„Dog Sharing“ – Die Lösung für Hundehalter?

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Würzburg erleben

11. August 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Einen Hund „teilen“

In der Würzburger Fair-Teiler Gruppe hat man kürzlich das ein oder andere Mal Anfragen gesehen, was denn die Community von „Dog Sharing“ hält und ob denn jemand bereit wäre, sich ein Haustier zu „teilen“. Konzepte wie „Car Sharing“ erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und daher wollten wir der Frage einmal nachgehen, wie es denn um diesen neuen Trend, bei dem es immerhin um ein Lebewesen geht, steht.

Haustier trotz Alltagsstress

Wie so vieles, kommt auch dieser Trend aus dem englischsprachigen Raum. Der Grundgedanke ist ein durchaus sehr positiver. Hat ein Hundehalter an gewissen Wochentagen keine Zeit für das Haustier, so kann man sich die Verantwortung mit einer anderen Person teilen. Je nach Absprache, bleibt der Hund beispielsweise über das Wochenende bei einem Halter und unter der Woche bei dem anderen. In der heutigen Zeit wird der Mensch in der Regel von einem eher stressigen Alltag beherrscht und für die „Full time“-Pflege eines Haustiers bleibt oft keine Zeit. Wer trotzdem einen Hund haben möchte, der kann sich laut dem Prinzip also einen teilen.

Ein Hund braucht viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Kann man ihm diese aufgrund der Arbeit nicht geben, wird das Tier über kurz oder lang leiden. Viele Menschen wünschen sich trotz schwierigen Zeitmanagements einen Hund, schließlich ist er eines der beliebtesten Haustiere Deutschlands. Der „beste Freund des Menschen“ schenkt Vertrauen und Zuneigung. Doch genau dieser Punkt spricht eigentlich gegen „Dog Sharing“.

Problematiken – Hund ist Gewohnheitstier

Wir haben Gisela Schmidt, Vorsitzende der Würzburger TierTafel e.V., dazu befragt. Sie gab zu bedenken, dass es aus tierschützerischer  Sicht problematisch sei, sich einen Hund zu teilen, schließlich sei dieser kein Auto. Ein Hund baut eine sehr enge Bindung zum Menschen auf und ein Leben in zwei Familien würde ihn verwirren. Ob beim Spaziergang, der Fütterung oder dem Umfeld – ein Hund ist ein Gewohnheitstier und schätzt einen festen Rhythmus. Darüber hinaus gibt es laut der Tierschützerin noch einiges mehr zu bedenken.
Es finge schon bei der Erziehung des Hundes an. Jedes Herrchen würde anders mit dem Hund umgehen, der eine wahrscheinlich etwas konsequenter als der andere  – und dies würde schon zu ersten Verwirrungen führen. Jeder Hund hat eine eigene Persönlichkeit und einen eigenen Charakter. Müsste er sich im Wochentakt auf andere Menschen einstellen, würde ihm das nicht gut tun.
Weitere Bedenken hat die TierTafel-Vorsitzende, was die Beziehung zwischen den Dog-Sharing-Partnern angeht.  Schließlich wird ein Hund in der Regel weit über zehn Jahre alt. Und so lange müssten auch die beiden Halter gut aufeinander zu sprechen sein.  Aber Freundschaften zerbrechen, Menschen ziehen um, Streitpunkte können nicht überwunden werden – und plötzlich steht einer der Halter alleine da. Oder keiner möchte den Hund mehr haben, es muss ein neues Zuhause für das Tier gesucht werden – und der arme Hund wird zum „Wanderpokal“.

Rechtliche  Rahmenbedingungen

Schwierig sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen.  „Was, wenn der Hund jemanden beißt oder einen Unfall verursacht?“, nennt die Vorsitzende der TierTafel e.V., selbst  passionierte Hundehalterin ist, ein Beispiel. Verantwortlich gemacht werden kann nur eine Person, selbst wenn man sich eine Haftpflichtversicherung teilt.
Was im Gegensatz zum Dog-Sharing aus tierschützerischer Sicht völlig in Ordnung ist: Den Hund während eines Urlaubs oder eines Krankheitsfalls in die Obhut zuverlässiger Freunde oder einer guten Hundepension zu geben. Auch  gelegentliche Spaziergänge mit Freunden sind kein Problem, so lange der Hund gut erzogen und folgsam ist.  Ein wöchentlicher oder gar täglicher Wechsel des Zuhauses wäre der Hundeseele aber wohl nicht zuzumuten.

Die TierTafel bittet um Hilfe!

Wer der vom Finanzamt Würzburg als gemeinnützig anerkannten TierTafel Würzburg e.V. helfen möchte, kann während der Öffnungszeiten an jedem zweiten und letzten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr Futter- oder Geldspenden in der Wöllergasse 2 vorbei bringen.  Nächster Öffnungstermin ist dieser Samstag, 9. August. Außerdem nimmt der Hundesalon  „Die kleine Hundewelt“, Münzstraße 8, Futterspenden für die TierTafel entgegen. Geldspenden werden auf das Konto 47 57 47 77 bei der Sparkasse Mainfranken, BLZ 790 500 00 erbeten. IBAN: DE 54 7905 0000 0047 574777, BIC: BYLADEM1SWU . Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.
Kontakt: info@tiertafel-wuerzburg.de, Telefon 0176-30 64 64 44

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