Handel und Gastronomie fordern: Parklenkung ohne Gebührenerhöhung

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Würzburg erleben

29. Juli 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Wird das Parken in der Innenstadt teurer? Ein Gutachten hat dies dem Stadtrat empfohlen (wir berichteten). Das Thema ist heiß: knapp 100 Kommentare wurden hierzu auf der FB-Seite „Würzburg erleben“ abgegeben. Exemplarisch schreibt Cor Nelia: „Na da werden dann immer weniger in die Stadt zum Einkaufen fahren…“ Wir haben deshalb den Experten für den Würzburger Einzelhandel Volker Wedde, Geschäftsführer des Handelsverbandes (HBE) für Unterfranken, Wolfgang Weier von WümS sowie Frau Claudia Berkmann, die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, befragt. Hier die Stellungnahmen:

„Parklenkung ohne Gebührenerhöhung 

Dem Einzelhandel läuft natürlich ein kalter Schauer über den Rücken: Von einer guten und bequemen Erreichbarkeit hängt die Attraktivität der Innenstadt und damit auch der Erfolg des Handels ab. Kunden suchen sich heute schnell andere, sogar weiter entfernte Standorte, die mit weniger Aufwand zu erreichen sind. Das ist oft keine alleinige Frage der Ratio, sondern auch eine emotionale. Dabei spielt die Höhe der Parkgebühren eine große Rolle, eine Steigerung ist für den Handel daher zunächst einmal schlecht.

Besser Kapazitätsauslastung statt Gebührensteigerung

Ich hoffe, dass eine Gebührensteigerung auch nicht das einzige Ergebnis der Konzeption ist – das wäre zu kurz gedacht. Denn das Papier liefert zunächst Vorschläge und betrachtet dabei auch ganz andere Empfehlungen. Schließlich gibt es weitaus mehr Möglichkeiten einer sinnvollen Parklenkung. Die Intention des Konzepts ist somit nicht primär eine Gebührensteigerung, sondern hat das Ziel der besseren Kapazitätsauslastung und der Optimierung der Verkehrslenkung, um die Attraktivität unserer tollen Einkaufsstadt zu erhöhen.

Gleichberechtigung der Verkehrsmittel

Dabei ist eine Detailbetrachtung ganz wichtig: Beispielsweise zeigt sich in der Erhebung, dass Würzburg im

Vergleich zu ähnlichen Städten in manchen Tarifen wirklich sehr teuer ist, in anderen aber sogar im unteren Bereich liegt – hier kommt es auf Ort und Parkdauer an. Das müssen wir unter einen für alle verträglichen „Hut“ bringen. Nach wie vor halten wir dafür ein übergreifendes innerstädtisches Verkehrs- und Parkraumkonzept für sinnvoll, bei dem alle Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung finden, ohne dass ein Verkehrsmittel zu Lasten eines anderen bevorzugt oder benachteiligt wird. Mit einer solchen Planung wird es möglich, Verkehrsströme sinnvoll zu lenken und allen Verkehrsteilnehmern eine gut erreichbare Innenstadt zu präsentieren. Dies wäre auch mit Blick auf die momentanen und geplanten Großbauprojekte in der Innenstadt sinnvoll.

Parkplatzabbau bereitet Sorgen 

Obwohl Würzburg immer noch eine ordentliche Anzahl an Stellplätzen aufweisen kann, sind gerade in den vergangenen Jahren immer wieder Parkmöglichkeiten in nicht unerheblicher Zahl gestrichen worden. Das macht nicht nur dem Einzelhandel Sorgen. Ich hoffe daher sehr, dass die Stadt diese wichtigen Fragen mit dem Einzelhandel in enger Abstimmung weiter bearbeitet. Auftakt wird ein Vorstandsgespräch am kommenden Donnerstag mit Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart sein.

„Internet benötigt keine Parkplätze“

Logo WümSAuch das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ teilt diese Einschätzung. „Der Erfolg des Handels und die Attraktivität der Innenstadt hängen sicherlich von vielen Faktoren ab. Ein wesentlicher Bestandteil jedoch ist eine gute und bequeme Erreichbarkeit sowie günstige und ausreichend verfügbare Parkmöglichkeiten,“ so der Geschäftsführer Wolfgang Weier. Gerade in den letzten Jahren seien aber laut WümS immer wieder Parkplätze ersatzlos weggefallen. Im Vergleich zu ähnlichen Städten sieht WümS Würzburg mit seinen Parkgebühren insgesamt im oberen Mittelfeld. Noch höhere Parktarife verstärkten einen Einkaufstourismus weg von der Würzburger Innenstadt hinaus in das Umland, den es an und für sich auf der Ebene der kommunalen Rahmenbedingungen u.a. mit attraktiven Parkangeboten in der Stadt abzuschwächen gälte.

Auch der Gaststättenverband ist gegen Gebührenanhebung

Logo DEHOGA GastroAus Sicht des BHG erläutert die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Würzburg, Claudia Berkmann, die Position. Demnach sollten keine  Parkgebühren angehoben werden. „Es gibt sowieso nur noch wenige Plätze in der Innenstadt bei denen man die Kurzparkzeit nutzen kann. Ansonsten ist man sowieso gezwungen, ins Parkhaus zu fahren. Lieber sollte sich die Stadt Gedanken machen, die Parkdauer zu verlängern.“, so die Inhaberin eines Würzburger Hotels. Darüber hinaus sei es schlecht, dass man generell nur 2 Stunden parken kann. Wünschenswert für den Verband wären Minimum 4 Stunden. Wenn die Gebühren erhöht würden auf 30 Min = € 1,00 sind wir mit 1 Stunde bei € 2,00. Das könne für den Einzelhandel und die Gastronomie dazu führen, dass wir weniger Frequenz in der Stadt hätten.

 

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