Milchladenbetreiber wehrt sich gegen Antisemitismusvorwürfe

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12. Januar 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Der Betreiber des „Milchladens“ Zellerau, Martin Dobat, wehrt sich gegen die ihn betreffenden Antisemitismusvorwürfe. „Ich bin kein Antisemit“, sagt Dobat in einem Brief an unsere Redaktion. Vorausgegangen war vergangene Woche ein neues Statement im Schaufenster des Milchladens mit der Aufschrift „Wir lieben alle Menschen, ganz besonders die Juden“. (wir berichteten)

Martin Dobat: „Ich werde von vielen als Nazi verunglimpft“

Schon im Juli war der Suchttherapeut Martin Dobat in heftige Kritik geraten. (wir berichteten) Er hatte einen Vortrag gehalten, der in Auszügen nach wie vor im Internet zu hören ist (Link). Hier spricht er über “Die biblische Wahrheit, die die Juden nicht hören wollen! Ist der Holocaust schon zu Ende? Gott wartet auf die Umkehr seines Volkes“. Diese Aussagen befinden sich nach wie vor auf seiner Website. Seitdem habe er durch seine „Offenheit“ sehr viel verloren, werde von vielen als Nazi verunglimpft. „Ich kann ihnen versichern, dass ich noch nie ein Antisemit war und mit Sicherheit auch nie sein werde“, schreibt er.

Neue Botschaft sei innere Geisteshaltung

Auch seine neue Botschaft „Wir lieben alle Menschen, ganz besonders die Juden“ sorgte für Diskussionen. Handelt es sich dabei um Ironie, oder um eine Versöhnungsbotschaft? „Weder noch, es ist eine innere Geisteshaltung“, behauptet Dobat. „Nach den Ereignissen und der Berichterstattung in den Medien, war es uns wichtig, ein ganz besonderes  und klares Statement zu geben. Die Juden werden in der Bibel als sein Eigentumsvolk beschrieben, auch das ist eine besondere Heraushebung. Als jemand der ein Kind Gottes ist sind wir quasi Geschwister mit den Juden, auch eine besondere Heraushebung“, erläutert er auf Nachfrage der Redaktion.

 

Viele jüdische Gäste im Milchladen

Martin Dobat bezeichnet sich selbst als ein „Freund der Juden“. Er habe in den letzten Jahren viele persönliche Kontakte zu jüdischen Mitbürgern aufgenommen und sie kostenlos im Café Milchladen bewirtet. „Die Bibel sagt, dass die Juden das Eigentumsvolk Gottes sind. Und diesen Gott liebe ich. Da die Juden quasi meine Geschwister sind, werde ich ihnen weiter in Liebe die biblische Wahrheit sagen, damit auch sie gerettet werden können.“

Von öffentlichen Jobs zurückgetreten

Bereits im August erklärte Dobat nach der Berichterstattung unseres Portals seinen sofortigen Rücktritt als Mitglied des Jugendhilfeausschusses. Auch seine Fortbildungstätigkeit bei der Stadt Würzburg gab nach öffentlichem Druck er auf.

Seht hier die vorangegangene Diskussion:

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