SC Heuchelhof erhält Julius Hirsch Preis vom DFB

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Würzburg erleben

11. Oktober 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Der Mehrspartenverein SC Heuchelhof gehört zu den Gewinnern beim Julius Hirsch Preis 2013 und belegt Platz 3. Dies entschied eine Jury unter Leitung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei ihrer Sitzung im Karlsruher Rathaus. Der DFB verleiht den Preis seit 2005 in Erinnerung an Julius Hirsch, einem deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens. In diesem Jahr gingen 127 Bewerbungen ein.

DFB-Präsident Niersbach beeindruckt

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Es ist ein starkes gesellschaftliches Zeichen, dass sich so viele Initiativen aus dem Amateur- und Profibereich mit beeindruckenden Projekten beworben haben. Jedes einzelne Engagement verdient Anerkennung, deshalb stehen die drei Preisträger stellvertretend für alle, die sich mit Überzeugung gegen das Vergessen und für ein tolerantes Miteinander einsetzen.“

SCH veranstaltete das Begleitprogramm

Der Mehrspartenverein SC Heuchelhof aus Würzburg veranstaltete 2012 ein Begleitprogramm zu der Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball“.

Auch BFV-Präsident Dr. Rainer Koch zeigte sich hoch erfreut über die beiden bayerischen Preisträger: „Ich freue mich sehr, dass die Jury den 2. und 3. Preis nach Bayern vergeben hat. Das Engagement des SC Heuchelhof aus Würzburg ist ebenso beeindruckend und beispielgebend wie die prämiierte Choreografie der Ultras Nürnberg und des 1. FC Nürnberg. Beide Aktionen zeigen einmal mehr, dass Fußball viel mehr als eine neunzigminütige Episode ist und Amateur- und Profifußballer sich gleichermaßen ihrer gesellschaftlichen und sozialpolitischen Mitverantwortung im Kampf für ein tolerantes Miteinander der Menschen aller Glaubensrichtungen, Hautfarben und Herkunftsländer bewusst sind.“

Die Preisverleihung fand im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels gegen Irland am 11. Oktober in Köln statt.

Julius Hirsch – Erfolgreicher Nationalspieler & Opfer des Dritten Reichs

Der Preis ist nach dem am 7. April 1892 geborenen Nationalspieler Julius Hirsch benannt, der vor dem ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Fußballern Deutschlands zählte. Als erstem Spieler in der Geschichte des DFB gelang es ihm, mit zwei verschiedenen Vereinen Deutscher Meister zu werden: 1910 mit seinem Heimatverein, dem Karlsruher FV, und 1914 mit der Spielvereinigung Fürth. Bereits im Alter von 18 Jahren debütierte er in der Nationalmannschaft und erzielte 1912 im Länderspiel gegen Holland vier Tore. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm war sein größter internationaler Erfolg. Mit dem Beschluss der süddeutschen Spitzenvereine, ab 1933 alle Mitglieder jüdischer Abstammung auszuschließen, begann der Leidensweg von Julius Hirsch. 1943 wurde er in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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