Hausverwaltung in der Kritik: "völlig runtergekommene Wohnungen"
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Würzburg erleben
15. November 2013

Symbolbild Würzburg
Nachdem wir auf Wohnungssuche Würzburg Ende Oktober den Artikel „Wohnen auf einer Baustelle – Unseriöse Hausverwaltung?“ veröffentlicht haben, in dem Studenten über Missstände in Wohnungen einer bestimmten Hausverwaltung berichteten, erreichten uns mehrere Mails, in denen ähnliche Zustände geschildert wurden. Die ehemaligen Bewohner wussten sofort um welche Hausverwaltung es sich handelt: Josef Herrler. Es werden „völlig runtergekommene Wohnungen mit Baumängeln, oder Schimmel, die auch nach Beschwerden nicht beseitigt werden“ beschrieben.
Kochen im Schlafzimmer
Eine ehemalige Bewohnerin erzählt uns im persönlichen Gespräch, dass sie aus Verzweiflung auf eine Massenbesichtigung der Hausverwaltung ging, um endlich nicht mehr auf fremden Sofas schlafen zu müssen, da ihr Studium schon begonnen und sie noch keine Bleibe hatte. Bei der Besichtigung wurde mitgeteilt, dass das Haus in der Kettengasse nur zum Übergang zur Verfügung stehe, bis das eigentliche Wohnhaus in Marktbreit fertig renoviert sei. In dieser Übergangszeit wären die Studenten in einer 2er- und einer 6er-WG untergebracht gewesen.
Eine Küche war allerdings dort noch nicht vorhanden. Diese sollte in das Zimmer einer der beiden Studentinnen eingbaut werden, teilt uns die ehemalige Bewohnerin mit. Kochen im Schlafzimmer also.
Dann der nächste Ärger: als die Studentinnen in das Haus zogen war jedoch weder warmes Wasser, noch Gas für die Heizung angestellt. Und das im Herbst.
Auf mehrere Anfragen hin und eine Woche mit kaltem Wasser, sei von der Hausverwaltung ein Handwerker geschickt worden. „Meine Mitbewohnerin und ich haben ihn dann gefragt, ob denn die Heizung in ihrem Zimmer überhaupt gehen würde, da ein Rohr nicht angeschlossen war.“ Und tatsächlich war das Rohr nicht abgedichtet, sodass das Gas nicht aufgedreht werden konnte.
Küche unter dem Holzbett
Auch diese ehemalige Bewohnerin berichtet von unerfüllten Versprechen, wie schon die Studenten in unserem vorhergehenden Artikel: Die versprochene Küche sei erst nach einem Monat, statt nach zwei Wochen eingebaut worden. 295 Euro warm plus Nebenkostenzuschlag hätte jede von ihnen pro Monat für die winzige WG gezahlt, in der 6er-WG wären es sogar 305 Euro gewesen. Dann jedoch kam der Umzug nach Marktbreit. Aber auch hier gab es für die Studentin Missstände: Die kleine Küche war dirket unter ein Holzbett gebaut, das Waschbecken im Badezimmer hätte sich direkt hinter der Türe befunden, sodass diese nicht komplett zu öffnen war, außerdem hätten nicht wie versprochen Waschmaschinen zur Verfügung gestanden.
Die beiden Bewohner schafften es jedoch mit Hilfe von Anwälten und dem Mietverein aus dem eigentlich auf ein Jahr befristeten Mietvertrag innerhalb von drei Monaten herauszukommen. Einer der Studenten hätte daraufhin ein Schreiben erhalten, in dem er zu einer Schadensersatzzahlung von 750 Euro aufgefordert worden sei, da er vorzeitig aus dem Mietverhältnis ausgestiegen sei. Beim Mietverein sei die Hausverwaltung zudem schon bekannt.
„In Japan sind alle Klobrillen beheizt“
Würzburg erleben hat bei der Hausverwaltung nachgefragt und folgende Stellungnahme zu einzelnen Vorwürfen erhalten, die wir in wesentlichen Auszügen veröffentlichen:
Aufgrund der Wünsche der meisten Studenten auf eine eigene Dusche und ein eigenes Waschbecken „bauen wir in jedes WG-Zimmer eine Dusche, WC, Waschbecken und Miniküche ein“, teilt die Hausverwaltung mit. „Der Duschraum kann in manchen Fällen klein werden, so dass das Waschbecken über der Toilette ist, wie ich es bei einer Reise in Tokio gesehen habe. Die Japaner sind bestimmt genauso anspruchsvoll wie die Deutschen: Alle Klobrillen sind beheizt. Die Reinigung des Hinterteils erfolgt mit einen Wasserstrahl – warmes Wasser natürlich“, begründet Josef Herrler den Platzmangel in den Wohnungen gegenüber Würzburg erleben.
Das Abstellen der Heizung wird von der Hausverwaltung mit Umbauarbeiten begründet. Diese würden immer zwei Tage vorher angekündigt werden. Die ehemalige Bewohnerin allerdings erzählte uns, dass sie nichts darüber wusste. Herrler schreibt zu dem Vorfall: „Wenn jemand etwas anderes behauptet, soll er es beweisen!“
Beweisen kann es im Nachhinein keiner der vier Studierenden mehr. Sie wandten sich an uns, um vor allem Erstsemester vor dieser Hausverwaltung zu warnen und teilten uns alle mit, dass sie sehr froh darüber sind nicht mehr auf einer Baustelle wohnen zu müssen.
Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? Schreibt sie uns: redaktion@wuerzburgerleben.de

