„Platz'scher Garten“ – kommen doch keine Studentenwohnungen?

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Würzburg erleben

26. August 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Neuer Wirbel um das „Wohngebiet Platz’scher Garten“: nur wenige Monate nach dem Bürgerentscheid zur geplanten Blockrandbebauung des Areals St. Benedikt zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Rottendorfer Straße hat der Investor nun Bauanträge zur Umgestaltung der Bestandsgebäude eingereicht.

Doch entgegen der im Wahlkampf zum Bürgerentscheid  versprochenen 120 Studentenzimmer, die „sofort“ angeboten werden könnten, vermutet die Interessengemeinschaft Paradiesgarten (IG) nun Arztpraxen und große Wohnungen mit Dachloggien. Die teils weit über 100 m² großen Wohnungen an der St.-Benedikt-Straße seien zudem so zugeschnitten, dass sie sich kaum für Studenten-WGs eignen dürften. Die IG stützt sich dabei auf die im Internet für alle frei abrufbaren Pläne des vorhabenbezogenen Bebauungsplans: Pläne.

 

Schachzug des Investors?

Nach Meinung der Interessengemeinschaft Paradiesgarten möchte der Investor so einer Entscheidung über die Blockrandbebauung vorgreifen. Noch immer befürchtet die IG, daß mit einer Genehmigung des Neubaus mit rund 100 Eigentumswohnungen nebst Tiefgarage, ein Großteil des bestehenden parkähnlichen Gartens zerstört würde. Derweil läuft für den geplanten Neubau auf dem Areal die zweite öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Gegenüber der ersten Auslegung im vergangenen Jahr seien nur marginale kosmetische Änderungen vorgenommen worden. Wichtige Fragen den Umweltschutz betreffend seien weiterhin ungeklärt, behauptet die Interessengemeinschaft. Noch bis 13. September können Bürger der Stadt schriftlich ihre Einwände gegen das Projekt einbringen. Die Stadt muss anschließend alle Eingaben prüfen, die letztendliche Entscheidung fällt dann der Stadtrat.  
Was ist dran an den Vorwürfen der Interessengemeinschaft „Platz’scher Garten“? Der Investor hat auf unsere Anfrage zu den Vorwürfen wie folgt Stellung genommen:

Im Bestand Mietwohnungen für Studenten

„Die Schweinfurter Firmengruppe Riedel Bau errichtet auf dem Areal „Platz’ scher Garten“ in Würzburg Neubau-Wohnungen in sechs Häusern. Das Bestandsgebäude auf diesem Grundstück, das ehemalige Klostergebäude der Benediktiner, wird erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt. Wie im Vorfeld des Bürgerentscheides im April angekündigt, werden hier unter anderem Mietwohnungen für Studenten entstehen.

Bauanträge in drei Abschnitten

Für das Bestandsgebäude wurden nun die ersten Bauanträge eingereicht um eine neue Nutzung zu ermöglichen. Die Bauanträge werden in drei Abschnitten eingereicht:

 

 Abschnitt 1: Bauantrag wurde durch Riedel Bau eingereicht:

„Nutzungsänderung eines bestehenden Schulungs- und Seminargebäudes mit Appartements zu einem Appartementwohngebäude und Errichtung von Balkonen“

Dieser Gebäudeteil soll rein für Mietwohnungen genutzt werden, die für Studenten geeignet sind. Auf 4 Geschossen werden Wohneinheiten als 1- und 2-Zimmer-Apppartements entstehen.

Abschnitt 2: Bauantrag wurde durch Riedel Bau eingereicht:

„Nutzungsänderung eines bestehenden Schulungs- und Seminargebäudes mit Appartements zu einem Appartementwohngebäude (Boardinghouse) sowie Wohnungen und Arztpraxis“

Der Abschnitt 2 des Bestandsgebäudes verfügt über 6 Geschosse. Im Erdgeschoss ist eine Arztpraxis geplant. In den Obergeschossen entstehen für Studenten geeignete Appartements und Wohnungen. Das System des „Boardinghouse“ wurde hier angedacht, um auch Studenten, die nur ein oder zwei Semester in Würzburg sind, eine Unterkunft anbieten zu können.

Abschnitt 3: Der Bauantrag wurde für diesen Teil des Gebäudes bisher noch nicht gestellt, da das Nutzungskonzept für dieses Gebäude noch nicht abgeschlossen ist.

Verschiedene Möglichkeiten, wie die Nutzung durch eine Schule werden geprüft. Es sind aber auch alternative Nutzungsmöglichkeiten wie Büros, oder Praxen im Gespräch. Auch in diesem Gebäudeabschnitt wird es Mietwohnungen geben.

Besitzverhältnisse

Riedel Bau ist Besitzer des gesamten Objektes „Platzscher Garten“ und damit Vorhabenträger/ Antragsteller der Bauanträge. In Zusammenarbeit mit der Ruppert Projektbau GmbH & Co. KG (Spezialist für Altbauten und Bestandsgebäude) erarbeitet Riedel Bau das neue Nutzungskonzept für das Bestandsgebäude. Es ist angedacht, dass die Ruppert Projektbau nach Abschluss der Planungen das Gebäude übernehmen wird.“

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