Ausgezeichnete Arbeit: „Goldenes Lebensretterherz“ an Polizisten verliehen

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Würzburg erleben

14. April 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Lebensgefährliche Rettung 

ASCHAFFENBURG. „Wir sind einfach nur froh, dass es so ausgegangen ist und die Frau noch lebt“, sagen heute Polizeiobermeister Matthias Rickert und sein Dienstgruppenleiter Polizeihauptkommissar Horst Stürmer, wenn man sie auf ihren lebensgefährlichen Einsatz am 19. März anspricht.

Die beiden Ordnungshüter der Polizeiinspektion Aschaffenburg waren an jenem Mittwochnachmittag gemeinsam auf Streifenfahrt im Stadtgebiet nicht weit vom Hauptbahnhof. Als die Einsatzzentrale dringend Kräfte zum „Dämmer Steg“ beorderte, waren sie schnell vor Ort und erlebten eine dramatische Situation.

Suizidversuch einer jungen Frau

Eine junge Frau hing über der Brüstung des Fußgängersteges über den vielbefahrenen Bahngleisen, direkt unter ihren Füßen die gefährliche Oberleitung für die Züge.

Schnell war klar, dass die Frau ihrem Leben ein Ende setzen wollte. Erschreckte Passanten hatten die Polizei gerufen, griffen aber aufgrund der gefährlichen Situation selbst nicht ein.

„Uns blieb keine Zeit zum Überlegen, wir mussten sofort handeln,“ so Horst Stürmer und Matthias Rickert.

Die eigene Lebensgefahr durch einen tödlichen Stromüberschlag bei Annäherung an die Leitung war Horst Stürmer, einem 55-jährigen Familienvater und Polizisten mit jahrzehntelanger Einsatzerfahrung sowie seinem 29-jährigen Kollegen Matthias Rickert bekannt.

Dramatische Situation spitzt sich zu

Während sie auf dem Steg zu der jungen Frau rannten, trafen noch zwei weitere Streifen ein, die von den Gleisen unterhalb der Brücke aus aber keine Chance zum direkten Eingreifen hatten. Sie konnten lediglich versuchen, das Abstellen des Oberleitungsstromes durch die Bahn zu erreichen.

Die ohnehin dramatische Situation spitzte sich noch zu, denn als Stürmer und Rickert die junge Frau erreichten, hangelte die sich in eindeutiger Absicht auf der Außenseite des Brückengeländers in Richtung eines Bahngleises, auf dem sich ein Zug näherte. Buchstäblich in letzter Sekunde gelang es den beiden Polizisten, sie an den Haaren und an der Schulter zu packen. Trotz Gegenwehr der zum Selbstmord Entschlossenen konnten die Polizisten die verzweifelte Frau mit vereinten Kräften über das Brückengeländer in Sicherheit bringen. Auch für hartgesottene Polizeibeamte kein alltäglicher Einsatz.

„Leben retten zu können, ist wohl die schönste Seite unseres Berufes und kommt häufiger vor, als die Öffentlichkeit wahr nimmt“ so Holger Zimmermann, Personalratsvorsitzender der unterfränkischen Polizei.

 

Der Personalrat der unterfränkischen Polizei hat ausschließlich für polizeiliche Lebensretter, die sich selbst in höchste Lebensgefahr begeben haben, das „Goldene Lebensretterherz“, eine Auszeichnung im Namen aller unterfränkischen Polizeibeschäftigten, geschaffen.

Bescheidene Helden

Im vorliegenden Fall hatten die beiden Polizisten übrigens kein Wort über ihren gefährlichen Einsatz verlauten lassen. Erst nachdem der Personalrat von anderen davon erfahren hatte, bestätigten Horst Stürmer und Matthias Rickert die Geschichte ohne große Worte.

Personalratsvorsitzender Holger Zimmermann ehrte bei einer kleinen Feierstunde im Beisein der extra aus Würzburg angereisten unterfränkischen Polizeipräsidentin Liliane Matthes, des Aschaffenburger Polizeichefs Bruno Bozem und des gesamten Einsatzteams der Dienstgruppe „A“ seine Kollegen Horst Stürmer und Matthias Rickert mit dem „Goldenen Lebensretterherz“.

Bislang 12 Beamte seit 2009 ausgezeichnet

Diese Auszeichnung wurde in Unterfranken seit 2009 an insgesamt 12 Polizeibeamte für lebensgefährliche Rettungen z.B. aus brennenden Häusern, von Autobahnbrücken oder aus dem eiskalten Main vergeben.

Polizeipräsidentin Liliane Matthes würdigte den Einsatz von Horst Stürmer und Matthias Rickert mit anerkennenden Worten sowie einer schriftlichen Belobigung für die Personalakte und bedankte sich für die vorbildliche Polizeiarbeit beim gesamten Einsatzteam der Dienstgruppe „A“.

 

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