Was ist Skimming und wie kann ich mich schützen?
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Würzburg erleben
5. Juli 2014

Symbolbild Würzburg
Ausgespäht und abgeschöpft
Der englische Begriff „Skimming“ bedeutet „Abschöpfen“ oder „Absahnen“ und steht für eine Methode, illegal elektronische Daten von Zahlungskarten (girocard und Kreditkarte) „auszuspähen“. Bundesweit ist bei diesen Straftaten in den letzten Jahren ein Anstieg zu verzeichnen.
Im Jahr 2012 wurden in Deutschland insgesamt 872 Angriffe auf 521 Geldautomaten registriert. Nach stark steigenden Fallzahlen in den Jahren bis 2010 sind die Geldautomaten-Angriffe in den letzten beiden Jahren wieder rückläufig. Gründe für diesen Rückgang sind u.a. die flächendeckende Ausstattung der girocards und Geldautomaten mit dem Sicherheitsstandart EMV, die verbreiterte Aufrüstung der deutschen Geldautomaten mit Anti-Skimming-Technologie, Aufklärung und Information der Bürger, gezielte Risikominimierungsstrategien der Banken und Sparkassen sowie die gute Zusammenarbeit aller am Kartengeschäft Beteiligten. Nach polizeilichen Erkenntnissen handelt es sich bei den Tätern überwiegend um organisiert vorgehende Gruppen aus dem Ausland.
Die Vorgehensweise der Täter
Um in den Besitz der Kartendaten zu kommen, installieren die Täter vor dem Karteneinschubschacht der Geldautomaten ein manipuliertes Kartenlesegerät oder sogar eine vollständige Frontplatte.
Diese manipulierten Kartenleser sind optisch dem Modell des Geldausgabeautomaten angepasst (gleiche Farbe, gleiche Aufkleber) und so hergestellt, dass die eingeschobene Bankkarte durch das illegale Lesegerät zum originalen Kartenleser weitertransportiert wird. So werden die Kontodaten ausgelesen und gespeichert, ohne dass die Bedienung des Geldausgabeautomaten beeinträchtigt und der Kunde misstrauisch wird.
Um an die PIN zu gelangen, wird das Eintippen der Nummer mit einer Kamera oder einem Foto-Handy aufgezeichnet. Es gibt hierbei verschiedene Örtlichkeiten, die (Mini-) Kamera oder das Foto-Handy zu installieren, die meist zum Ausspähen der PIN genutzt werden werden:
- Oberhalb der PIN-Tastatur wird eine speziell für den Geldausgabeautomaten-Typ passende Verblendung oder Leiste (Kameraleiste) angebracht. Die (Mini-)Kamera bzw. das Foto-Handy ist dann in der Lage, über einen längeren Zeitraum alle PIN-Eingaben an der Tastatur aufzuzeichnen.
- seitlich in einem manipulierten Prospekthalter
- an der Decke versteckt in einer Rauchmelderattrappe
- den Aufsatz einer täuschend echt wirkenden Tastatur-Attrappe
- ein Aufsatzkartenlesegerät mit integrierter Kamera
Mit den auf kriminelle Art erlangten Daten werden Kopien von Zahlungskarten gefertigt. Damit können die Täter im (außereuropäischen) Ausland Geld von den Konten der Opfer abheben. Ein Einsatz der Kartenfälschungen an deutschen Geldautomaten ist aufgrund des sog. „MM-Merkmals“ (moduliertes Merkmal; ein im Kartenkörper eingebrachtes, geheimes, maschinenlesbares Merkmal, dass von deutschen Geldautomaten geprüft und abgeglichen werden kann) nicht möglich.
Im Gegensatz zu den sinkenden Fallzahlen im Bereich des Skimmings an Geldautomaten wurden zuletzt vermehrt Fälle von manipulierten Bezahlterminals im Handel (vorwiegend Bau-, Super- und Lebensmittelmärkte) registriert.
Tipps zum Schutz vor Skimming:
- Gehen Sie bitte sorgsam mit Ihren Zahlungskarten um und bewahren Sie die PIN stets getrennt von der Karte auf.
- Haben Sie mehrere Zahlungskarten? Betätigen Sie den Türöffner eines Bankinstitutes nicht mit der gleichen Karte, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.
- Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Der Kartenleser hat immer nur die Funktion des Türöffners. Verständigen Sie in solchen Fällen die Polizei und das Geldinstitut.
- Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.
- Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert das „Ausspähen“ per Kamera oder Foto-Handy erheblich.
- Nutzen Sie keinen Geldausgabeautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z. B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz. Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen. Verständigen Sie die Polizei, um mögliche Spuren sichern zu können.
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und wenden Sie sich bei Auffälligkeiten sofort an Ihre Bank.
Bei dem Verdacht der Ausspähung Ihrer Kartendaten lassen Sie bitte umgehend die Karte über Ihre Bank bzw. den bundesweiten Sperrnotruf unter 116 116 sperren und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

