Vorgänger verabschiedet – letzte Sitzung des „alten“ Stadtrats

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Würzburg erleben

30. April 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Feierliche Schlusssitzung 

Die feierliche Schlusssitzung des Würzburger Stadtrats nach der Wahlperiode 2008/2014 markiert eine kleine Zeitenwende. Oberbürgermeister Christian Schuchardt stand eine Woche vor der ersten Sitzung des am 16. März neugewählten Stadtrats vor der Aufgabe nicht weniger als drei Vorgänger im Amt für ihre Verdienste auszuzeichnen und zu verabschieden.

„Unterm Strich gute Jahre“

In der letzten Sitzung wurde also nicht nur eine Bilanz über die letzten sechs, „unterm Strich guten Jahre für Würzburg“ gezogen, wie sich Schuchardt ausdrückte, man warf auch noch einmal einen Blick auf das Wirken von Dr. Klaus Zeitler, der bereits vor wenigen Wochen für seine 20-jährige Tätigkeit als
ehrenamtlicher Stadtrat geehrt wurde. Prägend seien aber naturgemäß besonders die Jahre 1968 bis 1990 gewesen. In dieser Wirkungszeit als Oberbürgermeister fiel laut Schuchardt die Vollendung des Würzburger Wiederaufbaus. Zu den großen Bauprojekten gehören beispielsweise das Müllheizkraftwerk, das Congress Centrum, die Straßenbahnverlängerung zum Heuchelhof oder auch die erste Landesgartenschau 1990. Die Stadt, ihre Werke und Gesellschaften investierten in diesen 22 Jahren zusammen fast 1,5 Milliarden DM in den Ausbau der Infrastruktur.

Abschied für Zeitler, Beckmann, Rosenthal

Auch Dr. Pia Beckmann gehört dem neuen Stadtrat nicht mehr an und erhielt zum Abschied ebenfalls ein Präsent der Stadt Würzburg. Schuchardt würdigte in seinen Dankesworten die eloquente, charmante und durchsetzungsstarke Politikgestaltung seiner Vorvorgängerin zwischen 2002 und 2008 in schwierigsten Haushaltszeiten. Es sei ihr dennoch gelungen Zukunftsthemen anzugehen. Als Erfolgsbeispiele nannte Schuchardt unter anderem die Erweiterung des Gewerbegebiets an der B19 mit der Ansiedlung von IKEA, die Umsetzung des Rahmenplans Zellerau-Mitte oder zahlreiche kulturelle Impulse wie das Festival Hafensommer. Auch gelang es in Zeiten knapper Kassen, die für Würzburg lebenswichtigen ehrenamtlichen Strukturen zu erhalten und zu fördern.

Bilanz von Rosenthals Amtszeit

Ganz frisch ist die Bilanz noch bei Schuchardts direktem Vorgänger. Georg Rosenthal trat am 7. Oktober 2013 sein Mandat im Bayerischen Landtag an, seitdem ruhte auch das Amt des Oberbürgermeisters, bis zum Tag nach der Kommunalwahl. Schuchardts Bilanz über die nun beendete Wahlperiode beleuchtete somit gleichzeitig auch Rosenthals Amtszeit. In diesen Jahren wurden die Schulden weiter reduziert auf nun rund 223 Millionen Euro und Rücklagen in Höhe von rund 17 Millionen Euro gebildet und dieses solide Wirtschaften gelang, obwohl gleichzeitig die Investitionen von Rekordniveau zu Rekordniveau eilten. Besonders profitierten davon beispielsweise Schulsanierungen und auch der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuungsangebote. Grundsätzliche Weichenstellungen gab es für die Politikfelder Klimaschutz, Inklusive oder auch durch das verabschiedete und ausgezeichnete Seniorenpolitische Gesamtkonzept. Des Weiteren wurde die Jahrhundertchance ergriffen, die sich nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte für die Stadt ergab. Die Entwicklung des Hublands schreitet laut Schuchardt in Rekordtempo voran.

FH und Erinnerungskultur

Drei Punkte hob Schuchardt besonders hervor, um Rosenthals persönlichen Anteil an den Erfolgen herauszuarbeiten. Schuchardt lobte Rosenthal für seine Fähigkeit breite Allianzen zu schmieden, wie er es gleich zu Beginn seiner Amtszeit beim Bürgerentscheid über den Neubau der FHWS am Sanderheinrichsleitenweg gezeigt habe. Des Weiteren habe ein aktives Bekenntnis zu einer stärkeren Bürgerbeteiligung fast alle großen Projekte getragen. Und schließlich habe Rosenthal ein neues Kapitel der Erinnerungskultur aufgeschlagen. Mit vielen Initiativen und dem bewegenden Höhepunkt beim Besuch jüdischer Holocaust-Überlebender in Ihrer alten Heimat.

15 Stadträte wurden geehrt

Insgesamt 15 Stadträtinnen und Stadträte nahmen in der Schlusssitzung, die vom Bläserquartett des Mainfranken-Theaters feierlich umrahmt wurde und der auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm beiwohnte, ihre Dankurkunde und ein kleines Präsent entgegen: Karl Adam (entschuldigt), Marianne Albrecht, Dr. Pia Beckmann, Dr. Andrea Behr, Belinda Brechbilder, Eva-Maria Fabisch-Uthe (entschuldigt), Holger Grünwedel, Reiner Hartenstein, Renate Kleinhans, Regine Samtleben, Egon Schränk, Hans Schrenk, Thomas Schrenk, Ursula Weschta und Dr. Klaus Zeitler.

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