Studierendenvertretung verurteilt Kooperation mit saudischer Universität
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Würzburg erleben
9. Dezember 2013

Symbolbild Würzburg
Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Julius-Maximilians-Universität Würzburg eine Kooperationsvereinbarung mit der King Saud University eingegangen ist. Inhalt dieser Vereinbarung ist ein Austausch von Studierenden und Promovierenden und die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Nanotechnologie.
Scharfe Kritik des Sprecher- und Sprecherinnenrats
Jana Englmeier, studentische Senatorin und Mitglied im Sprecher- und Sprecherinnenrat der Universität Würzburg, erklärt dazu: „Bei der in Saudi-Arabien herrschenden Situation für Frauen wird wohl niemand auch nur auf die Idee kommen, eine Studentin oder Doktorandin dorthin zu schicken.“ Englmeier verweist auf das Verbot des Führens eines Autos für Frauen und die strikte Trennung der Geschlechter in allen Bereichen. „Frauen sind in Saudi-Arabien nicht einmal geschäftsfähig. Ich könnte mir dort nichts zu essen kaufen ohne die Zustimmung meines männlichen Vormunds!“, führt sie als Kritik an.
Reaktion der Universitätsleitung ernüchternd
Bei einem Treffen des Sprecher- und Sprecherinnenrats mit der Universitätsleitung erklärte diese, man hoffe durch den Austausch junger Leute die westlichen Moralvorstellungen, Rechtsstaatlichkeit, Gleichstellung und Demokratie exportieren zu können. Daniel Janke, Vorsitzender des Sprecher- und Sprecherinnenrats, entgegnet: „Durch den Austausch einiger Studierender und Promovierender werden wir in Saudi-Arabien nicht die Demokratie durchsetzen.“ Er fordert die Universitätsleitung auf, die Vereinbarung um eine explizite Formulierung zur Frauenförderung zu ergänzen. „Die Grundfrage lautet doch: Wollen wir eine Kooperation mit einer Universität eines Landes das fundamentale Menschenrechte missachtet?“. Er stellt die Kooperation grundsätzlich in Frage und verweist auf die fehlende Trennung von Kirche und Staat sowie die absolutistische Herrschaft des Königs, der alle Gesetzte beliebige erlassen, ändern und aufheben kann.
(Autor: Daniel Janke)

