Marihuana-Legalisierung? Cannabis Social Club in Würzburg

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Würzburg erleben

8. April 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Immer wieder gerät die beabsichtigte Legalisierung des Cannabiskonsums bundesweit in die Schlagzeilen. Erst Ende Januar diesen Jahres haben wir auf Würzburg erleben ein Interview mit Prof. Dr. Eric Hilgendorf von der Uni Würzburg veröffentlicht, der sich für eine kritische Überprüfung des Cannabis-Verbots einsetzt. Nun erregt ein Artikel auf Spiegel-Online aufsehen, in welchem sich die Expertengruppe „Schildower Kreis“ für die Aufhebung der strafrechtlichen Drogenprohibition einsetzt.

122 Professoren für Reformierung des Drogenstrafrechts

„Das strafrechtlich gestützte Cannabis-Verbot scheint in der Tat mehr zu schaden als zu nützen“, erläutert Prof. Hilgendorf gegenüber Würzburg erleben und unterstreicht damit die Meinung von bis dato 122 Strafrechtlern. Diese und noch viele andere Menschen haben das Manifest unterschrieben, wodurch vor dem Bundestag ein Antrag auf Überprüfung des Drogenstrafrechts gestellt werden soll.

Laut dem „Schildower Kreis“ habe sich die Prohibition von Cannabis weltweit als erfolglos erwiesen und müsse daher überdacht werden. Die Konsumenten würden in kriminelle Karrieren getrieben und das „Erlernen von Drogenmündigkeit“ verhindert. Desweiteren würden vom Verkauf von Cannabis weltweit Terrororganisation, wie z.B. die Taliban, und Drogenkartelle finanziell profitieren, was wiederum mit der Legalisierung unterbunden werden könnte. Das Netzwerk kritisiert außerdem, dass die Drogenprohibition dem Staat eine Menge Geld kosten würde. Durch die Aufhebung des Cannabisverbots könne man dagegen einen Verbraucher- und Jugendschutz einführen.

Selbst die sonst sehr drogenrestriktive US-Regierung habe „die Zeichen der Zeit“ erkannt. In Colorado und Washington sei der Freizeit-Konsum von Marihuana und Haschisch nun erlaubt, in 20 Bundesstaaten ist zumindest der Konsum zu medizinischen Zwecken erlaubt. Das südamerikanische Land Uruguay ist seit kurzem das erste Land der Welt, welches Anbau, Verkauf und Konsum von Marihuana staatlich regelt.

Drogenberatungsstelle hilft „Kiffern“

Die städtische Drogenberatungsstelle Würzburg will mit dem Projekt „Realize it!“Cannabis-Konsumenten dazu motivieren, ihren Drogengebrauch zu überdenken. Bei der Beratungsstelle setzt man sich dafür ein, dass abhängigen Konsumenten geholfen wird. Es werden zwar nur die wenigsten wirklich abhängig, aber manche eben schon.

15% der knapp 400 Drogenabhängigen, die im letzten Jahr die Beratungsstelle aufsuchten, kamen aufgrund von Cannabis-Konsum. 23 davon nehmen an „Realize it!“ teil. Das Projekt unterstützt Abhängige dabei, mit ihrer Sucht umzugehen und diese zumindest einzuschränken. Sowohl in Einzel-, als auch in Gruppengesprächen werden Ziele definiert, wie mit dem Konsum umgegangen werden soll.

Facebook-Gruppe: Cannabis Social Club Würzburg

Für die Legalisierung von Cannabis macht auch die Facebook-Seite Cannabis Social Club Würzburg Werbung. Seit der Gründung am 30.März hat die Gruppe bis dato 247 „Likes“ bekommen. Derartige Gruppierungen gibt es nicht nur für Würzburg, auch für andere Städte, wie Nürnberg, Berlin, etc. existieren solche Facebook-Auftritte.

Laut Wikipedia ist ein „Cannabis Social Club“ ein „nichtkommerzieller Verein, welcher den professionellen, kollektiven Anbau einer limitierten Menge von Cannabis organisiert, um die persönlichen Bedürfnisse der volljährigen Clubmitglieder zu decken.“ Innerhalb so eines Vereins dürfte also Cannabis, welches Qualitätschecks unterliegt, konsumiert und verteilt werden, jedoch ohne dafür Werbung zu machen oder Dritte zum Konsum zu verführen. „Cannabis Social Clubs“ existieren bisher in Europa bisher in Spanien, Belgien, den Niederlanden und in Deutschland – hier aber anonym und illegal.

Die Junge Piraten Unterfranken, die Piratenpartei Unterfranken und die Jungen Piraten Bayern rufen in ihrer Facebook-Veranstaltung zum „Global Marihuana March“ in Würzburg auf. Am 3. Mai um 15 Uhr wird die Demonstration für die Legalisierung des Marihuana-Konsums am Hauptbahnhof stattfinden. Jährlich findet der internationale „March“ in vielen Städten statt, Würzburg ist dieses Jahr das erste Mal dabei.

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