Zwei Ehrenringe für Würzburger Ex-Politiker
Anzeige
Würzburg erleben
17. März 2014

Symbolbild Würzburg
Walter Eykmann
Für ihr herausragendes Engagement für die Stadt Würzburg wurden den ehemaligen Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Walter Eykmann und Hans-Werner Loew der Ehrenring der Stadt verliehen. Der CSU-Politiker Eykmann, der für eine Periode ab 1972 dem Würzburger Stadtrat angehörte, zog 1978 als Stimmkreisabgeordneter in den Bayerischen Landtag ein, in dem er Mitglied im Ausschuss für Landesentwicklung und Umweltfragen wurde. 1982 wechselte er in den Ausschuss für kulturpolitische Fragen.
Außerdem arbeitete er vier Jahre in Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport mit. Zu einer Institution wurde er als Vorsitzender des Ausschusses für Fragen des Öffentlichen Dienstes und des Arbeitskreises Öffentlicher Dienst der CSU-Landtagsfraktion.
Pro Meritis-Medaille des Philologenverbandes
Die Verbundenheit des begeisterten Pädagogen mit dem Schulwesen schlug sich auch in den Schwerpunkten seiner politischen Arbeit nieder, betonte Dr. Bauer bei der Verleihung im Wenzelsaal des Rathauses. Als ihm 2007 der Bayerische Philologenverband seine höchste Auszeichnung verlieh, die Medaille Pro Meritis, hieß es in der Begründung: *In Sachen
Bildungspolitik und insbesondere für die gymnasiale Bildungsidee gilt Eykmann als unerschrockener Vorkämpfer für Qualität und
Ausgewogenheit.“ Sein Einsatz für einen modernen, leistungsorientierten öffentlichen Dienst, der aber die soziale Komponente nicht aus den Augen verliert, schlug sich ebenfalls in mehreren Ehrungen nieder“, so der Würzburger Bürgermeister.
1994 wurde Walter Eykmann vom Landtag in den Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien entsandt, der ihn 2003 zum stellvertretenden Vorsitzenden wählte. 1998 folgte seine Bestellung zum Vorsitzenden des Arbeitsausschusses des Stiftungsrates der Bayerischen Landesstiftung. *In dieser Funktion war es ihm möglich, Fördermittel in erheblichem Umfang für eine große Zahl kultureller und sozialer Projekte nach Würzburg zu holen“, so Dr. Adolf Bauer. Vor allem die Julius-Maximilians-Universität hatte in ihm stets einen engagierten Fürsprecher. Sie dankte es ihm 2009 mit der Verleihung der Ehrensenatorenwürde, der höchsten Auszeichnung, die unsere Universität zu vergeben hat.
Dr. Bauer: *Die Förderung der Wissenschaft, der Bildung und der Kultur in Verbindung mit dem Einsatz für christliche Werte steht im Zentrum auch der vielfältigen weiteren Aktivitäten Walter Eykmanns im vorpolitischen Raum. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken berief ihn 1983 als Berater in die Kommission für Bildung und Kultur. Im Landeskomitee der Katholiken in Bayern war er mehrere Jahre stellvertretender Vorsitzender. Die Katholische Elternschaft Deutschlands, die größte deutsche Elternorganisation, leitete er von 1991 bis 2005 als Bundesvorsitzender. Außerdem war er Vorsitzender des Finanzausschusses des Kuratoriums der Akademie für Politische Bildung Tutzing und Landesvorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbands.“
Eykmann sei das Gegenteil eines stromlinienförmigen Politikers, so der Würzburger Bürgermeister: *Hervorgehoben werden immer wieder seine Fairness und Zuverlässigkeit, mit denen er sich auch die Wertschätzung der Landtagsopposition erwarb. Glaubwürdigkeit, Konsequenz, Leidenschaftlichkeit, eine bisweilen schonungslose Offenheit und eine große geistige Unabhängigkeit sind weitere Eigenschaften, die ihm zugeschrieben werden. Couragiert und streitbar steht er für seine Überzeugungen ein. So ist der Fortbestand der als Schulversuch gestarteten Ganztagesschule Würzburg-Heuchelhof vor allem seinem Einsatz zu verdanken, wobei er sich wiederholt gegen die eigene Staatsregierung stellte.
