Tonia Reeh in der Kellerperle
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Würzburg erleben
9. Januar 2014

Symbolbild Würzburg

Klavier und Geschrei
Seitdem Reeh wieder unter ihrem bürgerlichen Namen musiziert, räumt sie statt des Berliner Undergrounds lieber ihren eigenen Gefühlshaushalt auf. Mit Gesang und Klavier statt Geschrei und Verzerrer. Als kompletten Neustart möchte die Künstlerin ihr zweites Album unter dem „Tonia Reeh“-Banner aber trotzdem nicht verstanden wissen: „Die Intention ist bei Tonia Reeh eine ähnliche wie bei Monotekktoni, nur eben mit anderen Mitteln umgesetzt. Es geht ganz nach unten in die Untiefen des Charakters, der finsteren Gedanken und der großen Traurigkeit. Und das setze ich jetzt halt ohne technisches Gedöns um.“
Reeh Tochter zweier Opernsänger
Die Musik dazu sollte dieses Mal ganz nach ihr selbst klingen, so die klassisch ausgebildete Pianistin und Sängerin, die im Klavierspiel ihr neues Ventil entdeckt hat. „Ich habe auch die Schnauze voll davon gehabt, abhängig von Maschinen zu sein. Ich kann jetzt ganz direkt mit der Musik arbeiten.“ erklärt sie den musikalischen Richtungswechsel, oder sollte man besser von musikalischer Rückbesinnung sprechen? Immerhin ist die Sängerin mit der opulenten Stimme die Tochter zweier Opernsänger. „Ja, meine Eltern sind beide Opernsänger. Sie wünschten sich, dass ich auch Opernsängerin werden soll.“ Während andere ein befindlichkeitsfixiertes Statusupdate nach dem anderen durch die sozialen Netzwerke jagen, vertont die scheue Musikerin ihre privatistische Weltsicht lieber auf dem Klavier. „Boykiller“ hieß das kraftvolle Experiment, das 2011 auf dem Hamburger Label Clouds Hill veröffentlicht wurde und die eigenwillige Musikerin von einer bis dato unbekannten, verletzlicheren Seite zeigte. Am 17.01 spielt sie in der Würzburger Kellerperle eines ihrer undergroundigen Livekonzerte. Einlass ist um 19.30 Uhr, Beginn des Konzerts um 20.30 Uhr.
Tickets: VVK u.a. in der Kellerperle, Cairo, H2O, Herr Pfeffer, Musikbutik, Zeychen und Wunder sowie B-Hof

