Lacrosse: FTW-Herren holen den Ligapokal nach Würzburg
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Würzburg erleben
26. Mai 2014

Symbolbild Würzburg
Das erste Mal in der jungen Vereinsgeschichte
Zwei Jahre ist sie mittlerweile her: die legendäre Meisterschaft der SG Würzburg/Erlangen. Zwei Jahre, in denen sich eine Menge verändert hat. Zwei Jahre, in denen sich in beiden Städten zwei beeindruckend eigenständige Lacrosse-Teams entwickelt haben. Das Final Four-Turnier um den Ligapokal der zweiten Bundesliga Süd am vergangenen Samstag in Ingolstadt unterstrich diese Entwicklung in beeindruckender Weise.
Würzburg und Erlangen hatten sich die beiden Spots im Ligapokal durch die Platzierungen 1 und 2 in der Bayernliga verdient. Komplettiert wurde das Starterfeld durch die Mannschaften Stuttgart B und Konstanz aus Baden-Württemberg. Im ersten Halbfinale standen die Jungs der FTW der Stuttgarter Reserve gegenüber, von der sie im Finale vergangenes Jahr noch verdient besiegt wurden und die damit als Titelverteidiger angereist war.
Souveränität gegenüber Stuttgart
Entsprechend angriffslustig ging die Mannschaft der FTW in die Begegnung, fest entschlossen sich für diese schmerzhafte Niederlage zu revanchieren. Dies gelang ihr in beeindruckender Manier. Von der ersten Spielminute an brannte sie ein regelrechtes Feuerwerk ab. Jeder Zweikampf, jeder Groundball, jeder Sprint geriet zu einem Statement, einem Statement ihrer Entschlossenheit, ins Finale einzuziehen.
Selbst die Veteranen im Würzburg-Dress waren sich einig: Dieses Spiel war aus mannschaftlicher, aus kämpferischer und auch aus spielerischer Sicht das beste, das ein Würzburger Lacrosse-Team bis dato auf den Rasen gezaubert hat. Der traditionell schwierigen Beziehung zu Groundballs zum Trotz waren die Jungs der FTW den Stuttgartern in diesem Bereich diesmal haushoch überlegen.
Stuttgarter Team chancenlos gegen Würzburg
Hatten sie den Ball schließlich offensiv in ihren Reihen, zirkulierte er ruhig und überlegt, bis zum meist überlegten Abschluss. Vor allem Alex „Iceman“ Kuhlemann ließ dem alten Freund der Mannschaft, Julian Neubig, im Stuttgarter Kasten keine Chance. Zudem dürfte sich Julian gehörig darüber geärgert haben, einst Dominik „Teddy“ Schmitt für Würzburg rekrutiert zu haben, der ihn ebenfalls zweimal überwand. Dementsprechend zog die Mannschaft der FTW mit einem 12:2 gegen Stuttgart B hochverdient ins Finale ein und konnten sich entspannt anschauen, welches Team ihnen folgen würde.
Endstand FT Würzburg Lacrosse – Stuttgart B: 12:2; Tore für Würzburg: Alexander Kuhlemann (5), Dominik Schmitt (2), Markus Heß, Thomas Niepel, Christoph Buchholz, Steffen Jakel
Traumfinale zwischen Würzburg und Erlangen
Auch das zweite Halbfinale entwickelte sich zu einer eindeutigen Angelegenheit, denn Erlangen ließ den überforderten Konstanzern nicht den Hauch einer Chance und unterstrich damit die Dominanz der bayerischen (oder besser der fränkischen) Teams im Süden. Damit war es perfekt: Das Traumfinale, das ewige Bruderduell, Erlangen gegen Würzburg!
Auch mit den alten SG-Stammesbrüdern aus Erlangen, mit denen die Jungs der FTW noch bis zur Meisterschaft 2012 gemeinsam auf Kriegspfad gingen, hatten sie noch eine Rechnung offen. In einem spannenden Spiel, das mit 11:10 nicht knapper hätte ausgehen können, hatten die Tribesmen sie in der Vorrunde erstmals besiegt und mit ihrer Defense und beeindruckend athletischen Offensive vor unerwartete Probleme gestellt – Qualitäten, die sie nun auch wieder im Halbfinale gegen Konstanz unter Beweis gestellt hatten.
Kampf um jeden Zentimeter Rasen
Wenig verwundernswert also, dass das Finale von Beginn an ein knallharter Kampf um jeden Zentimeter Rasen war. Beide Teams schienen aufs Äußerste entschlossen, am Ende den Henkelpott mit nach Hause zu nehmen. Zunächst schien aus Würzburger Sicht alles nach Plan zu laufen, als Steffen Jakel Gregor „Diego“ Ohmke im Erlangener Kasten in der 5. Minute erstmals überwand und zur umjubelten Führung für die FTW einnetzte.
Die brandgefährliche Erlangener Offense um Peter Wittmann konterte jedoch postwendend und so waren es die Tribesmen, die mit einer 2:1-Führung in die erste Viertelpause gingen. Daraufhin entspann sich ein Kampf auf Biegen und Brechen, bis Christoph Buchholz nach überragender Vorarbeit von „Teddy“ Schmitt zum 2:2 egalisierte. Doch auch darauf hatten Tribesmen eine Antwort und zogen ihrerseits nun mit 4:2 davon, was gleichzeitig den Halbzeitstand markierte.
Comeback nach 2:4 Rückstand
Doch wer die FTW an diesem Tag frühzeitig abschrieb, der konnte falscher nicht liegen. Zu hart hatten die Jungs gefochten, zu viel Blut und Schweiß investiert, um nun aufzugeben und unterzugehen. Bis an die Haarspitzen voll mit Adrenalin und dem Willen, das Ding noch zu drehen, kam das Team aus der Pause. Eine taktische Umstellung der Coaches ließ sie die Offense der Tribesmen nun besser in den Griff bekommen und auf der anderen Seite des Feldes konnte das Team einmal mehr auf seine eigene Feuerkraft vertrauen, die nun endlich zündete.
Innerhalb von nur fünf Minuten besorgten erst Alex Kuhlemann den Anschluss, Thomas Niepel den Ausgleich und schließlich Steffen Jakel nach Assist von Manuel Häußler die erneute Führung zum 5:4. Die Partie war gedreht! Stehend k.o. verpassten die Jungs vom FTW es zwar, unmittelbar danach den Sack zu zu machen, doch nun fiel auch Erlangen in der Offense nicht mehr viel ein. Endlich, in der 76. Minute, ließ das 6:4 von Manuel Häußler sie ein wenig aufatmen und Andi Beck besorgte in der 80. Minute schließlich den Endstand.
Den Pokal in den Händen
Unmittelbar danach brauchen alle Dämme: Goalie Max Blücher musste begraben unter einem Haufen jubelnder Leiber um seine Gesundheit fürchten. Alle Spieler lagen sich, obwohl stehend k.o,. in den Armen und der Henkelpott war in den Händen der Würzburger. Es dauerte eine ganze Weile, diese Jubeltraube zur Siegerehrung zu bewegen, wo zunächst die Coaches und dann das Team alle schweiß-, sekt- und biergetränkt das Objekt der Begierde in den Ingolstädter Himmel stemmen durften. The rest is history.
Endstand FT Würzburg Lacrosse – Erlangen Tribesmen 7:4; Tore für Würzburg: Steffen Jakel (2), Alexander Kuhlemann, Thomas Niepel, Christoph Buchholz, Manuel Häußler, Andreas Beck

