Ab ins Weltall: Uni-Satellit startet ohne Probleme

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Würzburg erleben

21. November 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

UWE-3 FlugmodellUWE-3, die mittlerweile dritte Generation des Universität-Würzburg-Experimentalsatelliten, ist heute Morgen planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof in Yasny aus ins Weltall gestartet. Wenige Stunden nach dem Start hat UWE bereits erste Funksignale von seiner Umlaufbahn zur Erde geschickt.

Um 8:10 Uhr heute Morgen war es soweit: Eine russische Dnepr-Rakete zündete im Weltraumbahnhof Yasny ihre Triebwerke und hob ab. Mit an Bord hatte sie insgesamt 32, meist kleine Satelliten – darunter den Experimentalsatelliten der Universität Würzburg UWE-3. Ihr Ziel: eine Umlaufbahn um die Erde in Höhe von rund 600 Kilometern.

Bereits kurze Zeit nach dem Start erreichte die Rakete diese Höhe und setzte dort ihre Last aus. Und schon um 10 Uhr empfing die Bodenstation am Hubland-Campus der Universität die ersten Lebenszeichen von UWE-3. Danach war klar: Alle wichtigen Systeme sind funktionstüchtig, die Batterien laden sich auf, UWE kann seine Arbeit wie geplant aufnehmen.

UWE-3 – ein Würfel von zehn Zentimetern Kantenlänge

UWE-3, ein Würfel mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern und einer Masse von gut einem Kilogramm, ist eine Entwicklung Würzburger Studierender, die zum Großteil in dem internationalen Studiengang „Space Master“ eingeschrieben sind. Unter der Leitung von Professor Klaus Schilling, Inhaber des Lehrstuhls „Informatik 7: Robotik und Telematik“, haben sie den Kleinst-Satelliten entwickelt.

Vor allem zwei wissenschaftliche Ziele verfolgen die Konstrukteure von UWE-3 mit dessen Einsatz im Orbit: UWE-3 soll dort die Fähigkeiten einer effektiven Lage-Kontrolle für sogenannte Pico-Satelliten demonstrieren. „Wir wollen damit zeigen, dass es möglich ist, ein effizientes Lageregelungssystem auch für Kleinstsatelliten zu realisieren“, sagt Klaus Schilling. UWE-3 beherrscht die Technik, einfache Lageregelungen durchzuführen: Er kann sich beispielsweise für Beobachtungszwecke in eine vorgegebene Richtung drehen. Möglich macht dies eine Wechselwirkung von Magnetfeldspulen an Bord mit dem Erdmagnetfeld, kombiniert mit einem Schwungrad, das eine Drehung in eine vorgegebene Richtung durchgeführt.

Darüber hinaus steht UMW-3 für ein flexibles, modulares Satellitensystem-Design, das einfache Änderungen und Anpassungen der einzelnen Komponenten und Untersysteme ermöglicht. „Dieses modulare Satellitendesign erlaubt es beispielsweise, einzelne Bausteinkomponenten zu den Subsystemen Datenverarbeitung, Stromversorgung oder Datenübertragung ganz nach Wunsch und Bedarf anzupassen“, sagt Schilling.

Launch Party auf dem Campus

Rund 100 Gäste hatten sich heute Morgen zur „Launch Party“ in der Robotikhalle auf dem Universitätscampus eingefunden, um von dort aus die Live-Übertragung des Raketenstarts zu beobachten. Unter den Ehrengästen waren Unipräsident Alfred Forchel, Unikanzler Uwe Klug, der Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal und Vertreter des Wissenschaftsministeriums. Auch von Seiten der Medien war das Interesse an dem Ereignis groß – sowohl Fernsehen als auch Radio und Print waren anwesend.

„Heute Morgen war die Anspannung ziemlich groß, genaue „Heute Morgen war die Anspannung ziemlich groß, genauso groß ist jetzt die Erleichterung“, sagte Klaus Schilling, nachdem aus Russland die Meldung eingetroffen war, dass die Rakete die Satelliten ordnungsgemäß im Orbit ausgesetzt hat. „Damit liegen die kritischen Phasen hinter uns“, so Schilling.

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