Enkeltrickbetrüger noch immer aktiv: 76-Jährige um mehrere tausend Euro gebracht
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Würzburg erleben
14. März 2014

Symbolbild Würzburg
REGION MAIN-RHÖN u. REGION MAINFRANKEN. Am Mittwoch und Donnerstag waren so genannte Enkeltrickbetrüger wieder einmal in Unterfranken mit ihrer altbekannten Masche aktiv. In zahlreichen Fällen hatten sie sich hauptsächlich im Raum Würzburg und im Großraum Schweinfurt bei älteren Leuten gemeldet, um dort an größere Bargeldsummen zu kommen. Leider waren sie in Haßfurt am Donnerstagnachmittag bei einer 76-Jährigen erfolgreich.
76-Jährige mit Trick reingelegt
Wie bereits berichtet, waren im Laufe des Mittwochs sechs Anrufe bei älteren Leuten in Schweinfurt und Bad Kissingen eingegangen, wobei sich der Anrufer stets als naher Verwandter ausgab. Glücklicherweise war den potentiellen Opfern die Masche bekannt, so dass es zu keiner Geldübergabe gekommen ist.
Die Anrufe bei Senioren setzten sich dann am Donnerstag mit sechs Fällen in Würzburg, einem in Dettelbach, zwei in Schweinfurt und einem in Haßfurt fort. Dabei waren die Betrüger leider wieder einmal erfolgreich, wobei sie bei ihrem Anruf bei der 76-Jährigen aus Haßfurt äußerst geschickt vorgegangen sind. Die Rentnerin hatte um 14:30 Uhr einen ersten Anruf erhalten. Dabei hatte sich der Anrufer lediglich mit der Frage „wie geht’s dir“ gemeldet. Die Seniorin vermutete den Sohn einer bekannten Familie und nannte dessen Namen, den der Anrufer dann auch sofort bestätigte. Er gab an, eine größere Anschaffung getätigt zu haben und nun für die Geschäftsabwicklung dringend etwa 15.000 Euro zu benötigen. Die Rentnerin bot daraufhin an, einen Teil des geforderten Betrags von Ihrem Sparbuch abzuheben, was sie im weiteren Verlauf dann auch tat.
In der Folge meldete sich der Unbekannte erneut am Telefon und erklärte, er könne nicht selbst zur Abholung des Geldes vorbeikommen, weil er im Stau feststecke. Er kündigte deshalb einen Bekannten an, der dann tatsächlich auch gegen 16:30 Uhr bei der Seniorin auftauchte. Diesem Unbekannten übergab die Frau schließlich ein Kuvert mit mehreren 1000 Euro. Erst gegen 18:00 Uhr schöpfte die 76-Jährige Verdacht und meldete sich bei der Polizei.
Beschreibung des Täters
Den Geldabholer konnte die Frau wie folgt beschreiben: etwa 16-20 Jahre alt, ca. 160 cm groß und dunkler Teint. Hinsichtlich der Bekleidung ist nur Baseballmütze mit grauem Schild bekannt. Der Anrufer sprach akzentfreies Deutsch.
In den übrigen Fällen am Donnerstag waren die angerufenen Personen nicht auf die Geldforderungen eingegangen, so dass hier kein finanzieller Schaden entstanden war.
Warnung der Polizei
Die neuerlichen Fälle von Mittwoch und Donnerstag zeigen, dass Enkeltrickbetrüger mit ihrer bereits seit Jahren bekannten und leider noch immer erfolgreichen Masche weiterhin aktiv sind. Das Polizeipräsidium Unterfranken wiederholt deshalb erneut seine Warnungen vor dreisten Betrugsmasche. Auf finanzielle Forderungen am Telefon sollte grundsätzlich nie eingegangen werden. Für Klarheit sorgt in solchen Fällen ein Rückruf bei den Verwandten, für die sich die Unbekannten am Telefon ausgeben. Wichtig ist es, dass bei Eingang solcher Telefonate die Polizei sofort zu verständigen.

