Pflege-Flashmob: 60 Personen legten sich auf den Boden
Anzeige
Würzburg erleben
10. März 2014

Symbolbild Würzburg
Um 5 vor 12 Uhr legten sich am Samstag rund 60 Personen auf dem Unteren Markt in Würzburg für zehn Minuten zu Boden. Die Botschaft der bundesweiten Aktion: Die Mitarbeiter in Pflegeberufen sind buchstäblich am Boden. Es wurde so auf Missstände in der Pflege wie mangelnde Zeit für die Patienten, Überlastung des Personals und Stellenabbau hingewiesen. An dem Flashmob nahmen neben Pflegebedürftigen und Privatpersonen zahlreiche Pflegekräfte aus verschiedenen Würzburger Einrichtungen teil. Vertreten waren unter anderem die drei größten Krankenhäuser Universitätsklinik, Juliusspital und Missionsärztliche Klinik.
Auch der BR berichtete über „Pflege am Boden“!
Forderung: Menschenwürde vor Gewinnmaximierung
Im Mittelpunkt des Protests stand die Forderung, dass im Gesundheitswesen wieder die Menschenwürde vor der Gewinnorientierung stehen müsse. Verbunden wurde die Kritik mit der Frage, wie und von wem in Zukunft qualitativ hochwertige Pflege geleistet werden solle. Bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung für Pflegekräfte, aber auch würdige Pflege für Pflegebedürftige, also nicht im Minutentakt und der Stopp der Armutsfalle für pflegende Angehörige sind Forderungen der Aktion. Außerdem mangelt es an Anerkennung des Pflegeberufes und weiteren Aufstiegschancen nach der Ausbildung. Dadurch fehlen Anreize für den Nachwuchs, diesen Beruf zu ergreifen. Dies werde den bereits bestehenden Pflegenotstand noch weiter verschärfen. Die Pflege liegt am Boden, bundesweit. Das betrifft die gesamte Gesellschaft, jeden einzelnen, der in eine Situation kommen kann, in der er Pflege bedarf. Die Politik muss darauf reagieren. Die Würzburger Organisatoren kündigten an, den Flashmob künftig an jedem zweiten Samstag im Monat durchführen zu wollen.

