2,5 Mio. Euro: Würzburger Forscher holt „deutschen Nobelpreis“

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Würzburg erleben

6. Dezember 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Mit einer Dotierung von bis zu 2,5 Millionen Euro gilt er als eine Art deutscher Nobelpreis: der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Heute wurden die Preisträger bekannt gegeben; unter ihnen ist – als einziger aus Bayern – auch ein Physiker der Universität Würzburg.

Mit 2,5 Mio. Euro dotiert

Die Nachricht hat sich im Physikalischen Institut wie ein Lauffeuer verbreitet: Professor Laurens Molenkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III, bekommt einen der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Auszeichnung ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Wegen der hohen Preissumme und des großen Renommees gelten die Leibniz-Preise auch als „deutsche Nobelpreise“.

„Ich freue mich sehr, dass die DFG meine Arbeit nun auch mit einem Preis würdigt. Der Leibniz-Preis ist schon eine große Auszeichnung“, so Professor Molenkamp. Mit dem Preisgeld kann der Würzburger Physiker nun seine bereits vielfach ausgezeichnete Forschung weiter vorantreiben.

Laurens Molenkamp (57) gilt als einer der Väter der Halbleiter-Spintronik. Von dieser Technik wird erwartet, dass sie die Informationsverarbeitung und die Computertechnik noch deutlich leistungsfähiger machen wird. Der Physiker war der weltweit erste Forscher, dem die experimentelle Realisierung von topologischen Isolatoren gelang. Seitdem wird über diese neuartige Materialklasse intensiv geforscht, denn sie dürfte für weitere Fortschritte in der Spintronik wesentlich sein: Mit topologischen Isolatoren sollten sich in der Zukunft noch kleinere und leistungsfähigere Computerchips bauen lassen.

Seit 1999 in Würzburg

Laurens Molenkamp, 1956 in Garrelsweer in den Niederlanden geboren, hat Physikalische Chemie an der Universität von Groningen studiert. Nach seiner Promotion arbeitete er zehn Jahre im Forschungslabor der Firma Philips in Eindhoven. Dort begann er seine Arbeiten zum Quantentransport in Halbleiter-Nanostrukturen, die er bis heute fortgeführt hat. 1994 wechselte Molenkamp als Professor an die RWTH Aachen. 1999 übernahm er dann den Lehrstuhl für Experimentelle Physik III an der Universität Würzburg und die Leitung des hiesigen Labors für Molekularstrahlepitaxie.

Für seine Spitzenforschung über topologische Isolatoren hat er mehrere international renommierte Preise erhalten, darunter den Europhysics Prize 2010, den Oliver-Buckley-Preis der American Physical Society 2012 und den Physics Frontiers Prize 2013.
Fakten zum Leibniz-Preis

Den Leibniz-Preis der DFG wird Molenkamp am 12. März 2014 in Berlin überreicht bekommen. Für 2014 hat die DFG aus 129 Vorschlägen insgesamt elf Leibniz-Preisträger ausgewählt. Molenkamp ist der einzige Preisträger aus Bayern.

Mit dem Leibniz-Preis zeichnet die DFG qualitativ herausragende Forscher aus, die – gemessen am Stadium ihres wissenschaftlichen Werdegangs – schon frühzeitig exzellente Leistungen in ihren Forschungsgebieten gebracht haben und von denen zu erwarten ist, dass sie durch weitere Spitzenleistungen die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen werden.

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