Im Nachtzug: Handtaschenräuber zieht Messer

Anzeige

Würzburg erleben

4. Februar 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

UFFENHEIM. Am Montag in den frühen Morgenstunden hatte ein tunesischer Staatsangehöriger Bargeld einer schlafenden Zugreisenden gestohlen. Nach der Entdeckung schlug er auf die Frau ein, bedrohte einen Mitfahrer mit einem Messer und flüchtete nach eingeleiteter Notbremsung aus dem Zug. Erst in Würzburg konnte er festgenommen werden.

Bei Flucht Messer gezogen

In der Nacht von Sonntag auf Montag war eine 33-Jährige zusammen mit einem männlichen Begleiter im Nachtzug Berlin-München unterwegs. Gegen 04:45 Uhr wachte die Frau auf, als sie bemerkte, dass sich ein Mann an ihrer Handtasche zu schaffen machte. Sie verfolgte daraufhin den Unbekannten. Dieser fackelte nicht lange und schlug zwei mal auf die Frau ein. Der 21-jährige Begleiter der Bestohlenen wurde auf die Schreie aufmerksam und ging auf den Dieb zu und wollte ihn festhalten. Dieser riss sich allerdings los und zog nach den ersten Angaben ein Messer. Anschließend brachte er den Zug durch Betätigung der Notbremse zum Stehen. Er flüchtete im Bereich Uffenheim aus dem Zug. Die Frau konnte dann feststellen, dass Bargeld aus ihrer Handtasche fehlte.

Gefälschte Papiere

Der Beschuldigte bestieg inzwischen am Bahnhof Uffenheim eine Regionalbahn in Richtung Würzburg. Dort ging er auf den Schaffner zu und wollte eine Fahrkarte kaufen. Der Bahnangestellte sprach daraufhin eine mitfahrende uniformierte Beamtin der Bereitschaftspolizei Würzburg an, um die Kontrolle des Mannes zu unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt war der vorangegangene Sachverhalt im Nachtzug den Beteiligten noch nicht bekannt. Der jungen Polizistin fielen Fälschungsmerkmale beim vorgelegten Dokument auf, weshalb die Bundespolizeiinspektion Würzburg verständigt wurde. Geplant war eine Übergabe des Mannes am Hauptbahnhof Würzburg.

Diensthundeführerin findet den Flüchtigen

Nach der Einfahrt des Zuges in Würzburg erkannte der Mann anscheinend seine letzte Fluchtmöglichkeit und spurtete über die Gleise los. Letztendlich konnte er kurz vor 07:30 Uhr von einer Diensthundeführerin der Bundespolizeiinspektion Würzburg festgenommen werden.

Mit Einreiseverbot belegt

Erst in der Folge wurde den Beamten der Bundespolizei das Raubdelikt im Nachtzug bekannt. Als schwierig stellte sich dann noch die Feststellung der wahren Identität des Mannes heraus. Letztendlich konnte jedoch ermittelt werden, dass der Tunesier mit einem Einreiseverbot in das Schengengebiet belegt ist. Der 47-Jährige muss sich nun wegen einer ganzen Reihe von Delikten wie Räuberischen Diebstahls, Bedrohung, Gefährdung des Bahnverkehrs, einer Urkundenfälschung und ausländerrechtlicher Delikte verantworten. Die Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizei in Würzburg übernommen. Von der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde eine Vorführung beim Ermittlungsrichter angeordnet, welche am Dienstagnachmittag anberaumt ist.

 

Banner2
Topmobile2