Beim Parken 30-Minuten Taktung – Stimmen aus dem Stadtrat
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Würzburg erleben
5. August 2013

Symbolbild Würzburg
Der Einzelhandel ist besorgt. Ein Gutachten schlägt dem Stadtrat höhere Parkgebühren vor, um so eine „Parklenkung“ zu erzielen (wir berichteten). Was denken aber die Stadträte, die hierüber im September entschieden sollen? FDP-Stadtrat Karl Graf, Fan von Würzburg erleben und auch noch Einzelhändler in der Innenstadt gibt uns als Gastautor einen kurzen Einblick und Informationen aus dem 50-köpfigen Gremium. Natürlich haben wir auch alle anderen Stadträte eingeladen, mit uns zu diskutieren.
Parken in Würzburg – Gastkommentar von Karl Graf
Parken in Würzburg – ein unendliches Thema. Am 25. Juli 2013 befasste sich der Stadtrat vorläufig letztmals mit den Parkproblemen in der Innenstadt. Das Beratungsunternehmen für Stadt- und Raumentwicklung „Schulten, Dortmund“, hatte ein Gutachten abgeliefert. Damit wird eine Erhöhung der Parktarife seitens der Stadtverwaltung vorbereitet.
Die Meinungen zu diesem Thema gehen extrem auseinander: Bündnis90/ Grüne erklärte, dass der Talavera-Platz für die Nutzung als Parkfläche zu schade sei, der Einzelhandel pocht auf Erhaltung der Oberflächenparkplätze und billigen Tarifen in den Parkhäusern. Die Verwaltung der Stadt wünscht eine verkehrsberuhigte Hofstraße und viele Würzburger möchten einen Auto freien Residenzplatz. Stadtbaurat, Prof. Christian Baumgart erklärte die Erwartungshaltung der Gastronomie-Besucher einmal mit den Worten: „am liebsten mit der Vorderachse unter dem Tresen!“.
8.800 Parkplätze im Bischofshut
Glaubt man der Statistik hat Würzburg 8.813 Parkplätze innerhalb des Glacis-Rings und Mainviertel , davon 5.007 in Parkierungsanlagen. Im Vergleich zu Städten ähnlicher Größenordnung sei das nicht schlecht, sagt der Gutachter Schulten. Das subjektive Empfinden der meisten Stadtbesucher ist, dass Parken in Würzburg schwierig sei, die Parkhäuser seien überteuert.
Heute geht es darum Teile des Bischofshuts von parkenden Autos zu befreien und den Parksuchverkehr zu minimieren. Weiter möchte die Stadtverwaltung, an der Spitze der OB die Parkgebühren „neu gestalten“ und das Parken im Straßenraum verteuern und einschränken.
Die FDP wünscht ebenfalls weniger Verkehr in der Innenstadt, jedoch: dem Wegfall weiterer Parkplätze stimmen wir nur dann zu, wenn vorher gleichwertiger Ersatz in den Parkierungsanlagen geschaffen wird. Wir forderten z. B. vor der Neugestaltung des Vorplatzes der Regierung von Unterfranken eine Unterkellerung der Anlage. Ein Parkhaus auf dem Gelände Kardinal-Faulhaber-Platz/Mozartareal zu Beginn der neuen Fußgängerzone Eichhorn/Spielstraße ist unumstritten. Es könnte eine von Autos freie Zone Hofstraße geben.
Angleichung „ja“ – aber mit 30-Minuten Taktung
Das Parken im Straßenraum kostet für 30 Minuten € 0,50, in den Parkhäusern € 1,20 im Durchschnitt, Tiefgarage Markt € 1,50. Hier wirkt sich aus, dass bei kürzerer Parkdauer der Preis für eine Stunde bezahlt werden muss. Es ist kein Wunder, dass viele Autofahrer zunächst einen Platz im Straßenraum suchen, mit all den unerwünschten Folgen des Parksuchverkehrs. Ich habe nichts gegen eine sinnvolle Angleichung beider Tarife. Voraussetzung ist jedoch, dass in den Parkhäusern ein 30-Minuten-Takt, zumindest für die erste Stunde, eingeführt wird. Ebenso ist eine weitere Spreizung der Tarife sinnvoll, Höchstgrenze für eine Stunde jedoch weiterhin € 1,50. Die Stadt lebt von Besuchern, die Innenstadt muss für Autofahrer erreichbar sein und dennoch freien Raum zum Sitzen und Flanieren bieten. Diesen Spagat müssen die Beteiligten meistern!“

