Nach Widerstand und massiven Beleidigungen: In Arrestzelle Feuer gelegt

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1. Dezember 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Nach einem Zechbetrug sowie massiven Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegen Polizeibeamte ist am Samstagabend ein 32-Jähriger zur Ausnüchterung in einer Zelle der Haßfurter Polizei eingeliefert worden. Dort zündete der Mann einige Zeit später eine Decke an. Die Rauchentwicklung war so stark, dass es den Beamten erst unter Einsatz einer Gasmaske gelang, den Mann aus der Zelle zu befreien. Ein Polizist und der Beschuldigte erlitten Rauchgasvergiftungen. Beide wurden zur Behandlung in das Haßfurter Krankenhaus eingeliefert. Wie hoch der Sachschaden in den Räumen der Polizeiinspektion Haßfurt ist, steht momentan noch nicht fest. Die weiteren Ermittlungen führt jetzt die Kriminalpolizei Schweinfurt.

Polizist ins Gesicht gespuckt

Kurz nach 22:00 Uhr war in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eine Mitteilung über eine angebliche Schlägerei in einer Gaststätte am Ziegelbrunn eingegangen. Daraufhin machten sich gleich drei Streifenbesatzungen von der nahe gelegenen Dienststelle der Haßfurter Polizei auf den Weg. Als die Beamten eintrafen, ergriff der 32-Jährige in Richtung Stadtmitte die Flucht, wo er kurz danach von den Beamten gestellt wurde.

FeuerwehrDer Mann verweigerte sofort jegliche Personalien und sollte deshalb nach Ausweispapieren durchsucht werden. Dabei leistete er erstmals Widerstand und beleidigte die eingesetzten Polizisten. Ihnen blieb keine andere Wahl, als dem 32-Jährigen aufgrund seines renitenten Verhaltens Handfesseln anzulegen. Im Dienstauto versuchte der Beschuldigte mehrfach mit den Füßen die Rückenlehne des Fahrzeugs zu beschädigen. Einem der Beamten spuckte er ins Gesicht. In der Dienststelle angekommen, sprach er massive Drohungen aus und setzte seine Beleidigungen fort.

Rechnung nicht bezahlt

Mittlerweile war bekannt geworden, dass der 32-Jährige in der Gaststätte eine Zeche in Höhe von 30 Euro nicht bezahlt hatte und dann verschwand. Die zunächst eingegangene Mitteilung über eine Schlägerei hatte sich nicht bestätigt. Da der Mann aus Haßfurt unter Alkoholeinfluss stand, sollte er dann in einer Arrestzelle der Haßfurter Polizei ausgenüchtert werden.

Während bei ersten Kontrollen in der Folgezeit in der Zelle nichts Verdächtiges festzustellen war, wurde gegen 23:00 Uhr einer der Beamten auf Brandgeruch im Flur des Dienstgebäudes aufmerksam. Als dann die äußere Türe zur Zelle geöffnet wurde, schlug den Polizisten bereits dicker, schwarzer Rauch entgegen, der es unmöglich machte, die Zelle zu betreten. Erst nach dem Anlegen einer Gasmaske konnte einer der Polizisten die Zelle öffnen und mit Hilfe seiner Kollegen den Mann herausholen. Trotz der Rauchgasvergiftung, die sich der Mann zugezogen hatte, setzte er in der Wache seine Beleidigungen gegen die Polizisten fort.

Feuerwehr- und Rettungsdienstaufgebot

Die Haßfurter Feuerwehr war in kürzester Zeit mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Die Decke, die der 32-Jährige allem Anschein nach angezündet hatte, war dann schnell gelöscht. In der Folge bestand die Hauptaufgabe der Feuerwehr darin, das Dienstgebäude der Polizei zu lüften, wo der Rauch bereits in mehrere Zimmer gezogen war. Über den angerichteten Sachschaden lässt sich momentan noch nichts Konkretes sagen.

Der Beschuldigte wurde vor Ort von einem Arzt versorgt und dann vom Rettungsdienst, der ebenfalls mit einem größeren Aufgebot vor Ort war, in das Haßfurter Krankenhaus eingeliefert, wo er erneut anfing zu randalieren. Der 32-Jährige steht in der Klinik unter polizeilicher Bewachung.

Ermittlungen wegen mehreren Straftaten

Auch einer der Beamten hatte sich offensichtlich eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Er kam ebenfalls in das Krankenhaus, das er aber nach erfolgter Behandlung wieder verlassen konnte.

Gegen den 32-Jährigen laufen jetzt Ermittlungen u.a. wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Bedrohung, Zechbetrugs und Brandstiftung. Bei dem Beschuldigten wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bamberg eine Blutentnahme durchgeführt. Geplant ist jetzt, den Mann zur Prüfung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter vorzuführen.

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