Die Stadtratskandidaten im Würzburg erleben-Check: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!"

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Würzburg erleben

12. März 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Was haben ein Ex-Basketballer, ein Medienmacher, ein angehender Jurist, der Marketingchef einer Brauerei und ein Diözesansekretär gemeinsam? Sie kandidieren für den Stadtrat und Ihr habt sie unter die Top 5 der Stadtratskandidaten in unserer Facebookumfrage gewählt. Würzburg erleben hat sie deshalb zum Interview eingeladen und am Montag, den 10. März, war es soweit! Die 5 standen Rede und Antwort – zu Würzburg, zu sich selbst, zu ihrer Politik und von wem sie in der Runde am liebsten 3 Stimmen abgreifen würden!

Im zweiten Beitrag zum Interview geht es um einige persönliche Fragen, die wir den Kandidaten gestellt haben. Zusätzlich wurde jeder Kandidat gefragt, wie er seine eigenen Chancen, in den Stadtrat einzuziehen, einschätzt.

Chris: Christoph (Henneberger), Du warst Profisportler, warum verschlägt es Dich nun in die Politik?

CH: Gefragt hat mich Joseph Hofmann, schon vor über einem Jahr als einen der Ersten, hat er zumindest damals gesagt (lacht). Ich habe lange überlegt, wie ich in der Welt etwas verändern kann und dachte mir dann, vielleicht fange ich erstmal im Kleinen, in der eigenen Stadt an.

Chris: Dein Listenplatz ist gut, was sagst du? 

CH: Ich habe durchwegs positives Feedback aus meinem engen Bekanntenkreis erhalten, aber ich habe keine Ahnung wie das am Sonntag ausgehen wird. Es ist so eine 50/50-Chance, aber ich würde mich auf jeden Fall riesig freuen.

Chris: Alexander (Kolbow), Sie gehen ganz gerne auch mal auf die Mainbrücke für einen Brückenschoppen. Wir würden Sie einem Freund erklären, dass die Anzahl der Gläser auf der Brücke reguliert ist?

AK: Die Alte Mainbrücke ist einer der wichtigsten Verkehrswege für Fussgänger und Fahrradfahrer der Stadt, als Brückenschoppen-Genießer steht man da schnell mal im Weg rum. Das Thema Rücksichtnahme ist sehr schwer zu regulieren und würde jeder einfach Rücksicht nehmen, dann müsste sowas auch nicht reguliert werden. Hier treffen drei Personengruppen aufeinander und das musste möglichst kompatibel geregelt werden, deshalb war die Regulierung der Gläser der einzige Weg. Es ging auch ein Antrag in den Stadtrat ein, ob man nicht ein Fangnetz für Weingläser an der Alten Mainbrücke aufstellen sollte, aber die Brücke ist ein Denkmal und deshalb muss abgewogen werden, ob ein Fangnetz das Bild stört oder man riskieren will, dass Gläser von der Brücke fallen. Wo Entscheidungen getroffen werden müssen, gibt es so viele Schnittstellen. Daher ist es häufig schwierig immer alles zusammenzubringen. Aber alle Entscheidungen haben einen Sinn, auch wenn das von außen oft nicht auf den ersten Blick erkenntlich ist.

Chris: Sie sind die Nummer 2 auf Ihrer Liste, Sie sind doch so gut wie drinnen oder?

AK: Durch Kumulieren und Panaschieren kann man nie sagen, ob man drin ist. Deshalb lehnt man sich im Wahlkampf auch nicht zurück. Bei uns in der Partei macht auch jeder für jeden Wahlkampf, daher sind immer zwei Personen auf einem Plakat.

Chris: Frank (Störzbach), bräuchten manche Entscheidungen des Stadtrats besseres Marketing?

FS: Ja, ich denke schon. Vor allem das Zusammenspiel zwischen dem OB und dem Verwaltungsstadtrat ist sehr undurchsichtig, die machen etwas und es kommt etwas dabei raus, aber die Bürger wissen nicht genau wie so etwas abläuft. Man muss klarer kommunizieren und daran festhalten, wenn man Entscheidungen getroffen hat und diese klarer formulieren. Man kann die Entscheidungen und Protokolle des Stadtrats im Internet abrufen, aber die meisten Bürger wissen das gar nicht. Auch eine Live-Übertragung wäre einmal nicht schlecht oder die Bürger sollen sich eine offene Sitzung einfach mal anschauen und sehen, wie so etwas abläuft. Es muss einiges geändert werden, das ganze Thema muss transparenter werden.

Chris: Wie schätzt du Deine Chancen ein, in den Stadtrat einzuziehen?

FS: Ich habe von Anfang an gesagt, wenn, dann engagiere ich mich ganz im Wahlkampf und gegebenenfalls im Stadtrat. Bei der FWG werden die Kandidaten gewählt, mit denen die Leute gesprochen haben. Auf unserer Liste ist alles möglich und jeder hat für die Liste gekämpft.

Chris: Philipp (Kistler), was bewegt einen Studenten dazu, für den Stadtrat zu kandidieren? Kommunalpolitik ist ja nun nicht gerade etwas, was unter den Studenten als „In“ bezeichnet werden kann…

PK: Naja, wie man so schön sagt: Es gibt nicht Gutes, außer man tut es! Ich habe mich viel in der Jugendarbeit engagiert und immer für die Kommunalpolitik interessiert. Wie Barbara Stamm schon gesagt hat, die Kommunalpolitik ist das Herzstück der Politik und ich möchte mich da einbringen und mich engagieren.

Chris: Du hast ja selbst schon gesagt, dass Du Dich eher in der Rolle des Außenseiters befindest. Rechnest dDu gar nicht mit dem Einzug in den Stadtrat oder vielleicht doch?

PK: Also, ich bin ja schon verwundert, dass ich heute in diese Runde hier gewählt wurde. Die Chancen für den Stadtrat sind relativ gering, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Chris: Würdest Du in sechs Jahren noch einmal antreten?

PK: Wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann würde ich es auf jeden Fall nochmal machen, denn es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht!

Chris: Leo (Landois), Du warst in deiner Jugend schon einmal im Stadtrat in Ansbach und kandidierst jetzt wieder für Würzburg. Wieso die lange Pause?

LL: Damals habe ich kandidiert, weil man an Dingen mitwirken kann, die einen selbst betreffen und bin auch sehr zufällig in den Stadtrat gekommen. Man muss vor Ort sein und seine Stadt kennen und bei den Leuten sein! Und durch mein Studium und meine Arbeit hat dafür die Zeit gefehlt. Man muss alles zu dem Zeitpunkt machen, an dem es passt, derzeit passt es einfach. Ich bin sehr weit hinten in meiner Liste, aber es geht mir auch mehr um die Sache, dass man etwas bewirken und machen kann.

Chris: Wie rechnest du dir deine Chancen aus?

LL: Es wäre schon eine riesengroße Überraschung! Aber ich würde gerne nach vorne springen und mir dadurch eine gute Ausgangsposition für die Wahlen in sechs Jahren sichern, auch innerparteilich.

Was die 5 Kandidaten auf Fragen über Würzburg geantwortet haben und was sie politisch noch so zu sagen haben, erfahrt ihr im ersten und dritten Streich des Würzburg erleben-Checks.

TEIL 3: Jetzt wird politisch: 5 Kandidaten und ihre politische Einstellung

TEIL 1: Die 5 Kandidaten über Würzburg und Würzburger

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