Wohnen auf einer Baustelle – Unseriöse Hausverwaltung?
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Würzburg erleben
29. Oktober 2013

Symbolbild Würzburg
Kaum verfügbare Wohnungen und steigende Mieten: Die Wohnungsnot in Würzburg ist gerade zum Semesterstart sehr hoch. In der Not können sich die Studenten „glücklich“ schätzen, die kurzfristig noch eine Wohnung bekommen haben. Jedoch kann im Nachhinein das böse Erwachen folgen: Wohnen in unfertigen Wohnungen, stetige Mietpreiserhöhungen, Beschwerden, die von der Hausverwaltung ignoriert oder unzureichend beantwortet werden. Zwei ehemalige Bewohner eines Wohnhauses in der Grombühlstraße haben sich deshalb verzweifelt an uns gewendet, um auf die dortigen Mängel aufmerksam zu machen – und andere Studis zu warnen!
Waschbecken direkt über dem WC
Die Hausverwaltung, die das Wohnhaus für Kapitalanleger in der Grombühlstraße bewirtschaftet, „vermietet ausschließlich an Studenten, da deren Notlage bei der Wohnungssuche am leichtesten auszunutzen ist“, teilt eine ehemalige Bewohnerin in einer Email an uns mit. Das Geld für einen Anwalt fehle den Studenten, um gegen die Mängel vorzugehen, wenn diese bemerkt werden. Und wenn dann doch einmal jemand auszieht, weil es ihm reiche, dann fände sich schnell ein Nachmieter, da der Wohnraum in Würzburg knapp ist.
Die Zustände im Haus sind anscheinend richtig schlecht: Die ehemalige Mieterin erzählt uns, die neu renovierten „Badezimmer“ wären nicht einmal zwei Quadratmeter groß, das Waschbecken ist direkt über der Toilette und darüber der Spülkasten. Die Duschwanne befindet sich direkt neben und zum Teil unter dem WC. Das zeigt „wie drastisch Platz gespart wird, um möglichst viele Studenten einzupferchen“, erklärt sie. Das Bild sei so dunkel, weil sich die Mieter aus Angst vor der Hausverwaltung nur nachts dort hin schleichen können.
Unerfüllte Versprechen
Ein weiterer Zustand, der den Anwohnern lästig ist, sind die Waschmaschinen, die außer Betrieb sind. Auf Beschwerden der Mieter hin, wurde von der Hausverwaltung angekündigt, dass zum Oktober 2012 drei bis vier Maschinen zur Verfügung stehen sollen. Dies sei allerdings bis heute nicht geschehen, erzählt ein anderer Bewohner. Auch ein versprochener Abstellraum für Fahrräder, der seit Anfang diesen Jahres bestehen sollte, sei bis jetzt nicht realisiert worden.
Angst vor der Hausverwaltung
Ein anderer Bewohner erzählt, dass es im Sommer unangekündigte Bauarbeiten gab, die in den frühen Morgenstunden schon lautstark begonnen haben sollen. In einer Mietminderung sahen die Bewohner den einzigen Ausweg „Druck aufzubauen“. Erst zwei Wochen nachdem das Schreiben zur Mietminderung versendet worden war, soll die Lautstärke „auf erträgliches Maß und Uhrzeit“ zurückgegangen sein. Eine Mietminderung wurde abgelehnt – das offizielle Schreiben der Hausverwaltung liegt uns vor.
Investoren wollen Mietpreiserhöhung
Die Hausverwaltung begründet dies mit einem „massiven Druck der Investoren auf Mietpreiserhöhung“. Mit Verlängerung des Mietvertrages müssten die Bauarbeiten, die mindestens das ganze laufende Semester andauern sollen, akzeptiert und eine Mietminderung ausgeschlossen werden. Außerdem seien die Mietverträge auf ein Jahr befristet, was dem Bewohner suspekt ist, da kein Grund dieser Befristung angegeben sei. Aus Angst vor Kündigung der Wohnung, traut sich aber kaum jemand eine Beschwerde auszusprechen.
Habt auch Ihr solche Erlebnisse mit Vermietern? Schreibt sie uns an: redaktion@wuerzburgerleben.de. Alle Emails werden von uns vertraulich behandelt.

