Braucht Würzburg einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag? Jetzt abstimmen!

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Würzburg erleben

28. Oktober 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Gestern fand der 18. verkaufsoffene Mantelsonntag in Würzburg statt. Fast alle Geschäfte waren für die Kauflustigen geöffnet und boten besondere Angebote zum Shoppen. Warum aber gibt es in Würzburg nur einen verkaufsoffenen Sonntag im Jahr, wo doch gesetzlich vier solcher Tage erlaubt wären? Was spricht für einen zweiten Shopping-Sonntag und was dagegen? Würzburg erleben hat beim Geschäftsführer vom Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e.V. nachgefragt, die einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag anstreben und den Argumenten der „Allianz für den freien Sonntag“ gegenübergestellt.

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Sonntagsumsätze wichtig

Warum wäre ein zweiter verkaufsoffener Sonntag überhaupt erstrebenswert? Wolfgang Weier, Geschäftsführer von „Würzburg macht Spaß“ e.V., teilt mit, dass „Stress und Hektik, die den Einkaufsalltag oft unter der Woche beherrschen“ Pause hätten. Man könne sich für seine Einkäufe die nötige Zeit nehmen. „Das macht sich bei den Umsätzen der Händler positiv bemerkbar: diese sind weitaus höher, als an den meisten anderen Tagen“. Ein verkaufsoffener Sonntag als außergewöhnliches Event mit vielen besonderen Aktionen würde viele Gäste aus dem nahen und fernen Umland in die Stadt ziehen, teilt Wolfgang Weier mit. „Auch Dienstleister und vor allem die Gastronomie werden deutlich mehr frequentiert. Letztendlich kommt eine lebendige Stadt allen zu gute!“

„Du sollst den Tag des Herrn heiligen“

Die „Allianz für den freien Sonntag“ spricht sich gegen eine Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen aus. Die Bedeutung eines Sonntages drücke sich in seiner Beständigkeit für die individuelle Lebensgestaltung aus. „Der Sonntag ist eine frühe soziale Errungenschaft und auch heute als Tag der Ruhe, der Gemeinschaft, der Befreiung von Sachzwängen, Fremdbestimmung und Zeitdruck unverzichtbar“, ist auf der Internetseite der Initiative zu lesen.

Obwohl im diesem Jahr über 100.000 Kauflustige in die Würzburger Innenstadt kamen, weigern sich auch Ladenbesitzer selbst ihr Geschäft an einem Sonntag zu öffnen. Bei Männermode Severin ist ein Schild im Schaufenster (hier zum Facebook-Link) zu sehen. Es trägt die Aufschrift „Sonntag kein Verkauf …denn Gottes Gebot sagt: „Du sollst den Tag des Herrn heiligen“. Wir danken für Ihr Verständnis und heißen Sie ab Montag wieder herzlich willkommen.“

Stadtrat muss entscheiden

Um einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag in Würzburg zu veranstalten, möchte Wolfgang Weier versuchen über Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Stadtmarketings eine Lobby für einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag zu schaffen und dafür Befürworter und Unterstützer zu finden. „Der gesetzliche Rahmen ist vorhanden: in Bayern können in jeder Gemeinde bis zu max. vier verkaufsoffene Sonntag stattfinden. Es bedarf allerdings der Zustimmung des Stadtrats“. Daran scheiterte es auch in Würzburg bisher: Der Stadtrat stimmte einem zweiten Shopping-Sonntag bisher nicht zu.

„Wirtschaftliche Interessen werden absolut gesetzt“

Trotz steigender Verkaufszahlen an diesem Tag, hat die „Allianz für den freien Sonntag“ auch Bündnispartner, wie die Dom- oder Stephansbuchhandlung. Auch der Betriebsrat der Galeria Kaufhof ist eines der Mitglieder. Die Allianz erklärt, dass sich die Neigung die wirtschaftlichen Interessen absolut zu setzen und ihnen alle Dimensionen des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens unterzuordnen inzwischen immer stärker verbreiten würde. „Immer mehr Bereiche werden für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen vereinnahmt“. Diese „Perioden der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ würden stark unter Druck geraten.
Die „Allianz für den freien Sonntag“ fordert deshalb, dass keine weiteren gesetzlichen Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsschutz zugelassen werden dürfen.

Braucht Würzburg einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag?

Das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e.V. hat klare Vorstellungen für den zweiten verkaufsoffenen Sonntag im Frühjar: „Man stelle sich vor: Würzburg versinkt in einem Meer von Blüten und Blumen, alles ist frisch und grün und die Bürger bummeln an einem Sonntag Anfang Mai gut gelaunt bei herrlichem Sonnenschein durch die Stadt, genießen ihr erstes Eis und haben dazu noch die Möglichkeit, an Ihrem freien Tag entspannt und ohne Parkgebühren einzukaufen.“

Braucht es also einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag in Würzburg?

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