Als einziger CSU-Abgeordneter gegen acht Jahre Gymnasium
Und 2004 stimmte er als einziger CSU-Abgeordneter gegen die Einführung des achtjährigen Gymnasiums. Der außerordentliche Einsatz Walter Eykmanns für unser Land, unsere Stadt und die hier lebenden Menschen wurde mit zahlreichen hohen Auszeichnungen gewürdigt. Dazu
gehören der Bayerische Verdienstorden, die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die
Bayerische Finanzmedaille in Gold. 2005 wurde er Komtur des päpstlichen Silvesterordens und hat seitdem das Recht, auf einem Pferd die Treppen zum Petersdom hinaufzureiten. Von der Stadt Würzburg erhielt er das Goldene Stadtsiegel und den *Tanzenden Schäfer“. Die Verleihung des Ehrenrings erscheint somit geradezu überfällig. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute diese hochverdiente Auszeichnung vornehmen darf.“
Hans-Werner Loew
Gleichzeitig ehrte die Stadt auch den SPD-Politiker Hans-Werner Loew mit dem Ehrenring. *Bereits in jungen Jahren war Hans-Werner Loew auch politisch aktiv“, stellte Bürgermeister Dr. Bauer heraus. 1974 wurde Hans-Werner Loew dann erstmals in den Bayerischen Landtag gewählt. Dort war er Mitglied des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, dem er bis 1990 angehörte, ab 1978 als stellvertretender Ausschussvorsitzender. 1987 wurde er vom Landtag in den Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung berufen. Er wurde stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschusses, dessen Aufgabe es ist, die Entscheidungen des Stiftungsrats vorzubereiten. Mitglied im Ausschuss für Verfassungs-, Rechts- und Kommunalfragen und im Ausschuss für Geschäftsordnung und Wahlprüfung war er von 1990 bis 1994. In der folgenden Wahlperiode gehörte er dem Ausschuss für kommunale Fragen und Innere Sicherheit an und war Fraktionssprecher für Kommunalpolitik.
Zudem war er stellvertretender Vorsitz der parlamentarischen Kontrollkommission. *
Einsatz für Würzburg als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort
Als Abgeordneter bemühte sich Hans Werner Loew insbesondere, zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Würzburg beizutragen“, so Dr. Bauer. Nach 24 Jahren parlamentarischer Oppositionstätigkeit verzichtete er 1998 auf eine erneute Kandidatur für den Landtag.
Dem Stadtrat gehört Hans Werner Loew seit 1990 an. 22 Jahre lang gestaltete er in dieser Funktion die Würzburger Kommunalpolitik maßgeblich mit. *Seinen juristischen Sachverstand und seine reiche Erfahrung bringt er weiter in verschiedenen Ausschüssen des Stadtrats ein, als Verbandsrat des Zweckverbands Sparkasse Mainfranken Würzburg, im Verwaltungsrat der Sparkasse sowie in den Aufsichtsräten der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH, der WVV Wirtschaftsstandort Würzburg Immobilien Management GmbH und der Würzburger Stadtverkehrs GmbH“, zählt der Würzburger Bürgermeister auf. Schwerpunkte seiner politischen Arbeit im Stadtrat seien dabei die Bereiche Haushalt und Finanzen, Wirtschaft und Soziales. Bürgermeister Dr. Adolf Bauer: *Es ist kennzeichnend für das politische Handeln Hans-Werner Loews, dass er zu seinen Überzeugungen steht und sich nicht scheut, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen und offensiv zu vertreten. Dabei setzt er nach eigenen Worten *auf die Kraft des Arguments’. Egal wie hart die Konfrontation auch ist, immer muss es bei ihm um die Sache gehen.“ Neben seiner politischen Tätigkeit engagiert sich Hans Werner Loew bis heute in erheblichem Umfang auch im vorpolitischen Raum. Seit mittlerweile 30 Jahren ist er Vorsitzender des Regionalverbands Würzburg-Mainfranken des Arbeiter-Samariter-Bundes. Seit fast 15 Jahren steht er an der Spitze des Bezirksverbandes Unterfranken des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Darüber hinaus unterstützt er viele Verbände und Vereine aus dem sozialen, sportlichen und kulturellen Bereich als Mitglied. Für seine herausragenden Verdienste erhielt Hans Werner Loew hohe Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber, die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze und die Georg-von-Vollmar-Medaille der Bayern SPD.

