Neue Chance auf einen Arbeitsplatz: Solidaritätsfonds des Bistums unterstützt Ausbildungsprojekt

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Würzburg erleben

21. März 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Junge Erwachsene bereiten sich in Bad Kissingen auf den Schritt in die Arbeitswelt vor – Betreuerin Eva Lewis: „Man muss mit viel Humor an die Sache herangehen“

Ganz unterschiedliche Menschen kommen zu Eva Lewis: Akademiker, Leute mit einer abgeschlossenen Ausbildung, Abiturienten, Menschen mit Realschulabschluss und solche ohne Schulabschluss. In der Nebenstelle Bad Kissingen des Kolping-Bildungszentrums Schweinfurt bereiten sie sich gemeinsam auf ihr großes Ziel vor: Endlich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen. Finanziell unterstützt wird die Arbeit von Lewis und ihren Kollegen durch den Solidaritätsfonds Arbeitslose der Diözese Würzburg. Für das in Bad Kissingen beheimatete Projekt „Ausbildungs- und Arbeitschance“ des Kolping-Bildungszentrums Schweinfurt beschloss der Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung einen Zuschuss von 25.000 Euro. Gefördert werden damit 18 Jugendliche sowie zwei Betreuerinnen.

Betreuerin Eva Lewis und ihre Kollegin Sandra Stöcklein helfen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis etwa 35 Jahre bei ihrer Stellensuche. „Die kommen nicht freiwillig, die werden vom Jobcenter hierhin geschickt“, erklärt Lewis. Offiziell betreut das Projekt 15 Arbeitssuchende, oft sind es aber auch mehr, sagt sie. Zuerst schauen die Kolpingmitarbeiter nach den Fähigkeiten der Teilnehmer. „Wo sind sie einsetzbar, physisch, aber auch psychisch“, sagt Lewis. Manche haben schon eine Ausbildung abgeschlossen und suchten einen Arbeitsplatz, andere bräuchten eine Ausbildungsstelle oder versuchen, ihren Schulabschluss nachzumachen.

Arbeitslosigkeit erzeugt Frustration

Die jungen Erwachsenen seien oft frustriert. Das ewige Bewerben, Hoffen und erneute Lesen einer Absage beschädige ihr Selbstwertgefühl. Trotzdem lässt die Betreuerin keine unnötigen Klagen zu. „Wenn die das Jammern anfangen, zähle ich denen auf, was ich alles schon erledigt habe, bevor ich hier um acht Uhr anfange“, sagt Lewis. Konsequenz sei wichtig in ihrem Job. Außerdem sei eine positive Grundeinstellung nötig: „Man muss mit viel Humor an die Sache herangehen und immer das Positive sehen.“

Besonders stolz ist Lewis auf eine alleinerziehende Mutter, die nach langer Arbeitslosigkeit einen Ausbildungsplatz als Malerin bekommen hat. Dabei sei sie zu Beginn wenig kooperativ gewesen, erinnert sich Lewis: „Sie war zunächst sehr demotiviert und hat sich quergestellt.“ Trotz abgeschlossener Ausbildung als Schneiderin habe die junge Frau nirgends eine Stelle gefunden. Nach der langen, erfolglosen Jobsuche habe sie resigniert. „Die wollte von uns immer an der Hand genommen werden“, sagt Lewis. Nach und nach lernte die junge Frau, sich selbstständig um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. „Dann hat sie an sich selbst geglaubt und wird nun sehr von ihrem Arbeitgeber unterstützt“, erzählt Lewis. Beim Kauf eines Autos habe ihr das Jobcenter und der Arbeitgeber geholfen.

Der Solidaritätsfonds Arbeitslose hat seit seiner Gründung durch Bischof Dr. Paul-Werner Scheele im Jahr 1984 insgesamt rund 11,3 Millionen Euro vor allem für Ausbildungsstellen und Arbeitsplätze für Arbeitslose in Unterfranken gegeben. 3705 Frauen und Männern wurde und wird geholfen. Von 1984 bis 2013 unterstützte die Diözese Würzburg den Fonds mit insgesamt über 8,9 Millionen Euro aus Mitteln der Kirchensteuer. Für 2014 sind im Diözesanhaushalt weitere 350.000 Euro bereitgestellt. Spenden und Zinserträge erbrachten in diesen Jahren über 2,3 Millionen Euro. Spenden für den Solidaritätsfonds Arbeitslose können eingezahlt werden bei: Liga Würzburg, IBAN DE70 7509 0300 0003 0000 44, BIC GENODEF1M05, oder bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN DE29 7905 0000 0000 0906 05, BIC BYLADEM1SWU.

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