"Würzburg zeigt Schleife": Welt-Aids-Tag am 01.12.13
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Würzburg erleben
1. Dezember 2013

Symbolbild Würzburg
Der Welt-Aids-Tag am 1.12. erinnert uns seit 1988 alljährlich an eine Infektion, von der weltweit ca. 36 Millionen betroffen sind, in Deutschland leben ca. 78.000 Menschen mit dem HI-Virus.
Ein Symbol der Solidarität
Die gute Behandelbarkeit und die im weltweiten Vergleich ’niedrigen‘ Infektionszahlen lassen dieses Thema jedoch immer mehr an Aufmerksamkeit verlieren. Während bis 1996 die Krankheit viele Todesopfer forderte, ist sie seither durch den Einsatz der neu entwickelten Therapie gut behandelbar, aber nicht heilbar. Der wissenschaftliche Fortschritt und die medizinische Versorgung ermöglichen heute ein langes „positives“ Leben. Was dagegen Betroffene noch immer belastet, ist die Angst vor Ausgrenzung und Stigmatisierung. Viele verschweigen deshalb ihre Infektion, leiden unter dem Versteckspiel, fühlen sich einsam und isoliert.
Die rote Schleife ist das Symbol für Solidarität mit HIV-positiven und aids-kranken Menschen. Wer sie trägt, setzt ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung, teilt AIDS-Beratung Würzburg mit.
Das Aktionsbündnis „Würzburg zeigt Schleife“ installiert zum dritten Mal auf dem Schlossberg unterhalb der Festung eine 100 m lange rote Schleife aus Stoff. Am Abend des 1.12. wird die Schleife angeleuchtet und ist so ein deutlich sichtbares Zeichen, das dazu auffordert, unbefangen mit HIV-positiven Menschen umzugehen.
Zahlen der HIV-Infektionen in Unterfranken
Nach vorsichtigen Schätzungen haben sich 2013 wie auch in den Jahren zuvor 30 – 35 Personen in Unterfranken neu mit dem HI-Virus infiziert.
Im Laufe des Jahres 2013 haben sich 35 neue Klienten an die Aids-Beratungsstelle gewandt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr bedeutet dies eine deutliche Steigerung. Allerdings lässt sich daraus kein Trend ablesen, da die Zahlen für statistische Trendermittlung zu gering sind. In den letzten fünf Jahren schwankten die Zahlen zwischen 18 und 34 neuen Anmeldungen. Einige der ‚neuen‘ Klienten leben schon viele Jahre mit dem Virus, wurden aber erst in diesem Jahr diagnostiziert.
In Unterfranken leben mit ca. 780 HIV-Infizierten mehr Menschen mit HIV als je zuvor. Aufgrund der ländlichen Struktur Unterfrankens wohnen hier deutlich weniger Infizierte als in den städtischen Regionen. Schätzungsweise 130 Menschen von den 780 wissen noch nichts von Ihrer Infektion, so die AIDS-Beratung.
Drei Todesfälle in Unterfranken in diesem Jahr
2012 verstarben in Unterfranken zwei Menschen an AIDS, in diesem Jahr waren es bisher drei Todesfälle.
Das Leben mit der Infektion ist auch 30 Jahre nach Beginn der Epidemie vielschichtig. In der Beratung geht es darum, diese Komplexität für den Einzelnen zu verringern und den Ratsuchenden auf seinem Weg zu einem lebenswerten Leben zu begleiten. Neben der unmittelbaren Krankheitsbewältigung nach dem Schock der Diagnose spielt die Frage „Wem erzähle ich von meiner Infektion?“ bei fast allen Ratsuchenden eine zentrale Rolle. Auch die Angst vor unangemessenen Reaktionen aus dem beruflichen und privaten Umfeld ist bei den meisten Klienten/Innen immer wieder Thema der Beratungsgespräche. Etwa ein Drittel der HIV-positiven Menschen ist über vierzig Jahre alt, 15 Prozent sind älter als fünfzig. Das Thema „Alt werden mit HIV“ taucht daher in den Beratungsgespräch immer häufiger auf, teilt die AIDS-Beratung Unterfranken mit.

