Adi Bauer wieder Bürgermeister – Wahlkrimi um 2. OB-Vertreter

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Würzburg erleben

5. Mai 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Kräftemessen zwischen CSU und SPD

Personalfragen sind Machtfragen. Und so kann man an dem Ergebnis der umkämpften Abstimmung der zwei Bürgermeister einiges ablesen. Drei Kandidaten gab es für die zwei Stellvertreterposten des OBs. Neben den bisherigen, altgedienten Bürgermeister Adolf Bauer (CSU) und Marion Schäfer-Blkae (SPD) wollte es auch der FDP-Kandidat Joachim Spatz wissen. Er hatte im Wahlkampf Christian Schuchardt unterstützt und hatte aufgrund vieler Absprachen Grund, sich auf die Unterstützung der CSU und der bürgerlichen Parteien WL-FW und Bürgerforum zu verlassen.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=ru83n_FU4KU

Bauer gewählt – Losentscheid für Schäfer-Blake

Für den ersten Stellvertreter des OBs, also den 2. Bürgermeister, wurde Adolf Bauer (CSU) gewählt. Von den 50 Stadträten wurden 50 gültige Stimmen abgegeben. Hierbei entfielen auf Dr. Adolf Bauer 29 Stimmen. Damit ist Adolf Bauer gewählt.

Für den zweiten Stellvertreter wurde zwischen Marion Schäfer-Blake (SPD) und Joachim Spatz (FDP) ausgewählt. Mit jeweils 25 gültigen Stimmen erhielten beide Kandidaten gleichviel Stimmen. Damit kam es zu einer Stichwahl, die Spannung war mit Händen zu greifen. Auch die Stichwahl ging nochmals 25:25 Stimmen aus. Laut Gemeindeordnung mußte jetzt das Los entscheiden. Marion Schäfer-Blake war Fortuna hold. Sie ist nun 3. Bürgermeisterin.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=YAN3Wx8Rhvk

Bruch mit Tradition

Bisher war es im Würzburger Stadtrat üblich gewesen, die beiden größten Fraktionen, CSU und SPD mit einem Bürgermeisteramt zu versehen. Dies sollte die gemeinsame Anstrengung symbolisieren, über Parteigrenzen hinweg für das Wohl der Stadt zu arbeiten. Da zu einer Mehrheit im 50-köpfigen Stadtrat 26 Stimmen nötig sind, war das auch rechnerisch eine sichere Sache. Die CSU hat mit 17 Stadträten, die SPD mit 10 Sitzen jeweils keine eigene Mehrheit, gemeinsam geht es knapp.

Mit dem Sieg des bürgerlichen OB Christian Schuchardt war allerdings innerhalb der CSU und FDP der Ruf nach einer „Bürgerlichen Koalition“ laut geworden. Ein FDP-Bürgermeister, also ein neben dem OB zweiter bürgerlicher Amtsträger, so die interne Abmachung zwischen CSU, WL-FW und FDP/ Bürgerforum, solle dies nach außen dokumentieren und auch innerhalb der bürgerlichen Fraktionen ein Zeichen für mögliche Mehrheitsfindungen sein. Insgesamt verfügt dieser Block mit der Stimme des OBs über 17+3+3+1 Sitze, also 24. Es fehlen also noch 2 Stimmen, die die Bürgerlichen von der Freien Wählergemeinschaft FWG (3 Stimmen) zu bekommen hofften.

SPD setzt auf Vernunft

Die SPD hatte im Vorfeld angeboten, durch eine Absprache zwischen CSU und SPD Adolf Bauer und Marion Schäfer-Blake wie in der Vergangenheit zu wählen. Die CSU hatte sich allerdings schon am Wochenende offiziell auf den FDP-Kandidaten Joachim Spatz festgelegt. Dennoch verzichtete die SPD mit Verweis auf die „Gepflogenheiten“ darauf, einen Gegenkandidaten zu Bauer aufzustellen, was die problemlose Wiederwahl des CSU-Mandatsträge erst ermöglichte. Im Gegenzug vertraute die SPD darauf, daß wohl einige CSU-Fraktionsmitglieder in geheimer Wahl doch noch für die SPD-Frau stimmen würden.

Viel Porzellan zerschlagen

Die CSU hat eine deutliche Schlappe erlitten, da ihr Machtspiel nicht aufging. Ihre Möglichkeit, künftig „bürgerliche“ Mehrheiten zu finden, muss kritisch gesehen werden. Mit Blick auf SPD und Grüne wurde zudem Porzellan zerschlagen: statt einer Kompromisslösung zu finden, wollte die CSU mit FDP und WL-FW dem Kopf durch die Wand – und scheiterte.

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