Uniklinik Würzburg: Klinikapotheke an neuem Standort
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Würzburg erleben
7. August 2014

Symbolbild Würzburg
Umzug in neue Räume
Seit Anfang Juli 2014 arbeitet ein Großteil der Apotheke des Universitätsklinikums Würzburg in neuen Räumen. Mit dem Umzug erweitert die wichtige Versorgungseinheit seine Leistungsstandards und sorgt dafür, dass auch in Zukunft die gesetzlichen Vorschriften sicher eingehalten werden.
Sicherung des Leistungsstandards
Der Sitz der Arzneimittellogistik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ist seit Juli dieses Jahres ein Industriegebäude in der Inneren Aumühlstraße. „Nach über 40 Jahren in einem historischen Bauwerk war es an der Zeit, uns weiterzuentwickeln ‑ speziell mit Blick auf zeitgemäße Lager- und Arbeitsbedingungen sowie auf unsere Leistungsstandards“, sagt Dr. Johann Schurz, der Leiter der Klinikapotheke des UKW. Bislang war die für den gesamten Krankenhausbetrieb so wichtige Versorgungseinheit im Haus D2 auf dem Klinikumsgelände an der Josef-Schneider-Straße im Würzburger Stadtteil Grombühl untergebracht. „In diesem Altbau war es zunehmend schwierig geworden, unser Sortiment von rund 1.600 verschiedenen Arzneimitteln gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu lagern und zu kommissionieren“, berichtet Dr. Schurz.
Jetzt über dem Zentrallager untergebracht
Als alternativer Standort bot sich der bislang für die Digitalisierung von Krankenakten genutzte, erste Stock des UKW-Zentrallagers im nahegelegenen Würzburger Industriegebiet Aumühle an. Nach einem im Herbst vergangenen Jahres gestarteten, umfassenden Umbau konnten Dr. Schurz sowie ein Teil seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anfang Juli dieses Jahres hier die Arzneimittellogistik in Betrieb nehmen. Dies war nur der erste Schritt der Verlagerung: Die klinikumseigene Arzneimittelherstellung verbleibt bis Herbst noch am alten Standort auf dem Klinikumsgelände, bevor auch sie bis auf die aseptische Produktion in die Aumühle umzieht. Die aseptische Produktion wird zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Standort innerhalb des Klinikumsgeländes verlagert.
Unterstützung durch halbautomatisches System
Der „räumliche Neustart“ bot auch die Chance, die technische Ausstattung und die logistische Organisationsstruktur insgesamt dem Stand der Technik anzupassen. „Wir arbeiten jetzt mit einem halbautomatischen Kommissionierungssystem“, schildert der Apotheker Dr. Tobias Egger, der die neue Arzneimittellogistik maßgeblich plante. Über das SAP-System treffen die Bestellungen der einzelnen Kliniken und Abteilungen online in der Apotheke ein. Bis zu 20 Bestellaufträge werden automatisch zu einem Sammelauftrag, einem so genannten „Batch“ zusammengefasst. Drei bis vier speziell geschulte Apothekenmitarbeiter entnehmen die Medikamente aus den dicht gepackten Regalen und legen diese auf ein an den Regalen entlang geführtes Förderband. Ein Handheld, ein tragbarer Kleincomputer, zeigt ihnen die jeweils erforderlichen Stückzahlen an. Durch die Generierung von Sammelaufträgen können Wegezeiten durch das Arzneimittellager eingespart werden. Um den Kommissionierern die Arbeit zu erleichtern, sind die Artikel in den Regalen jetzt nicht mehr ‑ wie in D2 ‑ alphabetisch sortiert, sondern nach Anforderungshäufigkeit. Am Ende des Förderbands durchlaufen die Medikamente ein PC-basiertes Objekterkennungssystem mit Sortierfunktion. Per Kamera und Software wird jeder ankommende Artikel sowohl über sein optisch farbiges Erscheinungsbild, wie auch über seinen aufgedruckten Strichcode identifiziert. Auf Basis dieser sicheren Informationen aktiviert das System druckluftbetriebene Schieber, die das einzelne Arzneimittel aus dem Sammelauftrag in die jeweils einer Station zugeordneten Versandbox verbringen. „Bei jährlich über 400.000 Zugriffen auf unser Lager hilft uns dieses System, menschliche Zuordnungsfehler zu minimieren“, erläutert Dr. Egger.
Jetzt tägliche Bestellung und Lieferung
Die Abteilung Logistik und Verkehr sowie die UKW Service GmbH liefern die fertig gepackten und verplombten Transportboxen anschließend von Montag bis Freitag zwischen 13:00 und 17:00 Uhr an die jeweiligen Stationen und Abteilungen im Klinikum. Die tägliche Bestell- und Liefermöglichkeit ist eine weitere Verbesserung, die mit dem „Update“ der Apotheke verbunden ist, denn bislang gab es durchschnittlich nur zwei Bestelltage pro Woche. „Für die Stationen bedeutet die tägliche Lieferoption, dass sie ihre eigene Lagerhaltung deutlich reduzieren können. Damit vermindert sich auch der Medikamentenverfall“, betont Dr. Schurz

