Training für den Ernstfall Teil IV: Großübung Umspannwerk

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Würzburg erleben

19. Mai 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Gleich kommt der Alarm

Freitagnachmittag, 17.30 Uhr. Ich stehe mit Kreisbrandinspektor Alois Schimmer, Kreisbrandmeister Heiko Drexel und Dominik Olbrich, Kreisjugendwart am alten Umspannwerk Eßfeld kurz vor Giebelstadt. Zugegeben –  schon seltsam, wenn man weiß dass gleich der Alarm für mehrere Feuerwehren im Umkreis gegeben wird und fast keiner der Retter im Vorfeld informiert ist. Zwischenzeitlich ist auch der Bürgermeister von Giebelstadt, Helmut Krämer dabei. Er möchte natürlich auch wissen, wie so ein Einsatz abläuft.

In etwa 30 min werden hier rund 80 ehrenamtliche Feuerwehrler zwei vermissten Personen retten müssen, die man vorher in verschiedene Garagen auf dem Gelände versteckt hat. Nicht zu vergessen: auch noch das Feuer löschen. Um das Szenario noch realistischer dazustellen, sind auch mehrere Nebelmaschinen im Einsatz.

Das knifflige an dieser Großübung ist aber nicht alleine der Brand und die Rettung an sich, sondern die Wasserversorgung, die zum Löschen zwingend nötig ist. Ein Fahrzeug der Feuerwehr hat nämlich nur begrenzt Wasser an Bord. 
Aus diesem Grund wird hier besonders der so genannte „Pendelverkehr“ trainiert, der die einzelnen Fahrzeuge im Wechsel zum Wassernachschub zwischen Einsatzort und Hydranten optimieren soll. Für den Einsatz heute, wäre dies der etwa 1 Kilometer entfernte iPark, Klingholz. 

900 Meter Schlauch

Zusätzlich wird von Essfeld ein Schlauch mit über 900 Metern Länge, Wasser zu den Einsatzkräften pumpt. Für die Zukunft, sollte sich aber die Gemeinde hier wirklich überlegen, nicht schnellstens einen Hydranten zu spendieren. Kann ja schnell auch einmal zum Ernstfall werden.

So eine Übung ist für keinen hier alltäglich und dient dazu Fehler zu erkennen, zu beheben und auch noch um einen Rettungsplan für die abgelegene Einsatzstelle zu erstellen.

18.02 Alarm

Punkt 18.02 Uhr gibt Heiko Drexel den Alarm. Erst jetzt bekommen die angeforderten Einsatzkräfte über Funk mitgeteilt, dass es sich um eine Alarmübung handelt. Die Sirenen der umliegenden Ortschaften geben zeitgleich ihre Warntöne ab.
Es könnte brenzlig werden: Großübung am Freitag an der B19 im Feierabendverkehr. Das verlangt Disziplin und Ordnung.

Keine 5 Minuten später Treffen die ersten Löschfahrzeuge ein. Die Feuerwehr Essfeld ist zu erst vor Ort und macht sich ein Bild der Lage. Während die Zufahrt gesichert wird, treffen schon die nächsten Fahrzeuge ein. Innerhalb kürzester Zeit sprinten die Mannschaften routiniert los. Selbst ein Schlauchwagen aus Eibelstadt wird extra angefordert.

Ganz reibungslos verläuft die Anfahrt nicht. Eigentlich sollten gleich Einheiten zum iPark fahren, die jetzt doch gleich direkt am Einsatzort stehen. Schnell ist aber auch dieser kleine Fehler behoben. Fast 80 Männer und Frauen der Feuerwehr befinden sich jetzt im Einsatz und löschen am Brandort.

Mit Atemschutz und Schlauch eilen die Einsatzgruppen an die Brandstellen. Schnell sind die vermissten Personen, in Form von Holzpuppen, aus den verrauchten Garagen evakuiert und in Sicherheit. 

Beeindruckend wie so viele Männer und Frauen in so kurzer Zeit diszipliniert und koordiniert zusammenarbeiten können.

Acht Löschfahrzeuge

Insgesamt 45 Minuten dauerte es bis der Einsatz erfolgreich beendet ist und die Feuerwehren aus Giebelstadt, Essfeld, Eibelstadt, Fuchsstadt, Reichenberg, Geroldshausen und Albertshausen, wieder ihren Weg nach Hause antreten können. Wahnsinn in welch schneller Zeit die Jungs und Mädels der Feuerwehren so einen großen Einsatz vollständig beenden. Kreisbrandinspektor Alois Schimmer und Kreisbrandmeister Heiko Drexel sind jedenfalls sehr zufrieden mit dieser Übung, obwohl es an manchen Stellen noch Optimierungsbedarf gibt – aber dafür sind Übungen ja da. 

Ich für meinen Teil weiß auf jeden Fall einmal mehr: wir können froh sein, dass so viele ehrenamtliche Helfer um uns rum sind, die in ihrer Freizeit kommen wenn’s brennt. Danke hierfür.

Spezieller Dank natürlich an Dominik Olbrich, Heiko Drexel und Alois Schimmer, die uns den spannenden Tag ermöglicht haben.

 

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