Gedenken an die Weiße Rose

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Würzburg erleben

25. Februar 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Am 22. Februar 1943 wurden die Mitglieder der Weißen Rose Sophie und Hans Scholl, sowie Christoph Probst hingerichtet. Am Vortag des 71. Jahrestages ihrer Ermordung gedachte der Würzburger Cartellverband (WCV) den Widerstandskämpfern mit einer Gedenkveranstaltung am Geschwister-Scholl-Platz.

„Einer muss ja doch mal schließlich damit anfangen.“

Das entgegnete Sophie Scholl am 22. Februar 1943 Roland Freisler, dem gefürchteten Präsidenten des sogenannten Volksgerichtshofs, auf die Frage nach ihren Beweggründen. Noch am selben Tag wurde sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ihr Bruder Hans und ihr gemeinsamer Freund Christoph Probst – ein junger, dreifacher Familienvater – starben ebenfalls am 22.02.43 durch das Fallbeil. Später ereilete dieses Schicksal weitere Mitglieder der Weißen Rose: Alexander Schmorell, Willi Graf, Prof. Kurt Huber und im Januar 1945 Hans Leipelt.

Sechs Flugblätter gegen die Diktatur

Die Weiße Rose erarbeitete aus tiefer christlicher Überzeugung heraus insgesamt sechs Flugblätter, verschickte und verteilte sie an Akademiker und Studenten, aber auch an Gastwirte und Geistliche. Die ersten Flugblätter wurden 1942 von Hans Scholl und Alexander Schmorell gemeinschaftlich verfasst. Später beteiligten sich Sophie Scholl und andere an der Ausarbeitung und Verbreitung der Flugschriften. Diese wiesen auf den bereits verlorenen Krieg Hitlers hin, waren ein Manifest gegen die Diktatur, die Barbarei und den Rassenwahn der Nazis und ein Appell für Freiheit, Demokratie und Frieden unter den Völkern.

„Die Weiße Rose war auch eine der wenigen Widerstandsgruppen“, so der Vorsitzende des WCV Matthias Nowak, „die den Mord an Juden, auch in meinem Heimatland Polen, an die deutsche Öffentlichkeit gebracht haben.“ Mit Hilfe der Amerikaner und Briten wurden die Schriften per Flugzeug in ganz Deutschland verteilt.

Die Mehrheit schwieg

Ein letztes, sechstes Flugblatt erschien im Frühjahr 1943. Unmittelbar danach erfolgte die Verhaftung und die Hinrichtung. Nicht unerwähnt dürfe dabei bleiben, dass die NS-Ideologie damals in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet war, so Nowak. Trotz alledem gab es auch diejenigen wenigen, die sich aktiv gegen die barbarische Diktatur gewandt haben. Genannt sei beispielsweise der in Würzburg zum Tode verurteilte Priester Franz Reinisch, welcher den Fahneneid auf Hitler aus tiefstem Glauben verweigerte. Er hat sich gegen die NS-Ideologie gestellt und musste dafür mit seinem Leben bezahlen.

Vorbilder für die Jugend

Der Weißen Rose, so Nowak weiter, sei es vermutlich nicht gelungen, Nazi-Verbrechen zu verhindern. Trotzdem sei ihr entschlossenes Handeln ein Vorbild für die Jugend, das aufruft hinzuschauen und sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen. „Die Weiße Rose hat schon damals aufgerüttelt und sie macht es heute noch“, wozu in Würzburg der Geschwister-Scholl-Platz appelliert. Dort legte der WCV einen Kranz nieder und schloss die Gedenkfeier mit einem Gebet.

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