Mehr tatverdächtige Osteuropäer in Würzburg und Umgebung

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Würzburg erleben

6. Februar 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Es sind die täglichen Polizeimeldungen, die stutzig machen. Von einer Einbruchserie spricht bereits ein Großteil der regionalen Medien, nachdem nahezu täglich Presseberichte der Polizei rund um aufgebrochene Gaststätten und Wohnungen in die Redaktionen kommen. Immer wieder ist Würzburg von der Serie in Mainfranken betroffen. Das Diebesgut ist so vielfältig wie die Menschen selbst, immer verschwindet aber Schmuck und Bargeld. Werden die Straftaten aufgeklärt, stecken in vielen Fällen Osteuropäer hinter den Taten, so eine Meldung der hessischen Polizeigewerkschaft. Auf Nachfrage für die Region Mainfranken bestätigt nun auch die Polizei in Würzburg einen Anstieg der Tatverdächtigen aus Osteuropa.

Rumänen häufiger tatverdächtig als die Jahre zuvor

Auf Nachfrage von „Würzburg erleben“ zieht die Kriminalhauptkommissarin Kathrin Reinhardt von der Pressestelle des unterfränkischen Polizeipräsidiums ein Resümee. „ In den letzten Jahren konnten wir auch in der Region Mainfranken mit Würzburg und Kitzingen einen Anstieg der osteuropäischen Tatverdächtigen beobachten. Der auffälligste Anstieg wurde bei den Tatverdächtigen mit rumänischer Staatsangehörigkeit registriert“, sagt Reinhardt. Die Anzahl der Tatverdächtigen sei seit 2010, als die Polizei noch 204 Tatverdächtige registrierte, kontinuierlich gestiegen. Zuletzt gab es 291 Tatverdächtige in der letzten Statistik von 2012. In der Gesamtzahl der Kriminalitätsstatistik für die vergangenen Jahre im Bereich Diebstahldelikte bilden Osteuropäer allerdings nur einen kleinen Anteil.

Bulgaren ebenfalls betroffen

Bulgaren stiften die zweitgrößte Gruppe, geht es nach Tatbeständen osteuropäischer Mitbürger in Würzburg und Umgebung. Ihre Zahl blieb mit 37 Tatverdächtigen 2010 aber gleichbleibend zu 2012.

Diebstahl und Betrug als häufigste Delikte

„Hauptsächlich treten osteuropäische Tatverdächtige bei Betrugs- und Diebstahlsdelikten in Erscheinung. Es handelt sich häufig um reisende Täter ohne einen festen Wohnsitz in Deutschland, die entweder durch aggressives Betteln in den Innenstädte, aber auch durch Diebstähle wie zum Beispiel Geldbörsendiebstähle auffallen“, bilanziert Reinhardt. Es sei davon auszugehen, dass die Gruppen teils an bestimmten Orten abgesetzt und am Abend wieder abgeholt werden.

„Gerade die rumänischen Staatsangehörigen waren, wie auch die bisherigen Festnahmen zeigen, immer wieder an Wohnungseinbrüchen beteiligt“, heißt es von Seiten der Polizei.

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Polizei achtet mehr auf rumänische Bettelbanden

Auf den Anstieg an rumänischen Tatverdächtigen habe die Polizei bereits reagiert. Bei der Umsetzung der innerstädtischen Sicherheitskonzepte werde verstärkt Augenmerk auf das Auftreten rumänischer Bettler und Betrüger gelegt. Durch regelmäßige Berichterstattung seien auch die Bürger deutlich sensibilisierter.

Fühlen sich Bürger sicher?

