Kolleg: Karlsbilder in Kunst, Literatur und Wissenschaft
Anzeige
Würzburg erleben
6. Februar 2014

Symbolbild Würzburg
Wie kann Karl der Große als Vorbild für aktuelle Fragen dienen? Ein Kolleg der philosophischen Fakultät der Uni Würzburg widmet sich dieser und weiterer Themenstellungen rund um den König. Der Mittelalterhistoriker Johannes Fried aus Frankfurt am Main widmet sich in einem Vortrag der Aktualität Karl des Großen.
Historische Wandelbarkeit
Es gehört zu den Grundeinsichten moderner mediävistischer Forschung, dass mittelalterliche Historiographie, erst recht aber Bildkunst, Musiktheater und Literatur historische Personen und Ereignisse kaum je einmal in ihrer unverwechselbaren Einmaligkeit und Individualität erfassen wollten; diese wurden vielmehr als Projektionsfläche zur Verhandlung aktueller Konzepte und Probleme genutzt. Beispiel für die Transformation einer historischen Person in einen Typus, der für verschiedene Zwecke instrumentalisiert werden konnte, ist der schon von Zeitgenossen als „Vater Europas“ titulierte Karl der Große, dessen Todestag am 28. Januar 2014 sich zum 1200. Male jährt.
Karlsfigur in jeweiligem Kontext
Das Colloquium nimmt dieses bedeutende Datum zum Anlass, um nach Rezeption, Zitation und Transformation der Gestalt Karls des Großen in historischen, literarischen und musikgeschichtlichen Quellen sowie in Bildzeugnissen des Mittelalters und der Neuzeit zu fragen. In vier chronologischen Querschnitten wird untersucht, wie die Karlsfigur im jeweiligen Kontext modelliert und als Kronzeuge für aktuelle Fragen fruchtbar gemacht werden konnte. Sie ist damit zugleich ein anschauliches Beispiel für jene „Arbeit am Mythos“ (Hans Blumenberg), die einen wesentlichen Bestandteil europäischer Kultur- und Geistesgeschichte ausmacht.
Start der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr im Auditorium Maximum der Neuen Universität am Sanderring.


