Generationenverbindendes Caritas-Projekt „Wohnen für Hilfe“ wird ausgebaut
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Würzburg erleben
19. Mai 2014

Symbolbild Würzburg
Vermittlung, Beratung und Unterstützung
Sie unterstützen und beraten bei der Vermittlung und Auswahl der Wohnpartner, sie führen Gespräche, ermitteln Wünsche und Vorstellungen, helfen bei Vertragsabschluss und Ausgestaltung von Vereinbarungen, informieren über rechtliche Grundlagen, betreuen bestehende Wohnpartnerschaften, begleiten im Fall eines Konfliktes und vieles mehr: die ehrenamtlichen Wohnpaten des Kooperationsprojektes „Wohnen für Hilfe“ vom Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. und der Katholischen Hochschulgemeinde. Eine der ehrenamtlichen Helferinnen ist Gerda Weiß.
Gute Alternative zum mangelnden Wohnraum in Studentenstädten
Als ihr Sohn Phillip zum Wintersemester 2011/12 einen Studienplatz in München erhielt und dort eine Unterkunft suchte, erlebte sie hautnah, wie schwierig es ist, ein Zimmer oder eine Wohnung in einer Studentenstadt zu finden. Die 52-jährige kaufmännische Angestellte und Mutter zweier Söhne unterstützte Phillip bei der Suche. Sie studierte die Annoncen in den einschlägigen Zeitungen, suchte im Internet, erkundigte sich beim Studentenwerk. Zunächst ohne Erfolg. Erst drei Wochen nachdem das Semester bereits begonnen hatte, erhielt Phillip endlich die Zusage für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim – er hatte Glück, ein anderer Student wechselte kurzfristig Studienplatz und -ort.
Vermieter und Studierende profitieren und lernen voneinander
Von einer Freundin hört Weiß kurze Zeit später vom Würzburger Wohnprojekt „Wohnen für Hilfe“. Kurz entschlossen erkundigt sie sich bei der Koordinatorin Mirjam Gawenda und ist von der Idee hinter dem Projekt begeistert. Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet Gerda Weiß ehrenamtlich bei „Wohnen für Hilfe“ mit. Fünf Wohnpartnerschaften in Stadt und Landkreis Würzburg hat sie seither vermittelt und betreut. „Es ist immer wieder schön, zu erleben, wenn Vermieter und Studierende voneinander profitieren und lernen“, erzählt Weiß, „und freier Wohnraum zur Verfügung gestellt und genutzt wird.“
Caritas sucht noch ehrenamtliche Mitarbeiter
„Mehr als 50 Vermittlungen sind seit Ende 2011 zustande gekommen“, berichtet Mirjam Gawenda vom Caritasverband. „Um das Angebot langfristig zu sichern und weiter auszubauen, suchen wir weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Lebenserfahrung und Freude im Umgang mit Menschen unterschiedlicher Generationen haben.“ Die möglichen Aufgaben sind vielfältig. Von der Vermittlung von Wohnpartnerschaften über deren Begleitung bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit und konzeptionellen Weiterentwicklung des Projektes gibt es viel zu tun.
Interessierte können sich per E-Mail oder telefonisch bei Mirjam Gawenda, Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V., informieren. Weitere Infos gibt’s auf der Website des Projekts.
Die Idee hinter dem Projekt
Auf dem Hintergrund, dass ältere Menschen, Familien, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung zunehmend Hilfe bei der Bewältigung des täglichen Lebens benötigen und Studierende oft Wohnungsnot haben und finanzielle Entlastung während ihres Studiums suchen, sind in vielen Hochschulstädten Deutschlands in den letzten Jahren intergenerative Projekte entstanden. So auch im Juli 2011 in Würzburg. Wohnen für Hilfe heißt das Angebot, ein Kooperationsprojekt des Caritasverbandes und der Katholischen Hochschulgemeinde.
Studierende erhalten Wohnraum und zahlen eine verminderte oder sogar keine Miete. Dafür leisten sie dem Wohnraumanbieter Hilfen im Alltag. Als Faustregel gilt: 1m² Wohnraum entspricht 1 Stunde Hilfe pro Monat.

