Legaler Cannabis-Anbau für Schmerzpatienten?
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Würzburg erleben
29. April 2014

Symbolbild Würzburg
Würzburger will Eigenanbau von Drogen einklagen
Das Thema Cannabis scheint in Würzburg momentan in aller Munde zu sein: Marihuana March, Social Cannabis Club und nun nimmt sich Welt.de auch einem Thema in diese Richtung an, wenn auch mit aus einem anderen Grund. Der Würzburger Günter Weiglein ist einer von bundesweit 100 Menschen, die vom deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel die Erlaubnis haben, Cannabis zu konsumieren. Der Konsum läuft im Rahmen einer medizinisch betreuten Selbsttherapie ab.
Der 48-Jährige hatte einen Motorradunfall und seitdem plagen ihn starke Schmerzen in der linken Schulter, im Rücken und in den Knie. Er raucht also die Joints nicht zum Vergnügen, sondern wegen seiner chronischen Schmerzen. Wenn er sich die Linderung durch das Rauchen verschafft, dann dauert das etwa eine halbe Minute, dann entspannt sich seine Muskulatur und der Schmerz lässt nach. Noch hat er kein anderes Mittel gefunden, was ihm in ähnlicher Weise hilft.
Drogen auf Rezept
Die Patienten, die für diese Selbsttherapie zugelassen sind, holen sich die Drogen ganz normal auf Rezept in der Apotheke. Aber auch das scheint nicht die „perfekte“ Lösung zu sein, denn zum einen ist das Apothekencannabis mit etwa 15 Euro pro Gramm recht kostspielig und muss zudem selbst bezahlt werden. Zum anderen kann die Wirkung mit der Zeit nachlassen, sodass immer mehr konsumiert werden muss.
Günter Weiglein konsumiert momentan etwa 30 Gramm im Monat, was ihn rund 450€ kostet. Deshalb plädiert er dafür, dass Betroffene ihr Marihuana selbst anbauen dürfen. Aus diesem Grund wird er auch vor Gericht ziehen, dabei wartet er noch auf einen konkreten Termin. Heimlich anbauen will er nicht und sieht es auch nicht ein.
Antrag auf Eigenanbau kann gestellt werden
Im Dezember 2012 kam es zu einem Gerichtsurteil, welches Anlass zur Hoffnung in diesem Fall gibt. Schwerkranke dürfen, wenn es keine anderen Alternativen gibt, einen Antrag auf Eigenanbau beim Bundesinstitut für Arzneimittel stellen. Ob die Behörde aber Erlaubnisse vergibt, ist fraglich. Laut der Drogenbeauftragten des Bundesministeriums kann die Qualität und Sicherheit selbst gewonnenen Pflanzenmaterials nicht sichergestellt werden.
Einen Konsens will man aber trotzdem finden, dieser könnte darin bestehen, dass die Krankenkassen die Kosten für das Arzneimittel übernehmen. Das wäre Günter Weiglein aber nicht genug, denn er würde sich unbedingt eine größere Vielfalt an Sorten wünschen. Es werden nur vier Sorten angeboten, von denen er nur eine verträgt und die Wirkung dieser lässt bei ihm schon nach.

