Was tun wenn's brennt? – die s.Oliver Baskets und die C-Frage
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Würzburg erleben
30. Oktober 2013

Symbolbild Würzburg
Die Bilanz des Basketball Bundesligsten s.Oliver Baskets der laufenden Saison ist bisher katastrophal – 6 Niederlagen aus 6 Spielen. Der Halbfinalist aus der Saison 2011/2012 teilt sich mit dem Team aus Bremerhaven, gegen die es am Samstag in der heimischen s.Oliver Arena geht, den letzten Platz. Nur das Korbverhältnis überlässt den Norddeutschen die rote Lampe der Liga.
Bei sportlich ausbleibendem Erfolg ist es üblich, dass vor allem Medien und Fans, früher oder später, mit der C(oach)-Frage ankommen und selbigen in Frage stellen. Heute gab es vom Geschäftsführer Steffen Liebler eine kurze, aber dafür umso klarere Aussage: „Marcel Schröder wird am Samstag gegen Bremerhaven der Trainer unserer s.Oliver Baskets sein.“
Einigen der Fans, die seit der 3. Niederlage „Schröder raus!“ von den Rängen rufen, wird das nicht gefallen. Obwohl sie einerseits den 1. Sieg der Baskets ersehnen, befürchten diese, dass dadurch die C-Frage nicht gelöst, sondern nur verschoben wird. Zu starke Gegner warten im Anschluss an das Kellerduell, darunter auch Vizemeister Oldenburg und die Tabellenführer des FC Bayern aus München.
Letztlich kann man Schröder nur indirekt einen Vorwurf machen, denn er hat den Kader zusammengestellt und trägt letztlich die sportliche Verantwortung für das Team. Die verlorenen
Fragen wie "Warum sind Spieler demotiviert im Spiel und im Training? - "Warum scheint Boone und Little im Vergleich zu letzten Saison wie ausgewechselt?", "Wieso gibt es so viele leichtsinnige Ballverluste?", "Warum werden einfache Körbe verlegt?" kommen in diesen Zeiten trotzdem zu kurz und viele machen es sich zu einfach, die Lösungen der sportlichen Probleme in einem neuen Coach zu sehen.
Abgesehen von einer weiteren finanziellen Belastung, die ein neuer Coach mit sich bringen würde und die zu Saisonbeginn nicht budgetiert gewesen sein dürfte, bleibt eine äußerst wichtige Frage: : Was passiert denn, wenn auch mit einem neuen Trainer der Erfolg ausbleibt?
Daher ist die Entscheidung der Führungsriege der s.Oliver Baskets, am Samstag an Schröder festzuhalten, vollkommen nachvollziehbar. Die denkbaren Szenerien, wie es danach weitergeht, sind manigfaltig, aber vor Samstag nur spekulativ.
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Würzburgs rasanter Aufstieg
Würzburg war vor zwei Saisons noch damit verwöhnt worden, die damals favorisierten Albatrosse aus Berlin im Viertelfinale zu schlagen. Erst im Halbfinale musst man sich, gecoacht von John "JP" Patrick, gegen Ulm geschlagen geben. Das war die 1. Saison der Baskets in der BEKO BBL, die bis dahin jedes Jahr eine Liga nach oben rückten. Jeder aus der Organisation warnte schon damals davor, aus dem Saisonergebnis, Ansprüche für die folgenden Saisons zu formulieren. Einige könnten heute wohl der Meinung sein, der überraschende Erfolg wäre besser ausgeblieben.
Trotzdem startete man in Würzburg mit einigen Erwartungen in die 2. Bundesligasaison. Zuvor trennte man sich noch kurzerhand, aber einvernehmlich von Coach Patrick. Seinen Assistenztrainer Marcel Schröder, der mit der Mannschaft damals den Aufstieg aus der ProA (2. Liga) in die Beko BBL schaffte, berief man zum Head Coach. Knapp verpasste man die Play-off Teilnahme knapp und durfte sich mit einer ausgeglichenen Bilanz (17 Siege/17 Niederlagen) sowie dem damit verbundenen 9. Platz in der Abschlusstabelle begnügen.
Der Coach blieb über die Sommerpause, aber zahlreiche Spieler wechselten, einige fanden den Weg zurück nach Würzburg, aber man konnte den Eindruck bekommen, dass Schröder ein neues Team formen musste, für dessen Zusammenstellung er – zumindest sportlich – die volle Verantwortung trägt.
Die Vorbereitungsspiele ließen nichts von der bisher erfolglosen Saison ahnen. Viele der Freundschaftsspiele konnte man für sich entscheiden, selbst gegen die übermächtigen Bayern aus München konnte man beim flyeralarm charity cup gewinnen, auch wenn diese ohne die bei der Euro teilnehmenden Spieler in Würzburg aufliefen.
Was zählt, sind allerdings ausschließlich die Punkte in der Bundesliga, die eine Platzierung in der Tabelle ausmachen und am Ende des Tages entscheiden, wer in die Play-offs kommt, wer erstklassig bleibt oder den Wiederaufstieg planen muss.

