Die Stadtratskandidaten im Würzburg erleben-Check: Gegensätze ziehen sich an und Reibung erzeugt Wärme
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Würzburg erleben
12. März 2014

Symbolbild Würzburg
Würzburg erleben hatte am Montag, den 10.03.2014, 5 völlig verschiedene Charaktere zu Gast. Der eine dreht den Ball, der andere die Paragraphen, einer beschäftigt sich mit dem Reinheitsgebot und einer mit Social Media Guidelines und der Fünfte ist im Dienste des Herren unterwegs. Christoph Henneberger, Philipp Kistler, Frank Störzbach, Leonard Landois und Alexander Kolbow – Ihr habt sie gewählt! Und zwar unter die Top 5 der Stadtratskandidaten mit den meisten Likes in unserer Facebook-Umfrage. Wir haben sie zum Interview eingeladen und sie standen uns Rede und Antwort – zu Würzburg, zu sich selbst, zu ihrer Politik und von wem sie in der Runde gerne 3 Stimmen abgreifen würden!
Auch im letzten Teil der Beitragsserie zum Interview mit den 5 Stadtratskandidaten, die von euch die meisten Likes in unserer Facebook-Umfrage bekommen haben, gibt´s wieder interessante Informationen. Diesmal könnt ihr lesen, wie die 5 politisch so ticken und von wem aus der Runde sie sich 3 Stimmen wünschen.
Chris: Wenn Du einmal undemokratisch eine Entscheidung im Stadtrat fällen könntest, welche wäre es?
Christoph Henneberger: Ich würde die Basketballhalle genehmigen, weil sie Würzburg einen ungemeinen Schub geben kann. Nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und kulturell.
Philipp Kistler: Ich wäre für den Neubau des Theaters. Die Theatersanierung müsste auf jeden Fall durchgezogen werden, da das Theater einen großen Anziehungspunkt für die Region darstellt.
Frank Störzbach: Der Bahnhof ist eine Katastrophe für’s Stadtbild, daher muss er saniert und barrierefrei gemacht und einfach aufgehübscht werden. Der Bahnhofsvorplatz sollte ein schönes Entrée zur Stadt sein, ganz nach dem Motto: Wir räumen auf!
Alexander Kolbow: Meiner Meinung nach müsste ein komplettes Fahrradverkehrsnetz etabliert werden. Es gibt viele Orte, wo der Autoverkehr Vorfahrt hat. Dem Fahrradverkehr sollte aber Platz gelassen werden, auch wenn einige Parkplätze dran glauben müssten!
Leonard Landois: Ich würde in Richtung Gestaltung der Innenstadt gehen. Die Nebenlagen sollten stärker aufgewertet werden, so dass man auch in abgelegeneren Gassen die Schönheit der Stadt erkennen kann. Es sollten Sitzgelegenheiten und öffentliche Toiletten für die Touristen gebaut werden, sodass diese nicht in den 4. Stock der Galeria Kaufhof hochlaufen müssen, um eine Toilette benutzen zu können. Es sind nur kleine Details, die die Stadt in ihrer Gesamtausrichtung schöner machen würde. Würzburg hinkt da noch etwas hinterher im Gegensatz zu Städten wie München und Regensburg.
Chris: Was sollte man in Würzburg auf keinen Fall verändern?
AK: Auf keinen Fall verändert werden sollte die kulturelle Vielfalt. Es gibt in Würzburg sehr viel kommerzielle Kultur, z.B. die Posthallen, aber auch Kultur in minimalen Segmenten, wie z. B. der Jugendkulturpreis der Stadt Würzburg. Den kennen nicht viele und das wissen nicht viele, aber er hat Bedeutung.
FS: Ebenfalls die kulturelle Vielfalt und das historische Stadtbild, welches nicht verschandelt werden sollte.
PK: Ehrenamtlich passiert ganz viel in Würzburg, seien es nun Selbsthilfegruppen oder Vereine. Dass darf sich nicht verändern bzw. darf nicht nach unten geschraubt werden.
LL: Veranstaltungen, wie die Weinfeste, dürfen nicht aus der Stadt rausgenommen werden. Dieses Leben und leben lassen im Herzen der Stadt muss beibehalten werden. Sowas darf man nicht rausnehmen, nur weil die Musik etwas zu laut ist oder etwas zu lange spielt.
CH: Als Überbegriff: Das Flair von Würzburg. Man muss gar nicht viel Neues machen, so wie es ist, ist es fast optimal!
Chris: Nun bitte ich Euch, sich einen aus der Runde auszusuchen und uns zu erzählen, warum ihr gerne drei Stimmen von dem hättet!
Henneberger an Landois: Ich hätte gerne 3 Stimmen von Dir, da wir zwei einen guten Draht zueinander haben und wir als Stadträte viel zusammen machen könnten. Du hast viel Erfahrung und könntest mir noch einige Tips geben.
Landois an Kolbow: 3 Stimmen wären Klasse, weil es im Bund vorgemacht wird, dass Rot und Schwarz zusammen funktionieren kann. Außerdem haben wir vom Alter und Lebensumfang her viel gemeinsam, so dass wir auch viel gemeinsam machen könnten. 3 Stimmen für einen kritischen Geist, der dem Stadtrat auch mal wirtschaftspolitisch auf die Finger haut.
Kolbow an Störzbach: Ich hätte gerne 3 Stimmen von Dir, weil wir beim Thema Kultur eine sehr ähnliche Denkweise und kulturpolitisch die gleichen Handlungsweisen haben.
Störzbach an Kolbow: Ja, ich würde mich auch über 3 Stimmen von Dir sehr freuen, wir haben beim Jugendkulturpreis schon sehr gut zusammengearbeitet. Ein BWLer und ein Sozialpädagoge, das passt, denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.
Kistler an Kolbow: Ja, auch ich hätte gerne von Dir 3 Stimmen. Reibung erzeugt Wärme, SPD und CSU, ein Sozialpädagoge und ein Jurist, das wäre was. Auch Du bist sehr jung in den Stadtrat gekommen und würdest meinen Einzug deshalb sicher unterstützen. Kommunalpolitik ist Konsenspolitik und deshalb kann man da sicherlich viel machen.
Was die 5 Kandidaten auf Fragen über Würzburg geantwortet haben und was sie über sich persönlich zum Besten gegeben haben, erfahrt ihr im ersten und zweiten Streich des Würzburg erleben-Checks.
TEIL 1: Die 5 Kandidaten über Würzburg und Würzburger
TEIL 2: Die 5 Kandidaten antworten auf persönlichen Fragen

