DFB zeichnet Würzburger Ausstellung aus

Anzeige

Würzburg erleben

20. September 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

„Kicker, Kämpfer, Legenden?“ Die Ausstellung zu jüdischen Fußballern in Würzburg gewinnt zusammen mit weiteren Projektbausteinen den dritten Platz beim Julius-Hirsch-Preis. Das Gemeinschaftsprojekt von SC Heuchelhof, Röntgen-Gymnasium und Kultur-, Schul- und Sportreferat der Stadt Würzburg überzeugt beim DFB.

Juden im deutschen Fußball

Im Januar fand sie im Rahmen der Fußballstadtmeisterschaft statt, die Ausstellung zu jüdischen Fußballspielern in Deutschland. Hunderte Fußballspieler sahen sie vor, nach oder zwischen ihren sportlichen Einsätzen, ebenso die zahlreichen Besucher und Fans des populären Lokalereignisses. Und nun wird das Konzept auch noch ausgezeichnet und zwar vom DFB.
Als die Stadt Würzburg das Angebot erhielt, die vom Centrum Judaicum konzipierte und von der Evangelischen Versöhnungskirche zur Verfügung gestellte Wanderausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ nach Würzburg zu holen, zögerte sie nicht lange, gemeinsam mit dem SC Heuchelhof ein umfassendes Projekt daraus zu initiieren. Wichtig dabei war: Die Ausstellung sollte zu den Menschen vor Ort gebracht werden. So fand sie ihren Platz bei der Würzburger Stadtmeisterschaft im Hallenfußball der Aktiven, die am 04. und 05. Januar 2013 vom SC Heuchelhof ausgerichtet wurde. Die Banner, die die Bedeutung jüdischer Fußballspieler aufzeigen, wurden in einem weiteren Baustein des Projektes mit Schülern des Röntgen-Gymnasiums um die Darstellung Würzburger Biographien ergänzt und ebenfalls in der S.Oliver Arena gezeigt.

Unter Leitung von Dr. Peter Mierau, Geschichtslehrer am Gymnasium, erarbeiteten Schülerinnen und Schüler mithilfe von Roland Flade von der Mainpost sowie dem Stadt- und Staatsarchiv die Geschichte der Würzburger Sportler und stellten diese auf mehreren Postern dar. Nachdem die Ausstellung die Besucher der Stadtmeisterschaft erreichte, ging sie für einige Wochen an das kooperierende Gymnasium, um dort eine wiederum andere Zielgruppe – Lehrer, Schüler und Eltern – zu begeistern. Mit einer Eröffnungsfeier durch Hans Reinfelder, Rektor der Schule, und dem Kultur-, Schul- und Sportreferenten Muchtar Al Ghusain wurde auch hier die Bedeutung des Themas hervorgehoben. Der Schulreferent freute sich dabei vor allem darüber, dass das Projekt alle seine drei Arbeitsfelder, Kultur, Schule und Sport, vernetzt.

Weitere Projektbausteine

Neben der eigentlichen Ausstellung konnten zwei weitere Bausteine realisiert werden: Zum einen setzten die Finalisten der Stadtmeisterschaft ein klares Zeichen gegen Rassismus, als sie bei den Endspielen mit einem Banner „Kein Platz für Gewalt“ einzogen. Zum anderen konnte an einem Runden Tisch ein Austausch zu den Themen Diskriminierung und Rassismus im Sport stattfinden, an dem sich Vertreter aus Sport, Glaubensgemeinschaften, Politik und Stadtverwaltung begegneten und diskutierten.
Die entstandenen Kooperationen ziehen nach der gemeinsamen Aktion noch ihre Kreise und werden das zukünftig weiterhin tun. So besichtigten die Jugend- und jungen Aktivenmannschaften des SC Heuchelhof das Staatsarchiv, um sich von den Schülerinnen und Schülern des Röntgen Gymnasiums über die Recherchearbeit der Ausstellung aufklären zu lassen. Unter Gleichaltrigen wird so Wissen über die selbst erforschte Geschichte weitergegeben: einen besseren Unterricht kann man sich wohl kaum wünschen!

SC Heuchelhof vielfältig engagiert

Der Mehrspartensportverein SC Heuchelhof ist in Würzburg bekannt dafür, dass Integration neben dem Sport Hauptbestandteil der Arbeit vor Ort ist. Vor allem die Fußballabteilung des Vereins ist über dem Maße sozial engagiert und aktiv, sowohl im Mädchen- und Jungenfußball als auch im Aktivenbereich. So hat der Verein in Kooperation mit dem Lehrstuhl Empirische Bildungsforschung der Universität Würzburg für das Projekt „M4all: Migranten-Mädchen machen mit im Alltagssport“ die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ gewonnen, ist Stützpunktverein „Integration durch Sport“ des DOSB sowie Mitglied im Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des BMFSFJ. Der Verein setzt stark auf Teamarbeit, ist im Stadtteil bestens vernetzt und schließt sich mit anderen Profis und Ehrenamtlichen zusammen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Jeder Person wird die Möglichkeit gegeben, über den Sport Teil der Gemeinschaft zu werden, egal welchen Hintergrund die Menschen mitbringen. Beispielhaft ist hierfür auch das Projekt „Kick It Girls“, bei dem es um Integration von Mädchen durch Einbindung in eine Fußballmannschaft, vor allem über Einrichtung von Sportarbeitsgemeinschaften an Schulen, geht.

4.000€ kommen vor allem der Jugendarbeit zugute

„Wir freuen uns sehr über den Preis, der unsere Arbeit und das gemeinsame Projekt würdigt. Das gibt Ansporn, an dieser Stelle weiterzuarbeiten und die Kooperation zwischen Schule, Verein und Stadt zu diesem Thema weiter auszubauen“, sind sich die Verantwortlichen der drei Partner, Michael Bauer (SC Heuchelhof), Dr. Peter Mierau (Röntgen-Gymnasium) und Senja Töpfer (Kultur-, Schul- und Sportreferat der Stadt) einig. „Unser besonderer Dank gilt der Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, die die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Ohne dieses Kernelement wäre das Projekt nicht ins Rollen gekommen“, ergänzen die Verantwortlichen.

Der mit 4.000€ dotierte Preis wird vor dem WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft am 11. Oktober in Köln vergeben und kommt vorrangig der Jugendarbeit des Vereins zugute. Fünf Vertreter des Kultur-, Schul- und Sportreferates der Stadt, des Vereins und Gymnasiums werden anreisen, um die Auszeichnung entgegen zu nehmen.

Banner2
Topmobile2