„Generell kann man sagen, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zum Beispiel nach einem Einbruch beeinträchtigt wird. Wie ernst wir das Empfinden der Bürger nehmen, zeigt unser starkes Engagement beispielsweise im Bereich der Einbruchsprävention“, sagt Reinhardt. Die Polizei setze alles daran, die Einbrüche aufzuklären. Und zu einem potentiell gestiegenen Unsicherheitsbefinden antwortet die Kriminalhauptkommissarin: „Nach wie vor gilt, dass sich die Bürger in Unterfranken sehr sicher fühlen können, auch wenn in manchen Deliktbereichen ein Anstieg verzeichnet wurde.“

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Ein Kommentar des Autors:

Hallo liebe Kommentatoren. Ich habe den Artikel verfasst und möchte hier auch mit offenem Visier antworten. Ich finde es persönlich natürlich spannend, direkt Reaktionen auf meine Arbeit zu bekommen. Sowohl auf der konstruktiven, aber auch auf der sehr persönlichen Ebene. Ich verfolge hier sehr genau, dass ich angeblich mit meiner Überschrift Rassismus schüre, unsauber recherchiere und mich generell einer Thematik , die in der Community wohl als Tabuthema gilt, widme.

Auf der anderen Seite besteht für mich eine Informationspflicht, auch über unangenehme Themen, die bei der Community vielleicht nicht so toll und durchwegs positiv ankommen, zu schreiben. „Würzburg erleben“ macht gerade dieser Mix aus Bildern, Videos und städtischen Themen aus. Hierzu gehört aber nicht nur die Einweihung eines neuen Unigebäudes, sondern auch härtere Themenstellungen wie diese. Nahezu täglich kommen hier Presseberichte über Einbrüche in Würzburg und Umgebung ins Haus, subjektiv betrachtet eine absolute Serie – oft mit rumänischer Beteiligung, die in den Presseberichten offengelegt wird. Grund genug für mich, dort bei der Polizei nachzuhaken. Kommt von Seiten der Polizei das Signal, dass es auch vermehrt um Rumänen gehe, möchte ich das in einem Artikel auch deutlich ansprechen dürfen – ohne mich als Rassist betiteln zu lassen. Natürlich lässt sich das negieren – es gibt mindestens genauso viele, wenn nicht deutlich mehr Deutsche, die Täter oder Tatverdächtige sind. Aber das ist nicht die Thematik. Die Thematik ist, dass es eine zunehmende Zahl an tatverdächtigen Rumänen gibt, die von der Polizei allerdings bei Einbrüchen festgenommen wurden. Das ist auch im Artikel von Seiten der Polizei zitiert. Dort steckt für mich, auch wenn die Formulierung „Tatverdächtiger“ in der Juristensprache besteht, absolut kriminelle Energie dahinter. Mit der Überschrift spitze ich die Thematik sicherlich zu – aber das ist für mich persönlich ein legitimes Mittel. Mir hier Bildjournalismus vorwerfen zu lassen, bei einem sauber recherchierten Thema mit einer lediglich zugespitzten Überschrift, halte ich für übertrieben. Befinden wir uns doch auf einem ganz anderen Medium mit anderen Zielsetzungen. Anspruch auf Vollständigkeit befindet sich in keinem Artikel, vor allem, wenn auf die Zeichenzahl geachtet werden muss. Daher verwehre ich mich auch dem Vorwurf, die Kriminalstatistik nicht in ausreichendem Maße aufgeschlüsselt zu haben. Ich freue mich natürlich trotz der teils heftigen Kritik über eure Anregungen und nehme sie mir zu Herzen. Manuel Scholze

Ein Nachtrag, nachdem die Frage aufkam: Subjektivität ist menschlich – kein Nachrichtenmann, Reporter, Redakteur oder Journalist kann sich dagegen verwehren. Sei es von der Tagesschau bis hin zum kleinen Blatt. Es beginnt immer mit der Auswahl eines Themas, des Ansatzes des Redakteurs und der effektiven Umsetzung. Wer sich mit dieser Subjektivität nicht abfinden kann oder möchte, darf allerdings auch niemals einen TV oder den Computer einschalten bzw. die Zeitung und das Internet lesen. Ich bin mir nicht zu schade, auch mal einen Fehler einzugestehen. Und wenn die Community der Meinung ist, dass ich mit dieser Überschrift übertrieben habe, nehme ich das durchaus ernst und versuche es, immer besser zu machen oder besser zu werden. Denn davon profitiert diese Seite – von der Interaktion mit euch.

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