Legaler Cannabis-Anbau in Würzburg
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Würzburg erleben
22. Juli 2014

Symbolbild Würzburg
15 Euro pro Gramm für Schmerzpatienten
Zum ersten Mal wurde es Schmerzpatienten in Deutschland nun erlaubt, Cannabis im Eigenanbau zu gewinnen. Wie wir im April berichteten, ist der Würzburger Günter Weiglein einer der Menschen, die in Deutschland die Erlaubnis besitzen, legal Cannabis zu konsumieren. Nach einem Motorradunfall plagen ihn chronische Schmerzen, von denen er durch den Cannabis-Konsum zumindest zeitweise erlöst wird. Bisher war die große Problematik jedoch die, dass er für die Kosten seines Schmerzmittels selbst aufkommen muss. Durch den Gewöhnungseffekt muss er ständig die Dosis erhöhen, bei 15 € pro Gramm eine kostspielige Angelegenheit.
Anbau erlaubt, aber noch nicht möglich
Eine Lösung muss her, sonst könne sich Weiglein den Konsum irgendwann nicht mehr leisten. So ging er mit seinem Anwalt vor Gericht, um dafür zu kämpfen, das Cannabis selbst anbauen zu dürfen. Nun konnte ein großer Teilerfolg erzielt werden. Heute hat das Kölner Verwaltungsgericht entschieden, Weiglein darf die Saat aussäen. Vier Jahre hat er darauf gewartet, aber das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte muss das Urteil noch prüfen.
So ist es ihm zwar erlaubt Cannabis anzubauen, aber ihm könnten Richtlinien des Anbaus auferlegt werden, die ihm diesen extrem erschweren. Das Bundesinstitut könne laut Spiegel Online auch in Berufung gehen, dann würden die Fälle neu verhandelt.
Drei Patienten erfüllen Bedingungen
Fünf Urteile dieser Art wurden am heutigen Dienstag in Köln gefällt. Weiglein ist einer von drei, denen der Anbau erlaubt wurde. Abgewogen wurde etwa, ob der Zugang für Dritte ausgeschlossen werden kann oder ob Behandlungsalternativen ausgeschöpft wurden. Bei dem Urteil ginge es jedoch keineswegs um eine generelle Erlaubnis des Anbaus, sondern um besondere Einzelfälle.

