Verlegung von 23 neuen Steinen für Opfer des Nationalsozialismus
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Würzburg erleben
26. Mai 2014

Symbolbild Würzburg
Stolpersteinverlegung mit Künstler Gunter Demnig
Am Mittwoch, den 28. Mai, werden in Würzburg zum 17. Mal Stolpersteine verlegt. Der Künstler Gunter Demnig kommt dazu nach Würzburg. Insgesamt werden danach 408 Steine vor Häusern von ermordeten NS-Opfern liegen. Infos zum genauen Verlauf der Verlegung findet Ihr auf der Homepage www.stolpersteine-wuerzburg.de.
Die Verantwortlichen des Stolperstein-Projekts laden insbesondere zur Verlegung der Stolpersteine für Familie Kirschner um 10.30 Uhr in der Veitshöchheimer Straße 1 a ein. Albert Kirschner wurde als Jude 1935 aus dem Amt des Zollfinanzrats und aus seiner Dienstwohnung gejagt. Schließlich wurde die Familie 1940 nach Südfrankreich und von dort zur Ermordung nach Auschwitz deportiert. Nur das jüngste Kind entging der Deportation und lebt heute in den USA.
Leidensgeschichte schwuler Männer im Fokus
Musikalisch umrahmt wird die Verlegung der Steine durch Schülerinnen und Schüler des Wirsberg-Gymnasiums. Eine der Patenschaften wurde durch eine Klasse der Adolph-Kolping-Schule übernommen. Im früheren Hauptzollamt, dem heutigen „Bauhaus“, dem Technischen Rathaus, wird Oberbürgermeister Christian Schuchardt anschließend eine Gedenktafel enthüllen.
Jede Stolpersteinverlegung schließt mit einer Abendveranstaltung ab – dieses Mal mit besonderem Blick auf die Situation der Schwulen. Unter dem Thema „Schwul: verachtet – eingesperrt – totgeschlagen“ wird die Leidensgeschichte schwuler Männer (nicht nur) während der Nazizeit beleuchtet. Außerdem wird es einen Vortrag von Axel Hochrein vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland geben.
Oberbürgermeister als Schirmherr
Für die musikalische Umrahmung sorgen „Sotto Voce“, der schwulesbische Chor des WuF-Zentrums, und Arshad Hassan. Die Schirmherrschaft hat Herr Oberbürgermeister Christian Schuchardt übernommen. Die Veranstaltung findet im Bockshorn im Kulturspeicher in Würzburg statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Verlegung der Steine ist ein passender Anlass, auch einmal auf die “alten” (385) Steine einen Blick zu werfen. Die Bewohner, vor deren Haus bereits Stolpersteine liegen, oder die jeweiligen Paten der Stolpersteine, könnten mit einem Reinigungsschwämmchen und Spülmittel die Steine wieder zum Glänzen bringen.

