Übergriff auf Kult-Mitarbeiter vom „Boot“: Zeugen gesucht

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Würzburg erleben

4. Juni 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Boot-Mitarbeiter attackiert

Yilmaz Karakaya sitzt der Schock noch tief in den Knochen. Als er schildert, was ihm in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (29. bzw. 30. Mai 2014) passiert ist, spürt man deutlich, wie aufgewühlt er noch immer ist: Der sympathische Mann, der seit 2001 als Kassierer, Gardarobier und Springer auf dem Boot arbeitet, redet etwas durcheinander und noch sichtlich mitgenommen. Wer öfter einmal auf dem Boot ist, kennt den 58-Jährigen mit türkischen Wurzeln sicherlich – zumindest vom Sehen.

Racheakt für vorherigen Rauswurf?

Gegen 03:15 Uhr wollte Yilmaz sich in der besagten Nacht vergangene Woche vom bekannten schwimmenden Nachtclub aus auf den Nachhauseweg machen. Oberhalb der Stufen, die an einer Seite der Parkfläche entlang zu den Kassenautomaten und zum Fußgängerüberweg in Richtung Cinemaxx führen, geschah es dann: Ein Gast, der zuvor auf dem Boot auffällig geworden ist und deswegen den Club verlassen musste, steuerte von der Ampel aus direkt auf ihn zu. Er beschimpfte den Kassierer mit „Kanake“ und „Hurensohn“, verpasste ihm Schläge, sodass er zu Boden fiel.

Was für ein Schock!

Bei dem Übergriff zog sich Yilmaz, der seit 44 Jahren in Würzburg lebt, Prellungen und Schürfwunden an Arm, Schultern, Knie und Oberschenkel zu. Außerdem floss Blut aus seiner Nase und er war schockiert. Wie traumatisiert. Schließlich ist er durch zwei Schlaganfälle, Herzinfarkte und Bandscheibenvorfälle sowieso schon geschwächt. Zudem habe er in den 13 Jahren, die er nun schon auf dem Boot arbeitet, keinerlei negative Erfahrung gemacht.

Im Gegenteil: Der Mann, der aus gesundheitlichen Gründen nur Teilzeit arbeitet, kam bisher super klar mit dem jungen Publikum. Schließlich hat er selbst eine Tochter (28) und einen Sohn (31), die ähnlich alt sind. Umso schockierter ist er darüber, dass er vergangenen Freitagmorgen mit einem Krankenwagen ins Juliusspital gebracht werden musste.

Zugeschaut statt eingegriffen

Er vermutet, dass der Täter sich durch seine Angriffsaktion an Yilmaz abreagieren wollte. Von den circa 20 Leuten, die den Übergriff mitbekommen haben müssten, hätte laut dem Boot-Mitarbeiter nur eine Gruppe Regensburger eingegriffen. Diese wollte jedoch „lieber nicht für Zeugenaussagen zur Verfügung stehen“.

Wer war am Tatort?

Die verständigten Polizisten konnte den Täter, der nach dem ersten Übergriff sogar nochmals versucht hat, aufs Boot zu kommen, mit Hilfe der Türsteher noch in derselben Nacht ausfindig machen. Yilmaz sucht nun jedoch nach weiteren Zeugen, die gegen 03:15 Uhr vor Ort waren und den Übergriff beobachtet haben.

Seinen Erinnerungen nach lässt sich die gesuchte Person wie folgt beschreiben: blond, zwischen 23 und 25 Jahre, circa 1,70m groß, längeres Haar. Außerdem trug der Mann, den Yilmaz noch nie zuvor auf dem Boot gesehen hat, vermutlich eine blaue Hose und ein unauffälliges Hemd.

Trotz Angeschlagenheit motiviert 

Man hört es deutlich heraus: Yilmaz kann es kaum erwarten, wieder im Nachtclub zu arbeiten. Er mag die Arbeit auf dem Boot. Nicht zuletzt wegen „der schönen Frauen, der guten Musik und der netten Atmosphäre unter den Mitarbeitern“. Auf die Frage, ob er jetzt einen Selbstverteidigungskurs macht, um sich in Zukunft zu schützen, grinst der nette Mann nur: „Mit 58? Wer will denn mit mir kämpfen?“ Bleibt ihm nur zu wünschen, dass es das erste und zugleich letzte Mal war, dass ihm so etwas passiert ist.

An wen könnt Ihr Euch wenden?

Wer in der Nacht von Donnerstag, den 29. Mai 2014, auf Freitag, den 30. Mai 2014, in der Nähe der Diskothek „Das Boot“ war und etwas mitbekommen hat, wird gebeten, sich per E-Mail an blaulicht@wuerzburgerleben.de zu wenden.

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