Thementag „Fußball in Lateinamerika“ am 31. Mai

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Würzburg erleben

27. Mai 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Dokumentation, Podiumsdiskussion, Kritik eines brasilianischen Ex-Profi-Fußballers

Der Arbeitskreis Lateinamerika und der Verein der Würzburger Politikwissenschaftler und Soziologen laden zum Thementag „Fußball in Lateinamerika“. Der Eintritt zu der öffentlichen Veranstaltung mit Podiumsdiskussion am Samstag, den 31. Mai, ist kostenfrei.

Die Veranstaltung beginnt um 15:30 Uhr im Uni-Gebäude am Wittelsbacherplatz mit dem gemeinsamen Ansehen der WDR-Dokumentation „Ekstase und Schock – Die Fußballhauptstadt Buenos Aires“ (WDR 2014). Eine genaue Raumangabe mit Wegweiser zum entsprechenden Hörsaal oder Seminarraum wird am Tag der Veranstaltung am Haupteingang angebracht.

Filmproduzent Jan-Henrik Gruszecki zu Gast

Im Anschluss steht Filmproduzent Jan-Henrik Gruszecki für Gespräche zur Verfügung, bevor um etwa 17 Uhr die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Fußball, Politik und teure Stadien – unbeschwerte Spiele in Brasilien?“ beginnt.

Die Dokumentation wurde von den Organisatoren mit Bedacht ausgewählt: Das öffentliche Leben der argentinischen Hauptstadt orientiert sich – mit allen positiven wie negativen Begleiterscheinungen – in vielen Bereichen weitgehend an dem Rhythmus des Fußballs. Jan-Henrik Gruszecki, Produzent des Films, hat alleine in Argentinien über 300 Spiele verfolgt und ist Herausgeber des Magazins „Pasión Latina“. Zudem verfügt er privat und beruflich über viele Jahre Lateinamerika-Erfahrung.

WM-Gastgeberland Brasilien als Sorgenkind

Argentiniens Nachbarland Brasilien galt lange Zeit als ein „neuer“ Motor der Weltwirtschaft – die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise konnten anfangs schnell abgefedert werden, die fortschreitende Industrialisierung und Professionalisierung sowie die gesellschaftliche Entwicklung ließen Hoffnung keimen – die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 an Brasilien trugen einiges dazu bei.

Heute hat sich die Stimmung in dem von der Einwohnerzahl her größten Land Südamerikas deutlich eingetrübt. Brasilien gilt in der internationalen Staatengemeinschaft wieder zunehmend als ein Sorgenkind. In der Gesellschaft nimmt der Protest gegen die Korruption in der Regierung und die horrenden Ausgaben für das Projekt WM zu und gewinnt an Schärfe.

Positiver Einfluss von Großprojekten auf Gesellschaft?

Von der anfänglichen Euphorie und der romantischen Vorstellung des Sambafußballs am Zuckerhut ist wenig geblieben. Der Fußball-Weltverband FIFA kritisierte wiederholt Verzögerungen im Stadionbau und die schlechte Organisation vor Ort, während Großdemonstrationen rund um den Fußball-Konföderationenpokal 2013, einer Art Testturnier für die WM, 2013 und die große Gewaltbereitschaft von Polizei und Demonstrierenden die Aufmerksamkeit auf die ungelösten Probleme des Landes lenkten.

Im Januar 2014 brachte Rivaldo, in Japan und Südkorea 2002 Weltmeister mit Brasilien, die Kritik auf den Punkt: „Wir geben zu viel Geld für nur einen Monat aus. Ich habe wiederholt gesagt, dass Brasilien nicht fähig ist, eine WM zu organisieren. Es ist schwierig und Brasilien wird beschämt sein.“

Kritik des ehemaligen Profi-Fußballers Rivaldo

Ist diese Kritik des Ex-Profis Rivaldo gerechtfertigt? Das Podium diskutiert dies und unter anderem folgende Fragen: Können die Spiele selbst unter den erschwerten Rahmenbedingungen die erwünschten positiven Impulse für die Gesellschaft setzen? Welche Wirkung können die beiden sportlichen Großveranstaltungen mittel- bis langfristig auf das Land und seine Bürger entfalten?

Mit Gruszecki sprechen Thomas Stehnken und Gabriel Duttler. Stehnken studierte Politikwissenschaft in Tübingen und im brasilianischen Niteroi. Er ist Autor eines Lehrbuches über das politische System Brasiliens. Duttler ist Diplom-Sportwissenschaftler und seit 2010 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Sportwissenschaften der Universität Würzburg sowie Mitarbeiter des dortigen Institutes für Fankultur. Moderiert wird die Diskussion von Jonas Friedrich, Kommentator und Reporter beim Pay-TV-Sportsender Sky Deutschland.

Ansprechpartner

Simon Bein, Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung, Arbeitskreis Lateinamerika: E-Mail-Adresse: simon.bein@uni-wuerzburg.de und Stefan Schwaneck: E-Mail-Adresse: stefan.schwaneck@wueps.de

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