Projekt zweier Fakultäten: Hundertjährige in Würzburg
Anzeige
Würzburg erleben
16. April 2014

Symbolbild Würzburg
Ausstellung jetzt in der „WiSo“-Galerie
In Deutschland gibt es rund 17.000 Hundertjährige, davon leben 45 in Würzburg. 13 von ihnen wurden in einem interdisziplinären Projekt an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt interviewt, fotografiert und anschließend in einer Ausstellung präsentiert. Diese wurde erst im Würzburger Rathaus gezeigt und nun in der „WiSo“-Galerie in der FHWS in der Münzstraße 12.
Das Projekt erfolgte Fakultäts-übergreifend: Helena Heinrich und Anne Zeun von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften interviewten zehn Frauen und drei Männer aus den Geburtsjahrgängen um 1913 unter der Leitung von Professorin Dr. Theresia Winterfest. Von der Fakultät Gestaltung porträtierten Daniel Zellfelder und Rainer Wengel, mit Hilfe von Professor Dieter Leistner die Senioren, die Senioren behutsam und mit Einfühlungsvermögen.
Würdigender Rahmen für die Senioren
Sozialpädagogin Anne Zeun erläuterte die Interviewführung wie folgt: Die Interviews erfolgten mit Hilfe eines teilstandardisierten Fragebogen im Wohnumfeld der Senioren und zwar in einem Zeitrahmen von 30 bis 90 Minuten. Die beiden Fotografen konnten die Damen und Herren so im Vorfeld schon etwas kennenlernen und so eine angenehme Aufnahme-Situation gewährleisten. Schwarz-Weiß Aufnahmen kamen für die Porträts nicht in Frage, die Bilder mussten außerdem unbedingt die Würde der Senioren wahren.
„Ich werde leben bis 2020“
Die Einstellungen und Antworten der Senioren dürften sehr beeindruckend, zum Teil auch überraschend gewesen sein. Philoma Dell, 1913 in Ochsenfurt geboren, wurde nach der Devise ihres Lebens gefragt. Ihre aufrichtige Antwort: “ Ich war mit meinem Leben zufrieden. Nicht bloß gemeckert, wenn schlechte Zeiten kamen. Die kommen immer mal so zwischendurch.“ Paul Rottenau, ebenfalls 1913 geboren im Bezirk Breslau, hält „Mut und Humor“ für seine essentiellen Charaktereigenschaften. Er ist sich sicher: „Ich werde leben bis 2020.“
Verwandtes Projekt schon 1971
Robert Scheller, der Sozialreferent der Stadt Würzburg, freut sich über eine Neuauflage einer Studie über Hundertjährige aus dem Jahr 1971. Professor Dr. Hans Franke hatte die Menschen damals unter dem Titel „Begegnung mit Hundertjährigen“ zeichnerisch porträtiert.

