Studenten in den Stadtrat: Eine Liebeserklärung an Würzburg
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Würzburg erleben
13. März 2014

Symbolbild Würzburg
Lieber Wähler, hast du dich schon entschieden wen du am Sonntag in den Stadtrat wählen willst? Ach, du gehst gar nicht wählen! Willst du dir das nicht nochmal überlegen? Denn jeder, der für den Stadtrat kandidiert, investiert Zeit und Engagement für seine Sache. Darunter auch 48 Studentinnen und Studenten, die sich trotz ihres jungen Alters für ihre Stadt einsetzten und die etwas bewirken wollen. Was? Du dachtest, Studenten sind nur am Feiern, Bücher wälzen und drücken sich vor ehrlicher Arbeit? Na, das solltest du vielleicht nochmal überdenken, denn diese vier beweisen das Gegenteil! Vielleicht überlegst dus dir ja doch nochmal…
Johanna Groß
Johanna(19) kandidiert für die CSU und ist eine der jüngsten Kandidatinnen, was sie noch zusätzlich antreibt, da sie junge Leute animieren möchte die Zukunft selbst mitzugestalten und frischen Wind in den Stadtrat bringen will. Sie studiert Jura, weil sie es interessant findet, wie viele alltägliche Tätigkeiten mit dem Recht zu tun haben und welche Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft bestehen. Darüber hinaus ist sie sich sicher, dass ihr genau dieses Studienwissen, wofür sie aus Angst vor Langeweile an verschiedenen Orten lernt, auch was für ihre Tätigkeit im Stadtrat bringen würde.
Auch das gelegentliche Feiern kommt nicht zu kurz, denn Johanna weiß wie man „party&politics“ unter einen Hut bringt und Würzburg hat ja feiertechnisch einiges zu bieten. Zu bieten hat es außerdem den Blick von der Festung, den Johanna am liebsten mag. Apropos hoch oben, Höhepunkte in ihrem Leben waren der Führerschein, das Abitur und der Sommer danach in Italien. Viel Reisen und noch mehr von Welt sehen möchte die Studentin ohnehin noch. Aber momentan ist ihr vorrangiges Ziel, von dir, lieber Wähler, auch gewählt zu werden!
Dominik Schenk
Oder entscheidest du dich für Dominik Schenk von den Grünen, der für die 30.000 Studentinnen und Studenten als Bürger dieser Stadt und deren Belange steht, wie eine intakte ÖPNV-Anbindung der Hochschulstandorte an die Innenstadt und kulturellen Freiraum. Generell möchte er die Belange der jungen Menschen Würzburgs dort vertreten, wo für sie relevante Entscheidungen getroffen werden, nämlich im Stadtrat. Die Meinung, dass Studenten nur ans Feiern denken, unterstützt er absolut nicht, denn zahlreiche Initiativen und Vereine wären ohne Studenten gar nicht möglich. Und dass, obwohl das Studium inklusive Hausarbeiten, Prüfungen und Praktika ein absoluter Vollzeit-Job ist, für den er am liebsten in der Teilbibliothek im Südflügel der Residenz büffelt.
Große Feiern mag er ohnehin nicht so gern, lieber trifft er sich in kleiner Runde im Standard oder auf der Mainwiese in der Sanderau. Dabei genießt der Geschichtsstudent den Moment und vergisst für ein paar Stunden die Antike, mit welcher er sich im Studium befasst. Eines Tages will er auf Meilensteine in seinem Leben, wie die Abgabe der Bachelor-Thesis zurückblicken und sagen können: „Gut gemacht, Dome“. Vielleicht bekommt er das aber auch schon am kommenden Sonntag bei der Wahl zu hören.
Tobias Baus
Eine weitere Möglichkeit, lieber Wähler, wäre Tobias Baus (25) von der Linken Partei, der die älteren Semester im Stadtrat mal aufmischen will und zwar mit den Bedürfnissen der jungen Generation. Tobias will Verantwortung übernehmen und steckt deshalb als Person auch gerne mal für sein Amt zurück. Mit Verantwortung hat auch eines seiner Highlights im Leben zu tun, denn der Einzug in seine WG hat ihn schlagartig erwachsen werden lassen und ihn eine Menge über sich selbst gelehrt.
Wenn er Zeit hat, trifft man ihn bei Vollmond auf der Festung, in der L’Ocanda zum Essen, im Eulenspiegel auf ein fränkisches Bier oder im Tirili und im Irish Pixie’s wegen der Musik. Tobias hat eine Schwäche für Schokolade beim Lernen und das Mittelalter, was sich in seinem Geschichtsstudium und der Mitgliedschaft im Würzburger Greifenpack, einem Mittelalterverein, widerspiegelt. Wenn du aber jetzt denkst, lieber Wähler, was dass denn für ein unnützes Hobby ist, dann hast du dich gewaltig geschnitten. Denn Tobias verfolgt damit einen Bildungsauftrag und will den Leuten die Vergangenheit näherbringen, dabei geht für ihn nichts über die Faszination in den Gesichtern der Leute. Am 26.4. und 27.4 kannst du dir in Hanau dein eigenes Bild davon machen, aber erstmal steht für dich und Tobias am Sonntag die Wahl an.
Sebastian Förtsch
Sebastian Förtsch (27), ebenfalls von der Linken Partei, könntest du, lieber Wähler, am Sonntag auch in den Stadtrat wählen. Er kandidiert, weil er mit der politischen Situation unzufrieden ist und es nicht okay findet, dass in anderen Ländern Menschen, mit dem Wunsch nach politischer Mitbestimmung, ihr Leben gefährden und bei uns mit diesem Privileg so achtlos umgegangen wird. Er findet es zwar schwierig Studium, Nebenjob, Politik und Privatleben unter einen Hut zu bringen, aber er vermisst nichts in seinem Leben und würde sich die Chance, in der Politik mitzuwirken, niemals entgehen lassen.
Der gelernte Heizungsbauer und selbst ernannte Proletarier studiert Geographie und Physik, wofür er am liebsten in der Bib lernt, denn die Möglichkeit sich staatlich gefördert ausbilden zu lassen, ist für ihn nicht zu unterschätzen und wofür er immer dankbar sein wird. Am liebsten verspeist Sebastian zwei Hauptgerichte im Kult, die er mit 2-3 Bier hinunterspült, aber auch auf der Mainwiese und der Kletterhalle in der Zellerau ist er desöfteren anzutreffen. Er findet es wichtig persönliche Ziele zu verfolgen, eins davon wäre mehr Engagement – aber, lieber Wähler, dieses solltest du dir auch zu Herzen nehmen.
Ob du nun die 48 Studenten, die für den Stadtrat kandidieren, unterstützt oder nicht, bleibt dir überlassen lieber Wähler. Aber bitte geh wählen! Denn sonst werden sich irgendwann vielleicht keine jungen Menschen mehr für die Stadt, die sie lieben, einsetzen. Jeder von ihnen hat Würzburg ganz individuell lieb gewonnen, aber alle wollen sich für die Stadt und dich, lieber Wähler, einsetzen.

