Ab nach Brasilien!
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Würzburg erleben
8. Juli 2014

Symbolbild Würzburg
Würzburger Studenten interviewen Brasilianer
Ein Jahr lang haben Studierende der Universität Würzburg einen Portugiesisch-Kurs am Zentrum für Sprachen besucht. Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft waren sie in der Lage, Brasilianer über Land und Leute zu interviewen – selbstverständlich in deren Heimatsprache.
Zahlreiche gute Gründe
Warum sie den Portugiesisch-Kurs am Zentrum für Sprachen belegt haben? Da gibt es unterschiedliche Gründe. Norbert Neckel beispielsweise studiert Medizin und will in ein paar Jahren sein Praktisches Jahr in Brasilien absolvieren. Da passt es ihm ganz gut, schon jetzt die Grundlagen erwerben zu können, um dort im Alltag klarzukommen.
Johannes Seidelmann hingegen schreibt bereits an seiner Bachelorarbeit im Fach „Psychologie“ – an der Universität von São Paulo. Die verfasst er zwar in Englisch, und auch der Kontakt zu seinem Professor findet in dieser Sprache statt. Wenn er aber demnächst nach Brasilien fliegt, will er sich auch in der Landessprache unterhalten können.
Und Magdalena Lindner? Die Studentin der Medienkommunikation hat auf ihrer Reise durch Südamerika erlebt, wie Brasilianer sich freuen, wenn Touristen ihre Sprache beherrschen. Bei ihrem nächsten Urlaub will sie das auch können.
Großes Lob für die Kursleiterin
So unterschiedlich die Motive der Teilnehmer des Portugiesisch-Kurses auch sind, in einem sind sich alle einig: „Das war ein super Kurs mit lauter netten Leuten und einer perfekten Lehrerin“, sagt Magdalena. Dank der angenehmen Atmosphäre sei jeder hoch motiviert gewesen, was dann innerhalb kurzer Zeit zu erstaunlichen Erfolgen geführt habe.
Das Lob gilt Kursleiterin Andreia Fernandes. Die 34-jährige ist in der 300.000-Einwohner-Stadt Petrolina im Nordosten Brasiliens aufgewachsen. Nach mehreren kürzeren Aufenthalten in Deutschland kam sie 2004 zum Studium der Fächer Geschichte und Spanisch an die Universität Würzburg. Mittlerweile ist sie Dozentin für Portugiesisch am Zentrum für Sprachen.
Fragenkatalog zum Abarbeiten
Über zwei Semester ging der Portugiesisch-Kurs; zwei Mal pro Woche jeweils 90 Minuten dauerte der Unterricht. Und in diesem Semester hatte Andreia Fernandes ihren Studierenden eine besondere Aufgabe erteilt: Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sollten sie losziehen und Brasilianer interviewen. Die – zumeist Doktoranden und Post-Docs an der Uni – hatten dann einen umfangreichen Fragenkatalog abzuarbeiten, selbstverständlich auf Portugiesisch.
Viele Vorurteile und ein Fehlurteil
Warum sie sich für Deutschland entschieden hatten, wie ihre ersten Eindrücke waren, was ihnen hier besonders gefällt und was sie vermissen, lauteten einige dieser Fragen. Natürlich drehte sich das Interview auch um die Weltmeisterschaft:
Ob die Wirtschaft Brasiliens davon profitieren werde, wie die Proteste im Vorfeld zu beurteilen seien und, klar, wer Weltmeister wird – das alles wollten die Studierenden von ihren Interviewpartnern wissen. Die Ergebnisse dieser Befragungen präsentierten sie am letzten Kurstag bei Kaffee, Keksen und brasilianischem Ananas-Kokos-Kuchen.
Relaxte und extrovertierte Brasilianer
In Deutschland ist alles perfekt organisiert; dafür stellt für Deutsche jedes Problem gleich ein ernstes Problem dar. Brasilianer sind deutlich relaxter und unterhalten sich gerne auch mal mit völlig Fremden auf der Straße. So zumindest lautete die Einschätzung einiger Interviewpartner der Studierenden.
Widersprüchliche Ansichten gibt es über die Franken: Während ein Brasilianer sich begeistert über deren Offenheit und Freundlichkeit äußerte, stieß ein anderer bei der Wohnungssuche eher auf Zurückhaltung. Und als er dann endlich eine Wohnung hatte, war das Urteil seiner Nachbarn eindeutig: „Immer wenn im Haus Lärm zu hören war, hieß es: ‚Jetzt feiert der Brasilianer wieder‘ – egal ob er überhaupt anwesend war oder nicht“, erzählt einer der Interviewer.
Prognosen zum WM-Sieger
Und wer wird nun Weltmeister? „Spanien“, war sich einer der Brasilianer sicher. Da dürfte er zumindest zum Zeitpunkt des Interviews mit vielen Deutschen einer Meinung gewesen sein…
In kurzer Zeit viel erreicht
Nach den Präsentationen der Interviews zeigte sich Nicoleta Apostoiu, am Zentrum für Sprachen verantwortlich für den Portugiesisch-Bereich, begeistert. „Ich bin sprachlos, was Sie in nur zwei Semestern geleistet haben“, lobte sie die Kursteilnehmer.
Mit ihren Sprach- und Kommunikationskompetenzen lägen sie deutlich über dem Niveau, das sonst innerhalb von zwei Semestern erreicht werde. Dem schloss sich Andreia Fernandes an: „Ihr habt das Semester ziemlich gut gemeistert. Jetzt genießt die WM!“. Und fügte dann noch an: „Hoffentlich wird Brasilien Weltmeister!“
Ansprechpartner
Andreia Fernandes, Zentrum für Sprachen der Universität Würzburg, E-Mail-Adresse:
andreia.fernandes@uni-wuerzburg.de
Nicoleta Apostoiu, Telefonnummer: (0931) 31-88 149, E-Mail-Adresse: nicoleta.apostoiu@uni-wuerzburg.de
Zu den Seiten des Zentrums für Sprachen geht’s hier.

