Heißluftschiff musste zur Sicherheitslandung ansetzen
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Würzburg erleben
17. Juli 2014

Symbolbild Würzburg
Heißluftschiff in Schwierigkeiten
WÜRZBURG. Wie berichtet geriet gestern Abend der Fahrer eines Heißluftschiffs – korrekter Weise müsste es Heißluft-Luftschiff lauten – in Würzburg in ernsthafte Schwierigkeiten. Viele Würzburger beobachteten, wie sich das Luftschiff mit ungewöhnlich eingedellter Hülle über der Stadt bewegte. Um einen Notfall zu vermeiden, entschied sich der erfahrene Pilot dazu, eine Sicherheitslandung durchführen. Dabei wurde glücklicherweise niemand verletzt.
Geglückte Sicherheitslandung
Obwohl es sich offiziell nicht um eine Notlandung handelte, da kein entsprechender Funkspruch abgesetzt wurde, wurden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst von der besorgten Bevölkerung alarmiert. Die Schadenshöhe, die am Luftschiff entstanden ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden.
Der 67-jährige erfahrene Ballonfahrer aus Baden-Württemberg, der selbst Fluglehrer ist, war gegen 18:30 Uhr zusammen mit seinem Fahrgast vom Würzburger Schenkenfeld aus zu einer Werbeballonfahrt über der Stadt Würzburg aufgebrochen. Die Fahrt ging in Richtung Randersacker und sollte wieder in Würzburg enden.
Ballonführer bemerkt Druckverlust
Als sich der zeppelinförmige Ballon gegen 20:30 Uhr auf der Rückfahrt über der Würzburger Innenstadt befand, bemerkte der Ballonführer, dass er Druckverlust im Ballon hatte und an Höhe verlor. Dies verursachte die für den Beobachter gefährlich aussende Deformierung des Luftkörpers.
Es gelang ihm noch, sein Gefährt über den Stadtteil Frauenland in Richtung Universität Hubland zu steuern, wo er zwischen dem Schönstattzentrum und dem Alandsgrund die Sicherheitslandung durchführen konnte. Sowohl der Ballonführer als auch sein Fahrgast blieben unverletzt.
httpvh://www.youtube.com/watch?v=M5d_1zoOb8c
Video: Rico Neitzel
Teile der Außenhaut des Ballons angekokelt
Am Ballon entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe, weil Teile der Außenhaut offenbar angekokelt sind. Der Grund für den Druckverlust ist noch nicht bekannt. Sicher dürfte jedoch sein, dass wegen des Druckverlustes der Ballonkörper mittig eingeklappt ist und die Außenhaut somit aufgrund der Hitzeentwicklung Schaden genommen hat.
Anrufe von zahlreichen besorgten Bürgern
Besorgte Würzburger Bürger meldeten sich zuhauf bei der Einsatzzentrale und berichteten von einem Heißluftballon, der offenbar in Schwierigkeiten war. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten genauso aus wie die Würzburger Polizei. Sie alle konnten dann aus nächster Nähe beobachten, wie der Ballon sicher auf einem abgeernteten Getreidefeld landete.
Vorsorglich waren seitens der Feuerwehr neun Mann mit drei Fahrzeugen vor Ort und der Rettungsdienst hatte für alle Fälle einen Notarzt und zwei Rettungswägen sowie einen Rettungshubschrauber abgestellt. Gott sei Dank konnten alle wieder unverrichteter Dinge abrücken. Aufgrund des hohen Aufsehens ist davon auszugehen, dass sich die Bundsestelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) dem Vorfall annehmen und einen offiziellen Bericht anfertigen wird.
Unterschied Sicherheitslandung und Notlandung
Während der Veröffentlichung der ersten Informationen kam eine Diskussion auf, ob es sich beim Manöver um eine Sicherheits- oder Notlandung handele. Per Definition können beide Landungen wie folgt unterschieden werden:
Im beschriebenen Fall handelt es sich nicht, wie anfangs angenommen, um eine Not- sondern um eine Sicherheitslandung. Bei einer Notlandung ist der Ballonführer durch eine Notlage, die beispielsweise durch akuten Treibstoffmangel, Feuer an Bord oder schwere Unwetter ausgelöst werden kann, zur Landung gezwungen.
Zu einer Sicherheitslandung entscheidet sich der Ballonführer lediglich, um eine womöglich eintretende Notlage zu verhindern. Letztere ist zum Zeitpunkt seiner Entscheidung jedoch noch nicht gegeben. Gründe für eine Sicherheitslandung können folglich beispielsweise das Unwohlsein eines Piloten, unerwartete Wettererscheinungen sowie Auffälligkeiten im Verhalten des Triebwerks sein.
Unabhängig der Nomenklatur kann man sich glücklich schätzen, dass sich beim Manöver niemand verletzte.

