BookCrossing: aussetzen statt wegwerfen
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Würzburg erleben
14. Mai 2014

Symbolbild Würzburg
Freilassen statt im Bücherregal verstauben lassen
Quellt dein Bücherregal auch über? Trotzdem bringst du es nicht übers Herz, deine Lieblingslektüren, die schon Staub angesetzt haben und die du ziemlich wahrscheinlich kein weiteres Mal mehr lesen wirst, auszumisten? Dann findest du durch BookCrossing womöglich Abnehmer. Mit dem noch eher unbekannten Trend kannst du dafür sorgen, dass andere Menschen noch etwas von deinen Büchern haben und ihnen so eine Freude machen.
Kennzeichnen, teilen, verfolgen
BookCrossing funktioniert so: Man setzt sein Buch an einem öffentlichen Ort – zum Beispiel im Zug, Café oder Hörsaal – aus und kann dessen Reise anschließend im Internet nachverfolgen. Damit der jeweilige Standort des Buches nachvollzogen werden kann, muss sein Besitzer im Vorfeld auf der Website www.bookcrossing.com zunächst sich selbst und anschließend das Buch registrieren (beides ist kostenlos). Er erhält dann eine sogenannte BCID (BookCrossing-Identitätsnummer), die zusammen mit einem kurzen Text zur 2001 entstandenen Idee des Trends als Aufkleber auf das Buch geklebt wird.
Wer ein registriertes Buch findet, kann dessen BCID auf www.bookcrossing.com eingeben. Neben Kommentaren ehemaliger Leser des Buches erfährt man dadurch, wo es bereits herumgereist ist. Nun sollte auch der Finder – denn nur so funktioniert BookCrossing richtig – den aktuellen Standort eintragen. Wer möchte, kann über die Plattform den ursprünglichen Besitzer kontaktieren oder Kontakte zu anderen Bücherenthusiasten knüpfen. Dann wird das Buch wieder freigelassen.
BookCrossing in Würzburg
Auch durch Würzburg reisen gerade Bücher, die bei BookCrossing registriert sind. Eines davon: „Das Feuer der Finsternis“ von William Golding. Gesichtet: vorletzte Woche im Café Rudowitz von der Würzburg erleben Redaktion. Nach Eingabe der BCID auf der oben genannten Website wird uns angezeigt, dass das im Februar 2012 ausgesetzte Buch es schon von Hessen nach Würzburg geschafft hat. Welche Zwischenstationen es dabei gemacht hat und ob es per Zug, Auto oder auf andere Weise hierher gekommen ist, wurde im Fall des von uns gefundenen Buches leider nicht vermerkt.
Wer nicht warten möchte, bis ihm in Würzburg ein freigelassenes Buch zufliegt, kann auch selbst in der Stadt auf die Jagd gehen. Laut den Angaben auf der Website sollen Bücherfans zum Beispiel im „Wunschlos Glücklich“ gute Chancen haben. Von dort aus wurden 2014 schon sechs Bücher auf die virtuelle Schnitzeljagd geschickt. Laut der BookCrossing-Website stammen aktuell übrigens 298 der 71.134 deutschlandweit dort registrierten Mitglieder aus Würzburg.

