Infrastruktur im Fokus: IHK-Vollversammlung tagte in Würzburg

Anzeige

Würzburg erleben

6. Dezember 2013

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Die diesjährige Jahresabschlussvollversammlung der mainfränkischen IHK fand gestern in Würzburg statt. Im Mittelpunkt des regionalen Unternehmerparlaments stand zum Jahresende nochmals das Thema „Infrastruktur – Wege für morgen“.

Zur Infrastrukturausstattung in der Region sprach Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer vor dem Parlament der mainfränkischen Wirtschaft. In seinem Vortrag mit dem Titel „Ausbau der Infrastruktur – Wege für eine erfolgreiche Zukunft“ analysierte er Stärken und künftige Handlungsfelder für die unterfränkische Infrastrukturentwicklung.

Überregionale Lagegunst

Zu den Vorteilen Mainfrankens zählt der Regierungspräsident die überregionale Lagegunst. „Bayerns deutsche Mitte“ laute das Alleinstellungsmerkmal der Region: administrative Zugehörigkeit zum Freistaat Bayern – „weltweit eine positiv besetzte Marke“ – bei gleichzeitig zentraler Lage mit optimaler Erreichbarkeit in Europa, so Beinhofer. Entscheidend sei die hohe Verbindungs- und Netzqualität von und nach Mainfranken in und aus Richtung der Wirtschaftszentren. Grundlage hierfür sei die Lage Mainfrankens an fünf Autobahnen, der Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn, der Main als europäische und Bundeswasserstraße sowie die Nähe zu den großen Verdichtungsräumen, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet.

Weitere Vorteile seien laut Beinhofer die Vielfalt der gewerblichen Wirtschaft sowie deren Vernetzung mit der Wissensinfrastruktur in der Universität Würzburg, der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und drei regionalen Forschungszentren. „Verknüpft mit dem Standortvorteil der hohen Wohn- und Lebensqualität sind wir ländlicher Raum im positiven Sinne.“, so der Regierungspräsident.

Standortfaktoren müssen gesichert werden

Diese Standortfaktoren müssen langfristig gesichert werden, forderte Beinhofer. Dem Straßen- und Schienennetz käme hier eine Schlüsselrolle zu. Beinhofer ging insbesondere auf den sechsspurigen Ausbau der A 3, die B 26n sowie den Schwarzkopftunnel und den Würzburger Hauptbahnhof ein. Eine Verzögerung der Modernisierung des Hauptbahnhofes bis nach der Landesgartenschau 2018, bezeichnete Beinhofer als „nicht hinnehmbar. Der Würzburger Hauptbahnhof muss dringend zeitnah modernisiert werden.“

Neben der Verkehrs- und Schieneninfrastruktur nannte Beinhofer als drittes zentrales Element die Breitbandversorgung. Hierbei werde auch Mainfranken von dem neuen staatlichen Förderprogramm beim Breitbandausbau profitieren. Abschließend ging er noch auf die Herausforderungen des demografischen Wandels ein, der die Auslastung der Infrastrukturen – etwa im Bildungs- und Versorgungsbereich – erheblich beeinflussen werde.

Als weitere Referentin zog Åsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH, eine Leistungsbilanz der Arbeit der Regionalmarketinggesellschaft für die letzten drei Jahre.

Resolutionen verabschiedet

Die IHK-Vollversammlung verabschiedete neben einem Grundsatzpapier zum Infrastrukturausbau in Mainfranken auch eine Resolution der IHK-Organisation zur Energiewende. Mit dem Papier unterstützt die IHK Würzburg-Schweinfurt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung zunehmend auf regenerative Quellen umzustellen und sich damit auch von der Entwicklung der Rohstoffmärkte unabhängiger zu machen. Zu den Kernforderungen der Resolution gehört die Anpassung der Netzinfrastruktur an die volatile Stromeinspeisung. Damit die Unternehmen am Standort wettbewerbsfähig bleiben, müssen allerdings laut IHK neben der Sicherung der Versorgungsstabilität auch die Kosten der Energiewende reduziert werden. Die Wirtschaftskammer verlangt daher eine Fortsetzung der Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen mit einer mittelstandsfreundlichen Ausgestaltung, keine zusätzlichen Umlagen und eine Senkung der Stromsteuer.

Außerdem fordert die Resolution, dass die Erneuerbaren Energien langfristig marktfähig werden müssen. Der vollständige Wortlaut der Forderungen ist auf der Homepage der IHK veröffentlicht.Darüber hinaus verabschiedete die Vollversammlung die wirtschaftspolitischen Positionen und die europapolitischen Positionen der IHK-Organisation für das Jahr 2014, die ebenfalls auf der IHK-Homepage veröffentlicht sind.

Banner2
Topmobile2