Plakataktion von Muslime: "Liebe für alle, Hass für keinen!"

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Würzburg erleben

13. März 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Die muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat will mit einer Plakat-Aktion „Muslime für Frieden“ über die Lehren des Islam aufklären. Hierzu wurden in der vergangenen Woche Plakate mit Koranversen und Aussprüchen des Propheten Mohammed an Würzburger Straba- und Bushaltestellen aufgehängt. Diese sollen dabei helfen, die gängigen Vorurteile über den Islam abzubauen, so ein Sprecher der Gemeinde gegenüber „Würzburg erleben“. Einer der Sprüche lautet beispielsweise, „Wer eine Tochter gut aufzieht und ihr eine gute Bildung und Erziehung angedeihen lässt, erwirbt dadurch das Paradies.“ Zusätzlich wird es am kommenden Samstag, den 22. März, eine Flyeraktion und einen Infostand in der Innenstadt geben, wo die Muslime mit den Würzburgern ins Gespräch kommen wollen.

Vorurteile müssen abgebaut werden

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist die größte islamische Reformgemeinde unserer Zeit und zählt allein in Deutschland etwa 35.000 Mitglieder. Auf einer Pressekonferenz betonte die Gemeinde, daß sie jegliche Gewalt im Namen der Religion ablehne und machte deutlich, dass nicht die Weltreligion Islam an den gesellschaftlichen Problemen Schuld sei, sondern archaische und volkstümliche Bräuche. Diese Bräuche, so die Gemeinde, gehörten nicht zum Islam.

Mit der Plakat-Aktion will die Gemeinde nach eigener Aussage der von ihnen empfundenen Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft begegnen und die Behauptung, der Islam sei rückständig und demokratiefeindlich, widerlegen. Desweiteren sollen so diffuse Ängste und Vourteile, welche die Integration der Muslime behinderten, abgebaut werden. Das große Ziel der Aktion sei die gegenseitige Akzeptanz zwischen nicht-muslimischen und muslimischen Bürgern.

 

Stadt lässt Plakate abhängen

Die Plakataktion währte allerdings nur wenige Tage. Die Ahmadiyya Gemeinde bekam am Freitag, den 15.03 eine Benachrichtigung von der Firma, welche die Plakate aufgehängt hatte, dass die SVG, eine Tochterfirma der WVV und damit für die Bus- und Strabahaltestellen zuständig, deren Abnahme in Auftrag gegeben hätte. Tatsächlich wurden noch am gleichen Vormittag alle Plakate entfernt. Der von uns recherchierte Hintergrund ist, dass laut Vertrag an allen Würzburger Bus- und Strabahaltestellen religiöse und politische Werbung ausgeschlossen ist.

Laut islamischer Gemeinde ist die Abnahme der Plakate sehr schade, da sie in den wenigen Tagen der Aktion bereits zahlreiche positive Rückmeldungen von Fussgängern und Passanten bekommen hätten.

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