unserem Verständnis von Ehe und Familie gemeinsam“,

betonte der Bischof in seiner Predigt. Das katholische Eheverständnis gründe vielmehr in der Offenbarung der Heiligen Schrift und sei Kern und Mitte einer prosperierenden Gesellschaft. Der biblische Grundauftrag an den Menschen beinhalte einerseits die Vollendung des Menschen im Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit – „Gott selbst ist lebendiger Liebesaustausch“ – und andererseits in der Aussage „Seid fruchtbar und vermehrt euch“. Weiter wird der Bischof in der vom Pressedienst des Bistums veröffentlichten Mitteilung zitiert:

Doch leiteten Staat und Gesellschaft ihren eigenen Zerfall ein, wenn sie Ehe und Familie nicht mehr wirksam fördern und schützen und andere, nichteheliche Lebensgemeinschaften ihnen gleichstellten. „Genau das geschieht zur Zeit!“

Christlich erprobte Werte als Fundament

Den Christen stelle sich das Problem, dass sich innerhalb der Gesellschaft Wertvorstellungen nach eigenem Gutdünken bildeten und veränderten. Heute versuche man, Werte aus der Rationalität und Logik herzuleiten. „Der geradezu an Naivität grenzende Glaube an die Neutralität und den Segen der Wissenschaft wird als der Königsweg zum Glück angesehen“, kritisierte der Bischof. Wissenschaftliche Vernunft könne aber keine ethischen und sozialen Werte schaffen. Die im jüdischen und christlichen Glauben vorgegebenen und erprobten Werte sind nach den Worten des Bischofs Grundlagen, auf denen die Menschheit eine tragfähige gemeinsame Zukunft gestalten kann.

 

Namhafte Politiker aus Würzburg und Unterfranken 

Nach der im vergangenen Jahr wegen der Domschließung reduzierten Veranstaltung war der Politiker- und Räte-Abend heuer wieder großer Treffpunkt mit Begegnungen zwischen Kirchenvertretern und Politikern, zwischen haupt- und ehrenamtlich in Pfarreiengemeinschaften und Kommunen Engagierten. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel zählten ebenso zu den Gästen wie Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Würzburgs Bürgermeister Dr. Adolf Bauer.

Von den unterfränkischen Bundestagsabgeordneten war Paul Lehrieder gekommen, von den Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib, Oliver Jörg und Manfred Ländner. Landgerichtspräsidentin Anna Maria Stadler und der Leiter des Finanzamts Aschaffenburg, Dr. Edmund Wilhelm, feierten ebenfalls mit. Hinzu kamen Bürgermeister, Mitglieder des Bezirkstags und der Kreistage, von Stadt- und Gemeinderäten sowie von Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten. Der Diözesanrat war unter anderem mit Vorsitzendem Karl-Peter Büttner vertreten, die 20 Dekanate mit zahlreichen Vorsitzenden der Dekanatsräte. Eingeladen waren außerdem Frauen und Männer, die in der Verwaltung tätig sind.

 

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